Grünes Licht vom Kartellamt für die Übernahme

Insight Software schluckt auch IDL

Die US-Firma Insight Software, ein Anbieter von Software für Finanzkonsolidierung, übernimmt mit der IDL-Gruppe einen deutschen Anbieter von Software für das Finanzmanagement. Die Bedingungen der Übernahme, die nach der Genehmigung des Kartellamtes (Aktenzeichen B7-196/20) am 19. November noch vor Ende des Jahres abgeschlossen werden soll, wurden nicht veröffentlicht.

Jim Triandiflou, CEO Insight Software

Jim Triandiflou, der im Oktober angetretene CEO von Insight Software

Mit der Übernahme will Insight Software die Funktionalität bei der Finanzkonsolidierung und die Kenntnis der marktspezifischen Anforderungen für Deutschland, Österreich und die Schweiz erweitern. IDL soll auch die Präsenz und den Kundenstamm von Insight Software in Europa stärken; hierzulande waren die Amerikaner bisher bereits über die 2015 erworbenen BI-Spezialisten Arcplan aktiv.

Hinter der Unternehmensgruppe IDL steht als Gesellschafter seit Anfang 2019 ein vom Technologieinvestor LEA Partners beratener Fonds sowie das Management, hinter Insight Software die beiden Private Equity Investoren TA Associates und Genstar Capital. Über die Eckpunkte der Transaktion haben die Parteien Stillschweigen vereinbart.

IDL mit Hauptsitz in Deutschland (und Niederlassungen in Österreich, Frankreich und der Schweiz) ist auf die Konsolidierung von Finanzdaten aus mehreren Quellen spezialisiert, wodurch manuelle Abschlussfehler eliminiert und die Abschlusszykluszeiten reduziert werden. Das Softwarehaus wurde 1990 von CEO Bernward Egenolf in Schmitten bei Frankfurt gegründet und bisher vom Investor LEA-Partners unterstützt. Die Software wird nach Firmenangaben in unterschiedlichen Branchen von mehr als 1.100 Behörden, mittelständischen und Großunternehmen eingesetzt wird, darunter Altana, die Bayerische Landesbank und Novomatic.

Insight Software liefert nach Angaben des erst seit Oktober als CEO amtierenden Jim Triandiflou Software für Finanzberichterstattung und „Enterprise Performance Management“, umUnternehmensdaten in Echtzeit miteinander zu verbinden und zu analysieren, „was zu mehr finanzieller Intelligenz im gesamten Unternehmen“ führe. Mehr als 25.000 Unternehmen weltweit nutzen demnach bereits diese Tools für Reporting, Analyse, Budgetierung, Prognose, Konsolidierung und Steuern, um gleichzeitig die Qualität und die Effizienz im Finanz- und Controlling-Bereich zu verbessern.

„Die Finanzkonsolidierung und der Abschluss ist eine kritische monatliche Aktivität für das Büro des CFO, aber für die meisten Organisationen noch ein übermäßig manueller, fehleranfälliger Prozess“, sagt CEO Triandiflou. „Die Konzentration von IDL auf die Unterstützung der Kunden beim proaktiven Abschluss ihrer Bücher durch automatische, kontinuierliche Finanzkonsolidierungen entspricht unserer Vision. Darüber hinaus verfügt IDL über eine starke Basis von Unternehmenskunden, die SAP in einer wichtigen europäischen Wirtschaftsregion einsetzen.“ Die Überwachung des gesamten Finanzabschlussprozesses, eine hohe Datenqualität, ein integriertes Intercompany-Clearing und eine kontinuierliche Finanzkonsolidierung mit den jeweiligen Buchhaltungsanforderungen sei unerlässlich. Und Egenolf, Gründer und CEO der IDL Group, ergänzt: „Mit diesem Vertrag wird unser derzeitiges dynamisches Wachstum einen bedeutenden neuen Impuls erhalten."

Lea unterstütze IDL seit 2019 bei der Transformation von einem gründergeführten Unternehmen. Wesentliche Initiativen waren hierbei die Erweiterung des Management-Teams, der Aufbau eines indirekten Partnervertriebskanals sowie die Implementierung einer M&A-Strategie. IDL konnte in diesem Zeitraum nach Firmenangaben „die Kundenbasis deutlich ausbauen und das Wachstum von Umsatzerlösen und EBITDA signifikant beschleunigen“.

Firmengründer Bernward Egenolf findet die Entscheidung, Lea als Partner für die nächste Entwicklungsstufe des Unternehmens ausgewählt zu haben, heute „absolut richtig“, denn man konnte „entscheidende strategische Initiativen anstoßen und durch gezielte Akquisitionen unser Produktportfolio vervollständigen“. Nun freue er sich, „bei der weiteren Internationalisierung von dem weltweiten Netzwerk von Insight Software profitieren zu können“.

Jim Triandiflou ist „unglaublich stolz auf das Wachstum“ der letzten beiden Jahren; erst 2018 durch den Zusammenschluss von Global Software und Hubble gegründet und Anfang 2020 durch die Übernahme von Longview deutlich gewachsen, unterstützte man inzwischen über 20.000 Kunden weltweit mit mehr als 140 verschiedenen ERP- und EPM-Systemen. Zu den unterstützten ERP- und EPM-Systemen zählen auch etliche auf der Plattform IBM i, darunter SAP, JD Edwards, Infor M3 (früher Movex), LX (BPCS) und XA (Mapics), Geac, Harris Data Iptor (IBS), JBA, Coda, Ross oder Computer Associates/Pansophic. In nur zwei Jahren ist das Unternehmen um mehr als das Fünffache seiner ursprünglichen Größe gewachsen und hat 14 Übernahmen getätigt - die alle rasch und effizient integriert wurden, was das Wachstum beflügelte. Jetzt kommt auch noch IDL dazu.

Bildquelle: Insight Software

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