Ikor: Disruption unnötig bei Versicherungsdigitalisierung

Insurtechs treiben die Evolution voran

Wie sieht die Zukunft der Versicherungswirtschaft aus? Fast immer gehören zu einer Antwort die Begriffe „Digitalisierung“, „Insurtech“ und „Disruption“. Ein White Paper der Hamburger Ikor AG nimmt diesen Dreiklang unter die Lupe.

Michael Vaupel, Ikor

Michael Vaupel, Senior-Manager Versicherung bei der Ikor AG, plädiert für Gelassenheit gegenüber Digitalkonzernen als Mitbewerber.

Hat die aufstrebende Insurtech-Branche eine disruptive Wirkung auf den Markt der Versicherer? Nein, meint Michael Vaupel, Senior-Manager Versicherung bei Ikor und Verfasser des White Papers „Disruption und Evolution in der Versicherungswirtschaft“. Vaupel erklärt: „Insurtechs sind Teil einer notwendigen und überfälligen Veränderung der Branche.“ Anstatt sie umzuwälzen, rundeten Insurtechs das Angebot der traditionellen Versicherer ab und führten ihnen vor, dass Themen wie Usability, neue Vertriebswege sowie Technologien relevant seien.

Evolution förderlicher als Disruption

Vaupel befürwortet eine Weiterentwicklung der Versicherer nach der Devise „Evolution anstatt Disruption“. Danach müssten sich die Versicherer organisatorisch und technologisch so aufstellen, dass sie sowohl das Mindset als auch die Flexibilität entwickeln, die für eine kontinuierliche Fortentwicklung nötig seien.

In dem Paper identifiziert Vaupel diverse Anknüpfungsfaktoren dazu. So sei beispielsweise bei Vertriebs- und Schadensprozessen ein immenses Digitalisierungspotenzial, das gleichzeitig Service-Optimierungen für alle Beteiligten vom Agenten/Makler bis zum Versicherungsnehmer bedeutet.

Insurtechs erhalten selten Bafin-Lizenzen

Weiter plädiert Vaupel für Gelassenheit gegenüber Digitalkonzernen als Mitbewerber. „Was die Versicherer gut können, nämlich das Versicherungskerngeschäft mit den dazugehörigen Risikoträgerschaften und regulatorisch notwendigen Rücklagen, das macht ihnen so schnell keiner nach“, meint er. Ein Hinweis darauf sei die Tatsache, dass Insurtechs selten Bafin-Lizenzen anstrebten und bekämen.

„Dieses Versicherungskerngeschäft muss aber konsequent hinsichtlich neuer und sich ändernder Kundenbedürfnisse überarbeitet werden und in einem Service gipfeln, der zu jeder Lebenssituation unkompliziert die passenden Versicherungen anbietet“, meint Vaupel. Hinsichtlich einer solchen Kundenzentrierung führt er aus, dass diese über die Betrachtung der Versicherungs-Endkunden hinausgehe.

Dass die traditionellen Versicherer aufgrund disruptiver Neuerungen eines Tages überflüssig sein könnten, sieht er noch lange nicht. Im Gegenteil, es böten sich durch die Digitalisierung neue Chancen. Versicherer könnten beispielsweise durch strategische Partnerschaften in Bereiche eintreten, die ihnen vorher verschlossen geblieben sind. Er ist überzeugt: „Die Versicherung kann aktiver Teil des Alltags der Menschen werden und dazu dienen, auf Situationen und Lebensumstände schnell und unkompliziert eine Antwort zu haben.“

Nearshore-Center in Belgrad

Ikor, ein mittelständischer Technologieberater und Softwarehersteller mit mehr als 150 Mitarbeitern, veredelt seit 1997 wir SAP-Systeme für die Welt der Finanzservices und ist außerdem als erstes Unternehmen in Deutschland auf die Optimierung und Erweiterung von Guidewire-Technologien spezialisiert. Bundesweit werden Kunden der Versicherungs- und Bankenbranche im Einsatz der Standardsoftware, aber auch bei Individualentwicklungen unterstützt. Zu diesen Kunden zählen u.a. die Zurich Versicherung, Talanx, Allianz, AXA, Barmenia, Signal Iduna, VHV, die HSH Nordbank und die Hamburger Sparkasse.

Nachdem die Geschäfte 2014 noch schlecht liefen, stehen die Zeichen seit einiger Zeit auf Expansion. So gründete die Technologieberatung jetzt auch ein Nearshore-Center in Belgrad und verstärkt damit ihre Kapazitäten in der Softwareentwicklung. Die deutschsprachigen Mitarbeiter im dortigen „Ikor Development Center“ entwickeln Software und bearbeiten Supportanfragen für die Kunden der DACH-Region.Das Nearshore-Center unterstützt die Softwareentwicklung bei Ikors Schwerpunktthemen: für SAP-Anwendungen und in der Programmiersprache Java, nach entsprechender Zertifizierung der Mitarbeiter auch für Guidewire-Applikationen.

Bildquelle: Ikor AG

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