Infor ersetzt 17 separate ERP-Systeme – auch von SAP und Oracle

Intersnack strebt in die Cloud

Durch einen Mega-Deal mit dem Software-Konzern Infor „in Höhe von mehreren Millionen Euro“ will der Düsseldorfer Knabbergebäckhersteller Intersnack die digitale Transformation fortsetzen – und sich auf den Weg in die Cloud begeben. Weitere finanzielle, terminliche oder technische Details sind nicht bekannt.

Für Funny-Frisch bietet Intersnack im Online-Shop auch einen Lieferservice an

Für Funny-Frisch bietet Intersnack seit 2016 im Online-Shop auch einen Lieferservice an.

Intersnack, Hersteller herzhafter Snacks und Eigner von 20 Marken wie Funny-Frisch oder Ültje, hat mit dem amerikanischen ERP-Hersteller Infor eine Vereinbarung zu einer zehnjährigen Cloud-Transformation unterzeichnet. Im Rahmen des Projekts soll Infor die Prozesse fast aller Intersnack-Marken in ganz Europa unterstützen, um Intersnacks Strategie der Digitalisierung zu stärken und eine moderne Plattform für weiteres Wachstum zu schaffen. Nach Abschluss des Projekts soll das gesamte Unternehmen, das aus elf verschiedenen Geschäftseinheiten besteht, vollständig die Cloud-Suite Food & Beverage sowie 18 weitere Lösungen von Infor nutzen.

17 separate ERP-Systeme ersetzen

Damit will Intersnack die derzeit 17 separaten ERP-Systeme des Konzerns ersetzen, darunter mehrere Lösungen von SAP und Oracle. Nahezu alle wichtigen Geschäftsanwendungen werden nach Abschluss des Modernisierungsprojektes von Infor stammen, darunter in den Bereichen ERP, HR- und Talentmanagement, Risiko-, Kosten- und Performance-Management sowie Business Intelligence. Auch die Bereiche Enterprise Asset Management, Customer Relationship Management sowie Einkauf und Logistik werden Lösungen des US-Konzerns nutzen.

Bisher arbeiten die diversen europäischen Landesgesellschaften von Intersnack in der IT noch sehr eigenständig und nutzen unterschiedlichste Lösungen – auch von SAP und Oracle. So ist die britische Tochter KP Snacks ein großer Oracle-Anwender; sie hat erst 2013 die Implementierung von JD Edwards Enterprise One Version 9.1 abgeschlossen und damit SAP abgelöst, das wiederum in Deutschland verbreiteten Einsatz findet.

Aber auch Infor war bereits bei Intersnack im Einsatz; so nutzt die schwedische Tochter Estrella M3; dieses früher als Movex bekannte ERP-System des schwedischen Softwarehauses Intentia gehört seit der Lawson-Übernahme 2011 zum Infor-Portfolio.

Neben Infor, SAP und Oracle hat Intersnack für das ehrgeizige Digitalisierungsprojekt auch die Lösungen von Aptean in Betracht gezogen; das MES dieses Herstellers wird bereits in vielen Werken ebenso genutzt wie Apteans Ross ERP. Die Entscheidung fiel dann im Rahmen einer Ausschreibung.

Mandantenfähige Cloud-Umgebung geplant

Ausschlaggebend waren u.a. Infors Fähigkeit, Lösungen in einer mandantenfähigen Cloud-Umgebung bereitzustellen, sowie die Bereitschaft, die digitale Vision von Intersnack zu unterstützen. Weitere Gründe für die Auswahl waren die starken Referenzkunden in der Lebensmittelindustrie, die speziell auf die Branche zugeschnittenen Funktionen der Software sowie die Vision des Herstellers in den Bereichen digitale Transformation und KI.

Intersnack will mit seinem Digitalisierungsprogramm globale Prozesse in allen Bereichen des Unternehmens standardisieren und harmonisieren. Neben dem Aufbau einer modernen, skalierbaren Plattform zur Beschleunigung der Integration neuer Unternehmensakquisitionen soll der Einsatz der neuen Software auch das natürliche Wachstum des Konzerns stützen.

„Diese bahnbrechende Vereinbarung [...] zeigt unser Engagement, Unternehmen bei der digitalen Transformation zu unterstützen, indem wir sie mit Software mit fein abgestimmten, branchenspezifischen Funktionen ausstatten, die hervorragend skalierbar sind“, wird Infor-Präsident Stephan Scholl in einer Presseinformation zitiert. „Intersnack hat sich für uns entschieden, weil wir in der Lage sind, unser gesamtes Anwendungsportfolio über die Cloud anzubieten.“

„Als Marktführer in der Snackbranche müssen wir Best Practices demonstrieren, um unser Ziel der langfristigen Wertschöpfung zu unterstützen – und Technologie ist ein wichtiger Stützpfeiler dieses Ansatzes“, sagt Maarten Leerdam, CEO von Intersnack. „Bei unserer Entscheidung darüber, welchen Partner wir zur Unterstützung unserer digitalen Transformationsreise wählen, erwies sich Infor als der klare Sieger. Abgesehen von der Breite und Tiefe der Möglichkeiten innerhalb der Anwendungen und der Tatsache, dass alle in der Ausschreibung genannten Anforderungen erfüllt wurden – und die Cloud darüber hinaus noch zu weit mehr fähig ist – haben uns die Vision und Führung in Bereichen wie digitaler Transformation über H&L Digital sowie KI sehr beeindruckt. Wir freuen uns darauf, neue Technologien in unserem Streben nach Innovation weiter zu erforschen und eine starke Basis für unser Wachstum der nächsten Generation zu schaffen.“

Bildquelle: Intersnack

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