Cisco macht 500 Mio. Dollar für Deutschland locker

Investition in Sicherheit, Innovation und Bildung

Der IT-Konzern Cisco will in den kommenden drei Jahren 500 Mio. Dollar zusätzlich zu den laufenden Programmen in den Standort Deutschland investieren, um die Digitalisierung zu beschleunigen. Das Programm läuft unter dem Namen „Deutschland Digital" und zielt auf die Schwerpunkte Innovation, Sicherheit und Bildung. Es ist Teil der weltweiten Initiative „Country Digitization Acceleration", für die bereits in Großbritannien, Frankreich und Italien Investitionspläne bekannt gegeben wurden.

Deutschlandchef Oliver Tuszik: „Innovation ist eine interdisziplinäre Übung!"

„Digitalisierung bedeutet: weitgehende, intelligente Vernetzung, bessere Daten, mehr Wissen, bessere Entscheidungen", sagt Oliver Tuszik, Deutschlandchef von Cisco. „Davon profitieren Länder, Städte, Unternehmen und jeder Einzelne von uns. Die Digitalisierung kann uns mehr Wettbewerbsfähigkeit, bessere öffentliche Versorgung und vor allem mehr Lebensqualität für alle Menschen bringen. Außerdem wird sie uns helfen, die demografischen Herausforderungen besser zu meistern. Wir möchten diese Entwicklung unterstützen und investieren darum gezielt in diese Transformation, zusätzlich zu unseren laufenden Investitionen." Was er nicht sagt: Natürlich kann Cisco auch sehr gut an Investitionen in die Digitalisierung verdienen.

Das neue Investitionsprogramm

Das neue Investitionsprogramm besteht aus Anschubfinanzierungen für konkrete Digitalisierungsprojekte, Forschungsgeldern, dem Ausbau des „Networking Academy“-Programms des Herstellers, einen „Venture Fund“ sowie aus zusätzlichen Personal- und Infrastrukturausgaben.

„Innovation ist eine interdisziplinäre Übung", begründet Tuszik die Maßnahme, „keine Organisation kann die Herausforderungen der Digitalisierung allein meistern. Deshalb möchten wir unsere Kunden und Partner, Start-ups und Forschungseinrichtungen zusammenbringen, um an konkreten Problemlösungen zu arbeiten." Eine wichtige Rolle solle dabei auch das 2015 eröffnete Innovationszentrum „Open Berlin“ spielen. Gemeinsam mit Mittelständlern würden zudem regelmäßig Innovationswerkstätten veranstaltet.

Unter professioneller Leitung werden die Unternehmen dort gemeinsam mit Cisco, ausgewählten Start-ups und anderen Partnern Lösungen für konkrete digitale Herausforderungen und passende Geschäftsmodelle entwickeln.

Engagement in der deutschen Start-up-Szene

Außerdem werden die Investitionen in Start-ups und Unternehmensfinanzierung in Deutschland ausgeweitet – mit Schwerpunkten in den Bereichen Sicherheit, Cloud Computing und Industrie 4.0/Internet of Things (IoT) liegen. Cisco engagiert sich bereits in der deutschen Start-up-Szene, erst kürzlich hat das Unternehmen in das Berliner IoT-Start-up Relayr investiert.

Darüber hinaus sucht Tuszik auch den Dialog mit Politik und Verwaltung, „um bei großen Transformationsprojekten wie intelligente Städte und Regionen sowie Gesundheitswesen und Versorgungsnetze einen Beitrag zu leisten“. Man wolle auch „Fach- und Führungskräfte unterstützen, in Sicherheitsfragen bessere Entscheidungen treffen zu können." Dazu werde ein „Kompetenzzentrum IT-Sicherheit" gegründet, um ein Netzwerk aus Kunden, Partnern, Forschungseinrichtungen und Start-ups aufzubauen, das konkrete Fragestellungen der IT-Sicherheit untersucht und in angemessener Zeit technische Lösungen entwickelt.

Forschungsinitiative geplant

Geplant ist last not least eine Forschungsinitiative, die die rechtlichen Anforderungen in Deutschland in eine Software-Architektur für Cloud-Angebote übersetzt. Ziel ist eine skalierbare Technologie, die automatisch die Anforderungen hinsichtlich Datenschutz erfüllt, aber dennoch alle Vorteile der Cloud bietet.

Cisco wird sich nicht nur auf die Ausbildung junger Menschen konzentrieren, sondern auch auf die Weiterbildung für Berufstätige. Der Fokus liegt dabei auf der Vermittlung von digitalen Kompetenzen für Nicht-IT-Berufe in kleinen und mittleren Unternehmen, also IT-Kenntnisse beispielsweise für Installateure (Smart Home), Pflegekräfte (Smart Health) oder Elektriker (Smart Grid). Außerdem soll eine Lern- und Kollaborationsplattform entwickelt werden, auf der die nötigen Fähigkeiten erlernt werden können.

Networking Academy wird ausgebaut

Darüber hinaus wird die Networking Academy ausgebaut, die Bildungsträgern wie beispielsweise Berufsschulen  Lernmaterialien für Lehrer und Schüler zu IT-Themen kostenlos zur Verfügung stellt. Cisco plant, die jährliche Absolventenzahl in drei Jahren von 35.000 auf 80.000 zu steigern. Zentrales Element soll ein Lernmodul speziell für den deutschen Markt werden, das vor allem das Thema Internet of Things für Nicht-IT-Berufe abdeckt.

www.cisco.de

©2020Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok