Yuki Kusumi, der Anfang April angetretene CEO von Panasonic
Einschließlich der Rückzahlung ausstehender Schulden des Softwarehauses beläuft sich die zusätzliche Investition nach Firmenangaben auf insgesamt 7,1 Mrd. Dollar, so dass Panasonic insgesamt 8,5 Mrd. In Blue Yonder investiert. Eine Vereinbarung über den Kauf der restlichen Anteile an Blue Yonder wurde heute mit den bisherigen Aktionären New Mountain Capital und von Blackstone verwalteten Fonds getroffen. Erklärtes Ziel ist es, IoT/Edge- und KI/ML-Lösungen zu kombinieren, um neue Cloud-Funktionen bereitzustellen und eine nachhaltigere Welt zu schaffen
„Der Bedarf an intelligenteren, autonomen und Edge-aware Supply Chains hat sich durch die Covid-19 Pandemie, den Aufstieg des E-Commerce und die Verbreitung von Daten dramatisch erhöht“, heißt es zur Begründung der Akquisition in einer Pressemitteilung. Diese Akquisition stärke das Portfolio und beschleunige den Weg zur autonomen Supply Chain, die Kunden in die Lage versetzt, ihre Lieferketten mit der kombinierten Leistung von KI/ML und IoT- und Edge-Geräten zu optimieren. Und weiter heißt es: „Durch die Vereinheitlichung von Angebots-, Nachfrage- und Handelslösungen mit IoT- und Edge-Technologien können Unternehmen prädiktive Geschäftseinblicke besser nutzen, um ihre Abläufe in Echtzeit zu steuern.“
Letztlich geht es um die Kombination der Stärken von Panasonic in den Bereichen Industrietechnik, IoT und Edge-Technologien mit den Supply-Chain- und Commerce-Lösungen von Blue Yonder, die aus diversen Übernahme stammen. Gemeinsam will man die Kunden mehr Automatisierung und umsetzbare Echtzeit-Geschäftseinblicke bieten, um die Verschwendung zu reduzieren, Abläufe zu verbessern und gleichzeitig eine nachhaltigere Welt schaffen.
Blue Yonder mit Sitz in Scottsdale in Arizona ist seit 2020 der Name des amerikanischen Softwarehauses JDA, das im Jahr 2018 die 150 Mitarbeiter starke Karlsruher Software-Schmiede Blue Yonder übernommen hatte. Die Firmengeschichte ist seit der Gründung 1985 durch zahlreiche weitere Akquisitionen geprägt, beispielsweise von Red Prairie im Jahr 2012 oder von i2 Technologies im Jahr 2010. Spezialisiert auf Supply Chain und E-Commerce, bietet Blue Yonder heute eine KI/ML-getriebene End-to-End-Plattform, die als „intelligentes System“ für seine weltweit tätige Kunden aus Handel, Produktion und Logistik dient. Seine Cloud-Plattform Luminate verwaltet alle Knotenpunkte der Lieferkette mit Funktionen für Planung, Ausführung und Handel auf einer einheitlichen Plattform.
Diese Akquisition soll auch Panasonics eigene digitale Transformation und den kundenzentrierten Fokus stärken. Am 1. April 2022 wird der Konzern zu einem Holding-System übergehen, das die Management-Ressourcen auf strategische Geschäfte in Schlüsselbereichen wie Supply-Chain-Innovation und Automatisierung konzentriert. Yasuyuki Higuchi ist der CEO der Panasonic Connected Solutions Company (die am 1. April 2022 in Panasonic Connect Co., Ltd. umbenannt wird), die dieses Geschäftsfeld leitet. Girish Rishi, CEO von Blue Yonder, und das erweiterte Führungsteam werden sich der neuen Organisation anschließen. Die Marke Blue Yonder wird beibehalten und das Geschäft unter dem Dach von Panasonic Connected geführt.
Die Transaktion wurde von den Boards of Directors von Panasonic und Blue Yonder genehmigt. Der Abschluss der Transaktion ist für die zweite Hälfte des laufenden Geschäftsjahres geplant und steht unter dem Vorbehalt der üblichen behördlichen Genehmigungen.
Bildquelle: Panasonic