Bregal Unternehmerkapital kauft ERP-Softwarehaus

Iptors neue Eigentümer

Iptor, ein im AS/400-Markt unter dem Namen IBS groß gewordener Anbieter von Software für Warenwirtschaft und Supply-Chain-Management, schlug zum Jahreswechsel ein neues Kapitel in der wechselvollen Geschichte auf. Das Softwarehaus wurde von der Münchener Bregal Unternehmerkapital GmbH übernommen, einem Teil der Cofra Holding der Familie Brenninkmeyer (C&A).

Jayne Archbold (CEO) und Christopher Catterfeld (Chief Marketing & Product Officer) bei Iptor

Die Köpfe hinter dem Management-Buyout bei Iptor: Jayne Archbold (CEO) und Christopher Catterfeld (Chief Marketing & Product Officer).

Nach Firmenangaben beteiligt sich Bregal an einem Management-Buyout durch Iptor-CEO Jayne Archbold und Chief-Marketing- und Product-Officer Christopher Catterfeld. Diese erneute Übernahme folgt auf die Übernahme durch Deccan Value Advisors im Jahr 2008, den Einstieg der Investmentgesellschaft Symphony Technologies im Juni 2011 oder den Kauf durch Marlin Equity Partners im Jahr 2015. Dabei war der 1978 gegründete ERP-Hersteller IBS, 2016 in Iptor umbenannt, bis 2002 auf solidem Wachstumskurs; doch dann begannen die Probleme mit dem Ausscheiden von Firmengründer und CEO Staffan Ahlberg.

Iptor wurde allerdings in den letzten drei Jahren unter der Leitung von Archbold und Catterfeld restrukturiert. Das neue Branding unter dem Namen Iptor und die Neupositionierung des Geschäfts hätten außergewöhnliche Fortschritte gebracht, heißt es in der Pressemitteilung zum Einstieg des neuen Investors. Das Produktportfolio sei durch den erfolgreichen Start der Aperīo-Plattform verändert worden. Daneben habe die Umstellung der Software-Architektur auf Mikroservices erhebliche Marktchancen in fokussierten Branchen mit hohem Transaktionsvolumen eröffnet.

Dies hat nach Firmenangaben bereits im Geschäftsjahr 2018 zu einem Anstieg der Lizenz- und Abonnementzahlen um mehr als 150 Prozent geführt, was durch eine hervorragende Dynamik im Cloud-Geschäft unterstützt worden sei. Zu Ende des Geschäftsjahres 2019 meldete Iptor im Rahmen seiner strategischen Partnerschaft mit IBM, das fast 200 Kunden in der Power Cloud unterwegs seien. Insgesamt ist die Rede von 1.250 Kunden mit 4.000 Installationen in mehr als 40 Ländern, die von rund 300 Mitarbeitern betreut werden. In Deutschland ist der Software-Anbieter seit 1992 vertreten – über eine Niederlassung in Hamburg.

Die Zahl der Kunden stagniert seit einigen Jahren – zuvor war sie kontinuierlich geschrumpft, von über 5.000 Kunden zur Hochzeit des Unternehmens kurz nach der Jahrtausendwende. Zu Umsatz und Gewinn (oder Verlust) machen die Schweden schon lange keine Angaben mehr, geben sich jetzt aber optimistisch. „Mit dem Geschäft in guter Verfassung ist die Bühne für die nächste Wachstumsphase bereitet“, heißt es in der Presseinformation. „Die Investition von Bregal Unternehmerkapital ermöglicht es Iptor, ein verstärktes strategisches Expansionsprogramm auf den Weg zu bringen, das sich auf den Ausbau seiner führenden Position in den Sektoren Technischer Großhandel, Pharma und Verlagswesen sowie auf die Erweiterung seiner geografischen Präsenz und die Verfolgung von Akquisitionen konzentriert.“

Die Investitionstätigkeit von Bregal Unternehmerkapital sieht langfristige Engagements vor, unabhängig von den Entwicklungen auf den Finanzmärkten. Dazu werden an Unternehmen mit starken Managementteams, die in ihrem Segment als Marktführer oder „Hidden Champions“ gelten, Minderheits- und Mehrheitsbeteiligungen erworben. Bregal Unternehmerkapital ist in der Lage, sowohl komplexe Branchenausgründungen oder Management-Buy-outs und Nachfolgesituationen zu unterstützen.

Bildquelle: Iptor

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