Aktuell sind die Verfügbarkeitsdaten von mehr als der Hälfte der IT-Freelancer in den Pools bekannt (50,7 Prozent); im Frühjahr 2017 waren es erst 40,3 Prozent. Das zeigt die aktuelle Lünendonk-Studie 2018 „Rekrutierung, Vermittlung und Steuerung von IT-Freelancern in Deutschland“, die in Zusammenarbeit mit den Personaldienstleistern Allgeier Experts, Hays, Modis, Questax und Future Consulting durchgeführt wurde und 1.750 Euro zzgl. Umsatzsteuer kostet.
Besonders aktiv sind IT-Freelancer im Alter von 40 bis 49 Jahren. Diese Altersgruppe ist mit 39,1 Prozent nicht nur die größte in den Pools der führenden Anbieter. Mit einem Anteil von 42,5 Prozent an den aktiven IT-Freelancern, mit denen die Anbieter aktuell zusammenarbeiten, sind sie auch besonders engagiert. Ebenfalls überproportional aktiv sind die 30- bis 39-Jährigen. In den Kandidatenpools liegt ihr Anteil bei 26,7 Prozent, unter den aktiven IT-Freelancern ist er mit 30,1 Prozent deutlich höher.
Arbeit in der digitalen Welt
Seit April 2017 gilt das Gesetz zur Änderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes und anderer Gesetze. „Es ist dringend an der Zeit, dass die Öffentlichkeit die IT-Freelancer als ein Vorbild für die Arbeit in der digitalen Zukunft erkennt“, sagt Hartmut Lüerßen, Partner von Lünendonk & Hossenfelder. „Diese Experten gestalten die digitale Zukunft, verdienen gutes Geld mit ihrer Selbstständigkeit und machen die Wirtschaft flexibler.“ Addiere man die Marktvolumina 2017 im Bereich Personaldienstleistungen (34,5 Mrd. Euro), IT-Freelancer (11,1 Mrd. Euro) und Engineering (>9 Mrd. Euro), ergebe sich ein Gesamtvolumen von mehr als 50 Mrd. Euro, das die deutsche Wirtschaft für mehr Flexibilität des Workforce Managements und in der Umsetzung von Projekten ausgibt.
Lüerßen rechnet noch das Marktvolumen für IT-Beratung und IT-Services in Deutschland hinzu und kommt damit auf ein Volumen von mehr als 93 Mrd. Euro. „Umso herausfordernder ist es aus der Marktperspektive betrachtet, wenn Gesetze erlassen werden, die den Einsatz von Experten de facto erschweren“, analysiert Lüerßen. Der Flexibilitätsbedarf sei strukturell hoch.
Veränderungen im Leistungsspektrum
Nachdem seit 2014 ein Trend zu höheren Umsatzanteilen von Arbeitnehmerüberlassung und dem Geschäft der „Managed Services Provider“ (MSP) zu beobachten war, zeigt sich laut Lüerßen in der aktuellen Untersuchung ein etwas uneinheitliches Bild. So sei z.B. der mit der Rekrutierung, Vermittlung und Steuerung freiberuflicher IT-Experten im Jahr 2017 erzielte Umsatzanteil um 0,4 Prozentpunkte auf 67,4 Prozent leicht angestiegen, während der Anteil der Arbeitnehmerüberlassung von durchschnittlich 10,1 Prozent auf 9,5 Prozent zurückging. Der mit MSP-Leistungen erzielte Umsatzanteil blieb nahezu konstant bei 12,3 Prozent (-0,1 Prozentpunkte).
„Es spricht vieles dafür, dass die Umsatzanteile mit IT-Freelancern auch deshalb angestiegen sind, weil die Zahl der IT-Experten für Einsätze auf Basis von Arbeitnehmerüberlassung vergleichsweise klein ist. Die Nachfrage für beide Vertragsformen ist hoch“, konstatiert Lüerßen.
Bildquelle: Thinkstock / iPhoto, Lünendonk