Neue Lagersoftware optimiert Logistik für Textilmaschinen

Itema-Group modernisiert Lagerprozesse

Die Itema-Group, der weltgrößte Hersteller von Textilmaschinen, suchte zur Modernisierung ihres Logistikzentrums am Schweizer Standort Zuchwil neue Systeme für die Steuerung der manuellen und automatischen Prozesse. Für den weltweiten Ersatzteilservice und die Versorgung der Produktion lieferte Ehrhardt + Partner (E+P) als Generalunternehmer sein Lagerführungssystem LFS.wms, einen Materialflussrechner sowie eine neue SPS-Steuerung. Aufgrund des erfolgreichen Projektverlaufs sind bereits weitere Modernisierungen angedacht – darunter auch der Umstieg auf die LFS-Version 8.

Der manuelle Lagerbereich ist über eine Fördertechnik mit dem Kleinteile- und dem Palettenlager verbunden.

In mehr als 100 Ländern sorgt das Traditionsunternehmen Itema mit einem schnellen und zuverlässigen Service für die maximale Produktionsfähigkeit seiner Anlagen. Mehr als 300.000 Webmaschinen von Itema sind weltweit im Einsatz; sie produzieren hochwertige Modestoffe, Massenware und Industriegewebe. Seit der Übernahme der Sulzer Rüti AG ist das Unternehmen der einzige Hersteller, der mit Greifer-, Luft- und Projektilwebmaschinen die drei führenden Eintragstechnologien für das Weben von Textilien anbietet.

Vor allem die Projektilwebmaschinensparte ist für ihren hervorragenden Ersatzteilservice bekannt. Itema bevorratet Ersatzteile für bis zu 30 Jahre alte Maschinen – 95 Prozent aller Teile hat das Unternehmen durchgängig auf Lager.

100.000 Teile immer auf Lager

 

Für diesen Service sowie die Belieferung der eigenen Montagewerke unterhält Itema in Zuchwil ein modernes Logistikzentrum. Es besteht aus einem automatischen Kleinteilelager (AKL), einem Hochregalpalettenlager sowie einem Handlager für Kleinteile. Der konventionelle Lagerbereich ist über eine automatische Fördertechnik mit dem AKL sowie dem Hochregalpalettenlager verbunden. Rund 56.000 verschiedene Artikel und insgesamt 100.000 Teile werden dort bevorratet; die Auftragszusammenführung erfolgt auf einer Sorteranlage mit 40 Bahnhöfen.

Zur weiteren Modernisierung seiner Lagerprozesse suchte Itema eine neue Lagerverwaltungssoftware, die die teilweise selbst programmierten Systeme ablösen sollte. „Aufgrund der Vielzahl von eingesetzter Lagertechnik brauchten wir verschiedene Softwarelösungen, die effizient zusammen spielen“, erklärt Urs Kienast, Verantwortlicher für das Lagersystem bei Itema. Davon erhoffte man sich eine Verbesserung der Systemsicherheit. Die Umstellung auf MDE-Kommissionierung in den manuellen sowie den Langteilelagern sollte darüber hinaus die Effizienz bei der Auftragskonsolidierung deutlich steigern.

Unterschiedliche Anforderungen an die Logistik

Die Einführung der neuen Systeme von E+P erfolgte im laufenden Betrieb. Um sowohl die Anforderungen der Produktion als auch die des Ersatzteildienstes zu erfüllen, verfügt LFS.wms über zwei verschiedene Schnittstellen zum vorhandenen ERP-System.

Das Lagerführungssystem koordiniert die Warenzusammenführung für die Produktion und für die weltweiten Ersatzteilbestellungen der Kunden getrennt. Am Standort Zuchwil beliefert Itema seine Produktion just in sequence: Die Auftragszusammenstellung im Lager orientiert sich am Fertigungstakt in der Produktion. Alle Bauteile werden in der korrekten Reihenfolge und Menge zur richtigen Zeit an einen ganz bestimmten Produktionsplatz geliefert. Bei den Lagerprozessen für den weltweiten Ersatzteildienst ist die Geschwindigkeit entscheidend. LFS.wms steuert die Auftragskonsolidierung so, dass alle Ersatzteile innerhalb Europas in 24 Stunden geliefert werden können. Weltweit garantiert Itema eine Lieferzeit von 48 Stunden.

LFS steuert die Lagerauslastung

Gleichzeitig mit der Einführung von LFS.wms stellte Itema auch seine Kommissionierstrategie um. In den manuellen Lagern löste MDE die belegorientierte Kommissionierung ab. Bis zu 20.000 Positionen arbeitet Itema jeden Monat allein für den Ersatzteildienst ab, rund 4.000 picken die Mitarbeiter jeden Monat für die Belieferung der eigenen Montage. Hinzu kommen etwa 4.000 Einlagerungen jeden Monat.

„Durch den Einsatz von MDE wurden die Mitarbeiter deutlich entlastet“, erklärt Lagerleiter Daniel Barrer. „Die Kommissioniergeschwindigkeit hat sich erhöht und die Fehlerrate ist gesunken.“ Neben der Kommissionierung steuert LFS auch die Auftragszusammenführung auf der Sorteranlage mit ihren 40 Bahnhöfen. LFS.wms ordnet jedem Auftrag einzeln eine Sorterbahn zu. Je mehr Bahnen freigeschaltet sind, desto mehr Aufträge werden parallel konsolidiert. So lässt sich über den Lagerleitstand beispielsweise die Mitarbeiter- und Lagerauslastung steuern. Der manuelle Lagerbereich ist über eine Fördertechnik mit dem Kleinteile- und dem Palettenlager verbunden.

Nach der Modernisierung des Logistikzentrums wurde der Ersatzteildienst der gesamten Itema-Group nach Zuchwil verlegt. So hat das Projekt dazu beigetragen, die Konkurrenzfähigkeit des Standorts Schweiz zu erhalten. LFS.wms sorgt für eine schnellere Durchlaufzeit von nur 3,5 Stunden. Die Sortersteuerung verbessert zudem die Auftragszusammenführung aus den verschiedenen Lagerbereichen. Rund 800.000 Picks werden pro Jahr in Zuchwil durchgeführt. Das sind bis zu 5.000 Tonnen Ware.

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok