American Pacific Group erwirbt Fresche Solutions

Kapitalspritze für Modernisierer

Das Private-Equity-Unternehmen American Pacific Group (APG) hat Mitte Dezember gemeinsam mit Northstar Capital das kanadische Softwarehaus Fresche Solutions übernommen. In die Due Diligence involviert war ein Team um den erfahrenen Software-Manager Stephen Woodard, der jetzt als Präsident und CEO des Anbieters von Lösungen für die digitale Transformation und IT-Modernisierung fungiert. Angaben zum Kaufpreis gibt es nicht.

  • Stephen Woodard (rechts), jetzt neuer Präsident und CEO von Fresche Solutions, nach der Übernahme von Quadrant im Jahr 2016 an der Seite des Firmengründers Andy Kulakowski.

  • Fraser Preston, Gründer der American Pacific Group, will Fresche dabei unterstützen, die Unternehmenskunden in aller Welt auf dem Weg in die Cloud-basierte Zukunft weiter voranzubringen.

Fresche, ein in Montreal beheimatetes Unternehmen, bietet Software und Services für die Modernisierung und Transformation von IBM-i-Anwendungen an. Gegründet im Jahr 1976 unter dem Namen Speedware, waren die Kanadier zunächst Spezialisten für die Modernisierung HP3000-Systemen. Erst im März 2012 wurde das heutige Unternehmen vom langjährigen COO und CEO Andy Kulakowski durch die Fusion mehrerer Firmen noch unter dem Namen Fresche Legacy gebildet. Dabei wechselte auch der Fokus von der HP3000 auf die Plattform IBM i.

Im Laufe der folgenden Jahre wurde Fresche Solutions durch mehrere beträchtliche, immer größer werdende Finanzspritzen (zuletzt 60 Mio. Dollar), die sowohl für organisches Wachstum als auch für Akquisitionen genutzt wurden. Im September 2013 wurde das britische Softwarehaus Databorough mit Blick auf Code- und Datenbankmodernisierung gekauft, im September 2014 die neuseeländische Firma Looksoftware, um Tools für die Anwendungsentwicklung hinzuzufügen, und im Juni 2016 die Quadrant Group, um einen sehr großen IBM-i-Tool-Stack zu schaffen.

Mit dieser Übernahme kam auch Quadrant-CEO Woodard ins Unternehmen, der dann als Finanzvorstand in der neugeschaffenen Position des Chief Revenue Officers die Zusammenführung der beiden Unternehmen leitete. Im Februar 2017 wechselte er dann als CEO zum britischen Netzwerkmanagement-Spezialisten Entuity – und fädelte dessen Verkauf an Park Place Technologies ein. Jetzt half Woodard, den Verkauf von Fresche an APG zu realisieren, wobei der Abschied von den mehreren Eigentümern das Management des Unternehmens vereinfachen dürfte.

Heute ist Fresche als privates Unternehmen, das nur wenig über den Gang der Geschäfte publiziert, gilt aber als eines der vier großen Softwarehäuser auf dem Markt für IBM-i-Tools – neben Helpsystems, Precisely (ehemals Syncsort / Vision Solutions) und Rocket Software. Soviel ist bekannt: Weltweit sind über 400 Mitarbeiter beschäftigt, die gemeinsam mit mehr als 200 Partnern rund 22.000 Unternehmenskunden bedienen. In der Pressemitteilung wird mit der Übernahme bereits „die nächste Wachstumsstufe“ angekündigt. Insbesondere werde APG dazu beitragen, das Angebot von Fresche zu erweitern, um den Kunden zu ermöglichen, Anwendungen zu modernisieren und den Weg in eine Cloud-basierte Zukunft zu ebnen.

Die Transaktion wurde von allen bisherigen Fresche-Aktionären ermöglicht. Das Unternehmen soll weiterhin von seinem Hauptsitz in Montreal aus operieren und ein bedeutender Arbeitgeber in der Region Quebec bleiben. Bei allen Bemühungen will der neue Präsident und CEO Stephen Woodard „auch weiterhin seine Kunden an die erste Stelle setzen – mit dem Bestreben, den besten Support und innovative Lösungen anzubieten. Es gibt ein riesiges Potenzial auf globaler Ebene, da Organisationen offensiv versuchen, ihre Anwendungen zu modernisieren und sich auf das kommende digitale Zeitalter vorzubereiten“. Dabei will Woodard mit seinen Mitarbeitern und ihrem Fachwissen, mit Technologien und den engen Beziehungen zu strategischen Partnern wie IBM helfen – und Fresche an der Spitze dieser Innovationswelle führen.

Der im Sommer 2019 angetretene Präsident und CEO von Fresche, Daniel Crépeau, wird zunächst im Unternehmen bleiben, um den Übergang zu unterstützen. Zu den weiteren wichtigen Führungskräften, die mit Woodard zu Fresche zurückkehren, gehören der ehemalige Finanzvorstand Nick Cristiano, der in seine Rolle als CFO zurückkehrt, sowie John Clark, der die neue Position des CTO besetzen wird. Beide Führungskräfte bringen umfangreiche Kenntnisse des IBM-i-Marktes, aber auch Vertrautheit mit der Fresche Organisation mit.

Fraser Preston, Gründer der American Pacific Group, sieht ein „riesiges Potenzial“ für sein Investment. Fresche habe „ein großartiges Technologie- und Serviceangebot aufgebaut“ und könne die digitale Transformation vorantreiben. Man werde Fresche dabei unterstützen, die Unternehmenskunden in aller Welt auf dem Weg in die Cloud-basierte Zukunft weiter voranzubringen.

Bildquelle: APG, Fresche Solutions

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