Neue Studie „State of the Supply Side 2022“

Kaum Automation im B2B-Handel

Die meisten Zulieferer sind sich der hohen Bedeutung von Automatisierung bewusst, haben jedoch noch nicht mit der Umsetzung begonnen. Dies geht aus dem neuen Report „State of the Supply Side 2022“ des weltweit aktiven Source-to-Pay-Anbieters Jaggaer Austria GmbH hervor. Hier gaben nur neun Prozent der befragten Lieferanten an, den gesamten B2B-Handel bereits vollständig automatisiert zu haben.

Georg Rösch, Vice President Direct Procurement Strategy bei Jaggaer, will auf der Zuliefererseite die Lücken bei der Automation der Beschaffung schließen.

Als wichtigste zu automatisierende Prozesse benannten die Lieferanten zu 43 Prozent die Beantwortung von Angebotsanfragen (Request-for-Proposals) sowie die Erfassung und Verwaltung von Rechnungen. Entgegen der Erwartung schreitet die Transformation dieser Bereiche jedoch nur langsam voran: 89 Prozent der Zulieferer geben an, dass sie ersteren Prozess bislang nicht oder nur teilweise automatisiert haben, während dies bei 84 Prozent auch im Rechnungsmanagement der Fall ist.

Störungen in der Lieferkette treffen die Lieferanten schnell und hart. So geben 73 Prozent der Zulieferer an, dass Engpässe ihr Geschäft stark oder sehr stark beeinträchtigen. Weitere Herausforderungen stellen derweil die Inflation (69 Prozent), der Arbeitskräftemangel (62 Prozent), die angespannten Produktionskapazitäten (53 Prozent) sowie geopolitische Risiken (50 Prozent) dar.

Die Mehrheit der Zulieferer hinkt in Sachen Automatisierung hinterher, ergab die Studie. Zu den größten damit einhergehenden Schwierigkeiten gehören die gleichzeitige Verwaltung mehrerer Lieferantenplattformen (65 Prozent) sowie manuelle Prozesse und die Kommunikation mit den Einkäufern (39 Prozent).

Die betrieblichen Herausforderungen im Backend-Betrieb behindern die Lieferanten stark. Sie sind sich aber bewusst, dass sie mit den richtigen Technologien und mehr Zeit ihre strategischen Ziele vorantreiben könnten, was für 74 Prozent den Ausbau des Geschäfts, für 72 Prozent die Stärkung von Kundenbeziehungen sowie für 59 Prozent Rentabilitätssteigerungen und Kostensenkungen bedeutet.

Als die drei vielversprechendsten Entwicklungen zur Verbesserung des Handelserlebnisses benennen Lieferanten eine zentrale Plattform, die Zugang zu einer Vielzahl an Einkäufern bietet (59 Prozent), Daten, die zeigen, wie sie im Vergleich zum Wettbewerb abschneiden (57 Prozent) und automatisierte Workflows zur Verbesserung der Zusammenarbeit (48 Prozent).

„Eine echte Supply-Chain-Transformation erfordert eine vollständig digitalisierte und reibungslose Commerce-Erfahrung – sowohl für den Einkäufer als auch die Lieferanten“, sagt Georg Rösch, Vice President Direct Procurement Strategy bei Jaggaer Austria, 2017 entstanden aus der Fusion von Jaggaer und Pool4Tool. „Die Lücken auf der Zuliefererseite zu schließen, wird entscheidend sein, um die Widerstandsfähigkeit zu stärken, die Geschwindigkeit zu erhöhen sowie die Kosten auf beiden Seiten zu senken.“

Als unabhängiges Source-to-Pay-Unternehmen mit mehr als 1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Niederlassungen in Nord- und Südamerika, APAC und EMEA bietet Jaggaer SaaS-basierte Beschaffungslösungen für den gesamten Source-to-Settle-Prozess, einschließlich Spend-, Category- und Lieferantenmanagement sowie Sourcing, eProcurement, Rechnungsabwicklung, Vertrags-, Supply-Chain- und Bestandsmanagement. Diese Kernprozesse des Einkaufs sind alle auf einer einzigen Plattform angesiedelt. Darüber wurden nach Firmenangaben 2021 Waren im Wert von über 450 Mrd. Euro gehandelt.

Bildquelle: Jaggaer / Martina Siebenhandl

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