Wie geht es weiter mit Zend und PHP auf IBM i?

Kein End of Life für PHP auf i

Das US-Softwarehaus Perforce hat im April offiziell verkündet, dass sein PHP-Framework Zend Basic für IBM i ab dem 30. Juni nicht mehr zusammen mit IBM i vertrieben wird – und dass Benutzer nur noch bis zum 30. Juni 2021 einjährigen kostenlosen technischen Support erhalten. Das wirft viele Fragen auf nach der Zukunft von PHP-basierten Open-Source-Anwendungen auf der Midrange-Plattform. DV-Dialog gibt erste Antworten.

Bildquelle: Bookdragon / Pixabay

In der wenig überraschenden gemeinsamen Ankündigung von IBM und Perforce heißt es: „Mit Wirkung vom 30. Juni 2021 zieht Perforce die Basic-Lizenz des Zend-Servers für IBM i zurück, so dass die Lizenz ausläuft. Alle Basic-Lizenzen laufen am 30. Juni 2021 ab. Sie können jedoch weiterhin den Zend-Server für die IBM-i-Plattform erhalten, indem Sie Lizenzen direkt von Zend erwerben.“

PHP als Open-Source-Motor

Dazu muss man wissen: Bereits seit 2006 arbeiten Zend und IBM zusammen daran, die PHP-Entwicklungs- und -Produktionsumgebung für die Plattform IBM i bereitzustellen. Außerdem liefert IBM diese PHP-Umgebung mit jeder Kopie von IBM i aus. Kunden mit aktivem Support für Zend Server@IBM i haben Anspruch auf ein kostenloses Upgrade auf das neueste Release. Neukunden können es mit einem bis zu 24x7x365-Support direkt über Zend erwerben, sich aber auch für die kostenlose Zend Server Community Edition für IBM i registrieren, mit einem einfachen Support im ersten Jahr. Nutzer, die ihre Software von IBM erhalten, registrieren sich dann über die Zend-Website, um dieses Support-Angebot zu erhalten.

Mit Zend Server für IBM i, den es auch weiterhin in kostenpflichtigen Varianten geben wird, lassen sich Webapplikationen und Webservices entwickeln, betreiben und verwalten. Basis ist ein PHP-Stack, der Applikations-Betrieb, proaktive Überwachung, Code-Tracing mit Ursachenanalyse kombiniert mit Caching und anderen Funktionen zur Performance-Optimierung, Job-Queuing sowie einer zertifizierten PHP-Laufzeitumgebung. Dazu kommen ein Applikations-Framework sowie die Integration mit der PHP-Entwicklungsumgebung Zend Studio.

Zend Server Basic ab 2021 Vergangenheit

Die kostenlose PHP-Laufzeitumgebung Zend Server Basic, die von Tausenden von IBM-i-Shops verwendet wird, wird es ab Juli 2021 nicht mehr geben, wohl aber die kostenpflichtige Version. Warum kann das nicht überraschen? Aus zwei Gründen: Einerseits entwickelt IBM auf Basis von Open Source immer mehr lukrative Geschäftsmodelle, u.a. auf Basis kostenpflichtiger Wartungs-, Support- und Service-Angebote. Andererseits gibt es die Firma Zend schon länger nicht mehr, denn sie wurde 2015 durch das Softwarehaus Rogue Wave übernommen, das nur noch wenig in die Community Edition des Frameworks investiert hatte. Als dann Anfang 2019 Perforce Software, ein 1995 in Minneapolis gegründeter US-Spezialist für Tools in der Software-Entwicklung, Rogue Wave übernahm, fragte DV-Dialog bereits: „Klärt sich die Zukunft des Zend-Frameworks?

Das ist nun – anderthalb Jahre später – geschehen. „Die ursprüngliche Einführung von PHP auf der IBM-i-Plattform war ein wichtiger Schritt, um in der IBM-i-Community in den Bereichen Modernisierung und Open-Source-Einführung an Bedeutung zu gewinnen", sagt Erwin Earley, Senior Solutions Consultant bei Zend - und selbst seit über 20 Jahren aktives Mitglied der IBM-i-Community. Zend sei führend bei PHP-Lösungen für die IBM-i-Plattform – und man freue sich darauf, „weiterhin eng mit IBM zusammenzuarbeiten, um die IBM-i-Community bei der Erreichung aktueller und langfristiger Ziele zu unterstützen".

Ergänzende Open-Source-Angebote

Außerdem können IBM-i-Benutzer auch die Perforce-Tochter Open Logic kontaktieren, um ergänzende Open-Source-Angebote zu erhalten, darunter Support für Open-Source-Technologien wie Kafka und ActiveMQ, einen Innovationsleitfaden für Entwurf, Einsatz, Verwaltung und Skalierung von Open-Source-Lösungen, die mit IBM i zusammenarbeiten oder Migrationsdienste einschließlich Hilfe bei der Umstellung von Oracle JDK auf OpenJDK.

IBM setzt die Zusammenarbeit bei Zend mit Perforce fort, auch um neue Lösungen auf die IBM-i-Plattform zu bringen. Durch die direkte Einbindung von Zend können IBM-i-Benutzer die Vorteile weiterhin nutzen:

Die IBM-i-Community sei auch weiterhin ein strategischer Schwerpunkt von Zend by Perforce, heißt es in der Pressemitteilung. Wer Zend Server Basic nutzt, muss aber nicht auf den kostenpflichtigen Support zurückgreifen, sondern kann auch auf die Community-PHP-Edition umstellen, die als RPM erhältlich ist. PHP-Frameworks wie Laravel und Zend Framework (als Open-Source-Edition nach dem Wechsel zur Linux Foundation im April 2019 Laminas genannt) sollen auch damit funktionieren – und Experten wie Alan Seiden stehen für die Umstellung mit Rat und Tat zur Seite. Die Seiden-Gruppe hat erst kürzlich angekündigt, dass sie anbietet, IBM-i-Shops von Zends Basic-Distribution auf Community-PHP zu migrieren. Laminas beispielsweise verfügt auch über einen Adapter zu db2 auf IBM i und unterstützt den von IBM für PHP bereitgestellten Treiber.

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