SAP will sich komplett von Steeb trennen

Kein Rückzug aus dem Mittelstand

Bis zum Jahresende will SAP alle Anteile an Steeb komplett an All for One AG verkaufen und auch nicht als Minderheitsaktionär bei diesem Systemhauspartner aus Filderstadt auftreten.

Lars Landwehrkamp, All for One Midmarket AG

Lars Landwehrkamp, Vorstandssprecher All for One Midmarket AG: „Allen Beteiligten ist förmlich anzumerken, wie sehr ihnen am Erfolg des Zusammenschlusses gelegen ist.“

Über die bisherigen Ergebnissen der laufenden Verhandlungen zum geplanten Verkauf der SAP-Tochter Steeb an die All for One AG gibt es nichts Neues zu vermelden, hieß es jetzt auf Anfrage von DV-Dialog unisono aus Abstatt und Filderstadt. Lars Landwehrkamp, Vorstandssprecher All for One Midmarket AG, hatte schon bei der Bekanntgabe der Verhandlungen erklärt: „Allen Beteiligten ist förmlich anzumerken, wie sehr ihnen am Erfolg des Zusammenschlusses gelegen ist.“

SAP hatte das AS/400-Haus Steeb vor zwanzig Jahren – zwei Jahre vor dem Launch von R/3 im Jahr 1993 – gekauft, um im Zielmarkt Mittelstand stärker Fuß zu fassen. Mitte 2004 war Steeb dann mit dem auf Finanzlösungen für den Mittelstand spezialisierten Softwarehaus DCW verschmolzen worden, das SAP 2003 von dem SAP-Mitbegründer Dr. Claus Wellenreuther erworben hatte.

Jetzt steht die Tochter wieder zum Verkauf, wohl weil sie zuletzt alles andere als wachstumsstark war und weil sie auch als Konkurrent der unabhängigen Systemhaus-Partner wie ein Störfaktor wirkte. Laut Michael Kleinemeier, Deutschland-Chef bei SAP, soll jedenfalls das „gesamte SAP-Ökosystem“ von dem geplanten Verkauf profitieren.

„Börsennotierte Unternehmen unterliegen besonders strengen Regularien“, begründet Dirk Sonntag, Pressesprecher der All for One Midmarket AG, gegenüber DV-Dialog die merkliche Zurückhaltung bei Berichten über den Fortschritt der Verhandlungen. „Der beabsichtigte Erwerb zielt auf die Übernahme aller Anteile an Steeb und soll das SAP-Geschäft im deutschen Mittelstand weiter stärken.“

Die Fragen speziell der DCW-Anwender kann er verstehen, verweist aber beruhigend auf die bis 1959 zurück reichenden Wurzeln und den Erfahrungen mit der Integration von Übernahmen. So ist die heutige All for One Midmarket AG selbst im Oktober 2008 aus der Zusammenführung der All for One Midmarket Solutions & Services GmbH und der AC-Service AG entstanden. AC-Service hat auch Nicht-SAP-Lösungen in das Unternehmen eingebracht, die nach wie vor weitergeführt werden.

Während All for One 1995 – noch unter dem Namen der 1978 gegründeten Unternehmensberatung Härle – als eines der ersten R/3-Systemhäuser zertifiziert wurde, liegen die Ursprünge von AC-Service in der Schweiz; dort hatte 1959 die Automobil und Motoren AG von Walter Haefner, der größte Automobilimporteur der Schweiz, ihre IT-Aktivitäten in die AC-Automation Center AG, Wettingen bei Zürich, ausgegliedert.

www.all-for-one.com

Bildquelle: All for One AG

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