Werner Haltner, Mitgründer und Chief Technical Officer bei Kendox: „One software, any device!“
Im Zentrum der Version 5.0 stehen der neue, durchgängig auf Microservices basierende Infoshare-Server sowie der komplett überarbeitete und vollständig in HTML5 implementierte mobile Web-Client. Während sich die Vorgängerversion 4 nur auf einem einzigen Server zentral betreiben ließ, erlaubt es die neue Architektur, einzelne Dienste auf verschiedene Server zu verteilen und dort zu betreiben. Im Zusammenspiel mit Load-Balancing-Konfigurationen lasse sich das Gesamtsystem daher de-facto unbegrenzt horizontal skalieren, erklärt Werner Haltner, Chief Technical Officer bei dem 2004 gegründeten Softwarehaus Kendox; so sei die Systemperformance auch unter sehr hoher Last sichergestellt.
Die mehrfache Implementierung zentraler Services erhöht zudem die Ausfallsicherheit des DMS-Systems nochmals massiv. Bei einem etwaigen Ausfall eines Servers werden die betroffenen Services automatisch von anderen Servern bereitgestellt, so dass die Verfügbarkeit der Lösung weiterhin gewährleistet bleibt.
Im Zuge der konsequenten Umstellung auf Microservices wurde auch die Architektur der Schnittstellen überarbeitet. Allen Kunden und Technologiepartnern stehen nun rund 300 Schnittstellen, mit denen sie Infoshare in eigene Anwendungen integrieren können, kostenfrei als Rest-API zur Verfügung. Die Rest-Schnittstellen schaffen zudem die Grundlage für Plattform-Unabhängigkeit. Unternehmen können nun Anwendungen erstellen, die sich völlig unabhängig vom zugrundeliegenden Betriebssystem mit Infoshare integrieren lassen.
„Einer der zentralen Antriebsfaktoren bei der Produktentwicklung war die Leitidee ‚one software, any device‘ – also eine Software, die auf allen Geräten eingesetzt werden kann, auch auf einem Smartphone“, erläutert Haltner die Grundidee bei der Weiterentwicklung der Standardsoftware. Auch der mobile Web-Client sei „durchgängig basierend auf der Rest-API“ entwickelt worden, vollständig in HTML5 und im „Responsive Design“ implementiert, also für die plattformübergreifende Verwendung auf jedem Web-fähigen Endgerät (auf iOS, Android, Mac, etc.) sowie auf herkömmlichen Windows-Arbeitsplätzen geeignet.
Anwenderunternehmen könnten so ihren Mitarbeitern und Geschäftspartnern einen sicheren, mobilen Zugriff auf geschäftsrelevante Dokumente bereitstellen sowie gleichzeitig die rechtskonforme Ablage aller Belege gewährleisten, sag Haltner. Mit der Unterstützung erweiterter Authentifizierungsverfahren und Compliance-Anforderungen sorge man für mehr Sicherheit.
Die bisherigen Client – der klassische Infoshare-Client (Windows Anwendung) sowie der Ria Web-Client (eine auf Microsoft Silverlight basierende Web-Anwendung) werden durch den neuen Client ersetzt. Um Unternehmen besser gerecht zu werden, die Infoshare im internationalen Kontext einsetzen, ist der mobile Web-Client in neun Sprachen verfügbar. Dazu gehören Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Niederländisch, Portugiesisch, Japanisch und Mandarin. Weitere Sprachen sind in Vorbereitung und können laut Haltner bei Bedarf kurzfristig bereitgestellt werden. Zu den Neuerungen auf funktionaler Ebene zählt er die intuitive „Drag & Drop“-Bedienung, dank der beliebige Dokumente sowie E-Mails und deren Attachments einfach über den Browser vom lokalen System in das DMS übertragen werden können. Über „Infoshare Local Access sei zudem eine Integration des Web-Clients in Windows-Programme wie Outlook und Office möglich. Damit können Dokumente aus Infoshare in der lokal installierten Anwendung geöffnet, bearbeitet und automatisch aus- bzw. wieder eingebucht werden.
Zusätzlich unterstützt der mobile Web-Client weitere Authentifizierungsverfahren. Neben der bisher schon verfügbaren Single-Sign-On-Anmeldung via Microsoft Active Directory werden nun auch die Autorisierungsstandards OAuth 2 bzw. OpenID Connect unterstützt. Damit lassen sich Single-Sign-On-Verfahren basierend auf Azure AD, Okta und anderen realisieren.
Zu den News beim mobilen Web-Clients gehören laut Haltner auch die vollständige Umsetzung der Anforderungen an Gesetzeskonformität gemäß „Grundsätze ordnungsmäßiger DV-gestützter Buchführungssysteme“ (GoBS) in Deutschland sowie der Geschäftsbücherverordnung (GeBüV) in der Schweiz (z.B. permanenter Löschungsschutz),sowie ein anonymisiertes Statistikmodul für regelmäßige Auswertungen. Ausgebaut wurden auch die Möglichkeiten der Eingangsrechnungsverarbeitung. Standards wie Zugferd, Xrechnung sowie auch die in Italien üblichen E-Invoice/XML-Rechnungen gemäß FatturaPA werden nun unterstützt.
Aktuell steht Infoshare 5.0 bereits für ausgewählte Beta-Kunden zur Verfügung; der offizielle Marktstart ist für Anfang 2021 vorgesehen. Kunden, die mit der Version 4 arbeiten, sollen sowohl vom Hersteller als auch von den Vertriebs- und Servicepartnern bei der Umstellung unterstützt werden. Support und Wartung für die Version 4 wird noch bis mindestens Ende 2023 versprochen.
Bildquelle: Kendox