Unser Autor Stephan Romeder ist Vice President Global Business Development bei Magic Software.
Der Großteil mittelständischer Unternehmen in Deutschland setzt unverändert auf die bewährte Serverplattform IBM i (AS/400 ). Die integrierte Kombination aus Server, Betriebssystem und Anwendungspool läuft als leistungsfähiges und äußerst zuverlässiges Arbeitswerkzeug in den Unternehmen und ist vielerorts bis zum heutigen Tag unentbehrlich.
Betriebe und ihre IT-Abteilungen kämpfen aber immer stärker damit, steigende interne und externe Herausforderungen mit den historisch gewachsenen Alt--Systemen zu meistern, die Anwendungen fit zu halten und weiterzu-entwickeln. Neue und veränderte gesetzliche und regulatorische Vorgaben wie etwa das Lieferkettengesetz erschweren Prozesse. Weltweite Krisen wie Corona oder der Ukraine-Krieg mit ihren Auswirkungen Rohstoffverknappung, steigende Energiekosten, gestörte Lieferketten und verändertes Kaufverhalten erfordern schnelles, agiles Handeln im Mittelstand.
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Interne Fachbereiche fordern immer mehr Leistung und Integration, Cobol- und RPG-Entwickler fehlen an jeder Ecke und der wachsende IT-Fachkräftemangel führt zu nicht realisierbaren Projekten bzw. zu langen und kostspieligen Entwicklungszeiten. Die Summe dieser Herausforderungen ist gewaltig – und die Konsequenzen einer versäumten IT-Modernisierung risikoreich.
Kernprozesse basieren in mittelständischen Betrieben häufig auf IBM-i-Applikationen. Warenwirtschaft, Produktdaten-Management (PDM), Kalkulation, Adressverwaltung, Wettbewerbsbeobachtung und Marketingstatistik sind vielerorts in den Programmiersprachen RPG oder Cobol entwickelt. Was häufig fehlt, ist die Anbindung an moderne Technologien und Digitalisierungsplattformen.
Dauerhaft kommen Unternehmen um eine Modernisierung der sogenannten „Legacy“-Anwendungen wie IBM i also nicht herum. Doch welche Möglichkeiten gibt es hier? Lassen sich mit kernsanierten Legacy-Anwendungen dauerhaft zukunftssichere Lösungen abbilden? Oder erfüllen neuentwickelte Anwendungen langfristig die Anforderungen eines betrieblichen Ablaufs nachhaltiger und gezielter?
Fest steht: Für Modernisierung, digitale Transformation und Prozessanpassungen ist mehr erforderlich als nur IT-Tools. Neben der Wahl einer geeigneten Technologie und Plattform ist es notwendig, ein ganzheitliches Projekt mit definierten Etappenzielen aufzusetzen. Modernisierte Legacy-Anwendungen bilden dabei eine wichtige Grundlage für die nächsten digitalen Schritte wie der dynamischen Anpassung von Geschäftsprozessen. Mit einer schrittweisen Modernisierung im laufenden Betrieb lassen sich Alt-Systeme und neue Technologien in hybriden Cloud-Umgebungen integrieren. Bei der Wahl des richtigen Weges zu einer investitions-sicheren Anwendungsmodernisierung gibt es verschiedene Optionen:
Durch die „Kernsanierung“ oder Erweiterung historisch gewachsener IBM-i-Applikationen lassen sich IT-Projekte schneller abschließen als bei einer kompletten Neuentwicklung. Im Rahmen einer behutsamen Kernsanierung der Legacy-Anwendung wird die Business Logik, die die Prozesse steuert und in Batch-Programmen niederlegt, bei-behalten. Ein Re-Design der Benutzeroberfläche ermöglicht die Erweiterung und Weiterentwicklung des Alt--Systems. So lassen sich Komponenten für die Integration von Anwendungen auf Basis von Webservices, Microsoft Office, Java, XML oder .Net erstellen – und auch mobile Endgeräte können angebunden werden. Die technische Integration der Plattform IBM i behält alle RPG- und Cobol-Programme bei, so dass sie sich auch über eine neue Schnittstelle aufrufen lassen. Je nach Entwicklungsplattform erfolgt der Datenbankzugriff auf DB2 for i (ISAM und SQL) native.
Eine zweite Option ist der „Neubau“, also eine neuentwickelte Anwendung. Bei einem Neubau werden komplette Bereiche der Anwendung durch eine moderne Lösung ersetzt. Dabei können Betriebe gleichzeitig ihre Datenbankstrukturen neu konzipieren und re-designen, um sie direkt neuen Anforderungen anzupassen. Mit einer Applikationsplattform kann eine moderne Architektur auf Basis von SOA, Webservices etc. aufgebaut werden. Anwendungen lassen sich an mobile Systeme anbinden und über verschiedene Front-Ends bedienen. Die IT-Abteilungen erhalten Stabilität, Skalierbarkeit, Offenheit, Plattformneutralität und flexible Bereitstellungsmodule.
Eine moderne Plattform bietet auch Spielraum bei der Wahl des Betriebsmodells für die Software. Anwendungen können in die private oder öffentliche Cloud gestellt, als klassische On-Premise-Anwendung betrieben oder als hybride Anwendung in der Cloud und On-Premises gleichzeitig eingesetzt werden. Das Anbinden mobiler Systeme ist mit Integrationsplattformen gut möglich.
Unabhängig von der Wahl des Modernisierungswegs muss das Ziel sein, dauerhaft zukunftssichere Lösungen mit hoher Flexibilität einzuführen und traditionelle IT mit neuen modernen Technologien klug miteinander zu verbinden. Legacy-Anwendungen sind dabei zügig zu modernisieren, damit Betriebe in diesen herausfordernden Zeiten wettbewerbsfähig blieben. Für die Digitalisierungsmaßnahmen stehen auf dem Markt bewährte Low-Code-basierte Entwicklungs- und Integrationsplattformen zur Verfügung, die sich speziell an den Bedürfnissen und im monetären Rahmen mittelständischer Betriebe orientieren.
Bildquelle: Magic Software, Getty Images/iStock/Getty Images Plus