Jungheinrich feilt an der Ersatzteilverfügbarkeit

KI-gestützte Prognosen

Um die Verfügbarkeit der insgesamt über 90.000 verschiedenen Ersatzteile zu optimieren, setzt die zum Jungheinrich-Konzern gehörende Jungheinrich Service & Parts AG (S&P) künftig auf eine „intelligente“ Bestandsplanung.

Das Zentrallager im norddeutschen Kaltenkirchen

Sowohl im Zentrallager im norddeutschen Kaltenkirchen als auch in fünf weiteren Regionallagern will der Intralogistik-Hersteller Jungheinrich die Software Add*One einsetzen. Die Implementierung der Software des Aachener Optimierungsspezialisten Inform startete bereits im Februar und soll innerhalb von sechs bis neun Monaten abgeschlossen werden.

Die Jungheinrich AG mit Stammsitz in Hamburg ist ein weltweit aktiver Anbieter von Intralogistik-Produkten. Vor dem Hintergrund einer hohen Ersatzteilverfügbarkeit von 98 Prozent und Expresslieferungen wirbt Jungheinrich S&P damit, bestellte Ersatzteile bereits am nächsten Tag verfügbar und einbaufertig zu haben. Dazu verlassen täglich etwa 16.000 Ersatzteile die Lager, von denen rund 80 Prozent über Nacht direkt in die Kundendienstfahrzeuge der ca. 6.000 Jungheinrich-Techniker geliefert werden. 

Um dieses Serviceversprechen jederzeit einhalten zu können, ist eine möglichst gute Ersatzteilbevorratung gefragt, die künftig auf die neue Software verbessert werden soll. Im Zuge der geplanten Umstellung auf das ERP-System SAP S/4 Hana wird eine eigenentwickelte Anbindung an SAP R/3 abgelöst, so dass Add*One über spezialisierte und zertifizierte Schnittstellen in die IT-Landschaft von Jungheinrich S&P integriert werden soll.

Hohe sporadische Nachfrage

Das Hauptziel des Projektes besteht darin, die wirtschaftliche Verfügbarkeit der rund 90.000 verschiedenen Ersatzteile sowohl im zentralen Ersatzteillager in Kaltenkirchen als auch in fünf kleineren regionalen Lagern in Süddeutschland, der Slowakei, England, China und Singapur zu verbessern. 

Um dies zu erreichen, soll die Software auf Basis von KI-gestützten Prognosen und mathematischen Algorithmen die Dispositions- und Planungsprozesse verbessern. Sie erstellt situativ optimale Bestellvorschläge, warnt die Anwender frühzeitig vor möglichen Engpässen und unterstützt bei Bedarf sogar die Disposition. „Die zentrale Herausforderung liegt dabei für uns im hohen Anteil sporadischer Bedarfe“, sagt Gitta Pahlen, Bestandsmanagerin Material Planning Spare Parts bei Jungheinrich S&P. „Ungefähr die Hälfte der verkauften Ersatzteile werden sporadisch nachgefragt. Daher war es für uns entscheidend, eine geeignete Software zu finden, die trotz der Unplanbarkeit sporadischer Bedarfe optimale Bestandsstrategien berechnet, die Bestände auf dem richtigen Level hält und die Lieferfähigkeit jederzeit sicherstellt“. 

Da klassische Prognosemodelle hier an ihre Grenzen stoßen, kommen „intelligente“ Bestandsberechnungen zum Einsatz: „Gerade bei sporadischen Bedarfen, wie sie in der Ersatzteillogistik typisch sind, helfen unsere Servicegrad-orientierten und dynamischen Planungslogiken, die richtige Balance zwischen hoher Verfügbarkeit und gleichzeitig optimalen Beständen zu finden“, ergänzt Dirk Lennertz, Projektleiter bei Inform.

Bildquelle: Jungheinrich

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