Hier lacht er noch vor Cancom-Logos: Thomas Volk ist überraschend nicht länger CEO des Systemhauses.
Konnte man sich nicht auf eine Verlängerung des Vertrages einigen? Gab es Unstimmigkeiten im Vorstand oder Querelen mit dem Aufsichtsrat? Waren die Meinungen über die künftige Strategie des Systemhauses oder zu etwaigen Übernahmen zu unterschiedlich? Wo sollen die 174 Mio. Euro aus der letzten Kapitalerhöhung investiert werden?
Es darf gerätselt werden, warum der Diplom-Informatiker Thomas Volk (Jahrgang 1958) das mehr als 3.500 Mitarbeiter und knapp 1,4 Mrd. Euro Jahresumsatz starke Systemhaus verließ, dessen Vorstand er seit November 2017 angehörte und dessen CEO er seit Oktober 2018 war. Gern spekuliert wird über Diskrepanzen bei COO Hotters „Baby“ AHP Cloud oder über eine Weigerung Volks bei möglichen Verkaufsplänen des Firmengründers Klaus Weinmann; immerhin hat Cancom einen Börsenwert von 2 Mrd. Euro.
Zu den Gründen seines Ausscheidens heißt es in der Presseinformation nur: „Thomas Volk hat sich heute mit dem Aufsichtsrat einvernehmlich verständigt, die Cancom-Gruppe aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die zukünftige strategische Entwicklung des Unternehmens vorzeitig zum 31. Januar 2020 zu verlassen. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Volk für die geleistete Arbeit und seine Verdienste um die Gesellschaft und wünscht ihm persönlich alles Gute.“
Mit Wirkung zum 1. Februar hat der Aufsichtsrat das bisherige langjährige Vorstandsmitglied Rudolf Hotter als neuen Vorstandsvorsitzenden von Cancom berufen. Weiter heißt es in der Presseinformation: „Der Aufsichtsrat hat darüber hinaus beschlossen, die Herrn Volk zugeordneten Aufgaben nach seinem Austritt aus dem Unternehmen bis auf weiteres auf die beiden Vorstände Rudolf Hotter und Thomas Stark zu verteilen.“ Diese Formulierung deutet darauf hin, dass ein Nachfolger gesucht wird, so dass der Vorstand bald wieder zum Trio aufgestockt werden dürfte.
Bevor der damalige CEO Weinmann Volk 2017 zu Cancom holte, war der langjährige HP-Manager mehrere Jahre als Berater von international agierenden Unternehmen tätig und davor von 2011 bis 2013 Vice President Large Enterprise EMEA Corporate Accounts bei Dell. Volk begann seine Karriere 1984 bei Hewlett-Packard in Deutschland. Als Vice President für den weltweiten Vertrieb zog er 1997 nach Kalifornien. Dort wechselte er zu Sybase als Vorstand und Executive Vice President für das internationale Geschäft. Im Jahr 2006 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde Vorstandsvorsitzender der IDS Scheer AG.
Bildquelle: Cancom