ISM und IFH arbeiten an der Stärkung des lokalen Einzelhandels

Kölner Veedel im digitalen Pilotprojekt

Wie kann der lokale Einzelhandel langfristig gegen Online-Giganten wie Amazon bestehen und sinkende Umsätze aufhalten? Im Modellprojekt „Kölner Veedel als lokaler Leuchtturm“, gefördert durch das Land Nordrhein-Westfalen, erarbeitet die International School of Management (ISM) gemeinsam mit dem Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) Lösungen zu digitaler Sichtbarkeit und nachhaltiger Kundenbindung für den Einzelhandel.

Prof. Dr. Ulrich Lichtenthaler,ISM

Prof. Dr. Ulrich Lichtenthaler: „Die Händler sollten sich fragen, was das Internet nicht kann, und ein gesamtes Kundenerlebnis mit Service vor, während und nach dem Kauf bieten!“

Während sich auf der Schildergasse die Shoppingfreudigen tummeln, hat es der Einzelhandel außerhalb der Kölner Innenstadt schwer. Die Konzentration auf den Stadtkern sowie die Konkurrenz durch Online-Anbieter stellen viele lokale Händler und Dienstleister in den Veedeln vor eine Herausforderung. Im Projekt mit den Pilotveedeln Rodenkirchen und Lindenthal bringen ISM und IFH die Händler zusammen an den Tisch, um ihre Stadtteile mit gemeinsamen Maßnahmen zu stärken.

Weit oben auf der To-Do-Liste steht dabei das Thema Digitalisierung. Die ISM-Befragung der beteiligten Händler zeigt, dass viele bereits eigene Websites, einzelne sogar Online-Shops betreiben. Um das Veedel aber als Ganzes digital sichtbar zu machen, soll eine gemeinsame Homepage Übersicht und Orientierung für den Kunden liefern. „Das Ziel ist nicht, online in Konkurrenz mit den großen Internet-Händlern zu treten. Da sollte man sich eher fragen, was das Internet nicht kann, und ein gesamtes Kundenerlebnis mit Service vor, während und nach dem Kauf bieten“, erklärt Prof. Dr. Ulrich Lichtenthaler, der das Projekt von ISM-Seiten betreut. „Die Website ist aber die notwendige digitale Basis, die Kunden heute als Informationsquelle erwarten. Welches Angebot habe ich überhaupt in meinem Veedel? Wo ist der nächste Schuhladen, welches Restaurant hat noch auf? Das ist der erste Schritt, den wir gehen wollen.“

Digitalisierung als Chance

Dass diesen Schritt viele Händler und Dienstleister mitgehen möchten, zeigten die Befragungen und tiefergehenden Workshops im Vorfeld der Planungen bereits: „Uns hat positiv überrascht, wie ausgeglichen die Händler die Digitalisierung im Handel einschätzen. Die Entwicklung wird nicht nur als Bedrohung, sondern auch als Chance gesehen. In vielen Unternehmen findet zudem gerade ein Generationsumbruch statt und die Jüngeren treiben die Weiterentwicklung voran. Das ist eine gute Basis für die Nachhaltigkeit der Projekte.“

Ob gemeinsame Website oder ein komplexeres Treuepunktesystem in der nächsten Phase, über den Erfolg der Projekte über die Startphase hinaus entscheidet gerade die Bereitschaft der Händler, sich langfristig an ihnen zu beteiligen und sie voranzutreiben. „Es wird weitere und anhaltende Überzeugungsarbeit brauchen, wirklich alle ins Boot zu holen und am Ball zu halten“, sagt Hans-Günter Grawe, Handelskümmerer der Kölner Werbe- und Interessengemeinschaften. „Eine wichtige Rolle spielt dabei nicht nur die Alltagstauglichkeit der Pläne, sondern auch der Gedanke dahinter. Es geht darum, das Veedel zu lieben und zu leben und mit diesem Zusammenhalt zu stärken.“

Die Umsetzung der Maßnahmen soll im Jahr 2020 erfolgen.

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