Hochverfügbarkeit und Backup zwei denkbare Einsatzszenarien

Kommt IBM i auch in die Smart Cloud?

Schon seit Jahren ist klar, dass das System i auch in die Cloud kommt. Die Frage war nur: Wann und wie?

  • IBM-Experte Dr. Wolfgang Rother: „IBM i lernte hierarchisches Speichermanagement bereits Ende der 1990er-Jahre im Zusammenhang mit Compressed Disk.“

  • Peter Nimz, Senior Solution Sales Professional bei IBM: „Hochverfügbarkeit bleibt ein komplexes Thema!“

  • Drei Speicherinnovationen hebt Ralf Colbus, Speicherexperte der IBM, hervor: Automation bei Tiering, Backup und Recovery sowie Systemmanagement

Beide Fragen hat IBM im Oktober 2011 mit einem Statement of Direction (SOD) zum Support von IBM i durch Smart Cloud Entry for Power (ehemals Starter Kit for Cloud) etwas geklärt. Das SOD bedeutet konkret: Für IBM i sind zusätzliche Services oberhalb des Systems Director VMControl geplant.

IBM i steht als Plattform gleichberechtigt neben AIX und Linux in der Power Cloud. „Das bedeutet aber nicht, dass alle Funktionen zeitgleich in allen Betriebsystemen unterstützt werden“, erklärt IBM-Experte Dr. Wolfgang Rother. IBM stelle für die Weiterentwicklung von IBM i und das Testen neuer Funktionen Budget bereit, wobei die Anforderungen des jeweiligen Kundensets priorisiert werden.

Deshalb bleibt IBM i z.B. der Umweg über Cloudburst wohl erspart. „Die Erfahrungen zeigen, dass die Kunden mehr Auswahl und eine größere Flexibilität beim Aufbau ihrer privaten Clouds benötigen“, erklärt Rother im Interview mit DV-Dialog. „Vor diesem Hintergrund hat IBM entschieden, Cloudburst in das Puresystems-Portfolio zu überführen. Das heißt: Kunden, die eine integrierte Appliance suchen, erhalten von IBM künftig Cloud-Angebote auf Basis dieser neuen Expert-Integrated-Systeme.“

AS/400-Anwendern bleibt der Umweg über Cloudburst erspart

Ein Ziel der IBM-i-Entwicklungen ist es, dass Mittelständler mit möglichst geringem Aufwand die höchstmöglichen Verbesserungen bei der Verfügbarkeit ihrer wichtigsten Daten und IT-Anwendungen erreichen. Das kann mit Hilfe der Cloud-Technologie erfolgen, muss es aber nicht.

Die Frage nach dem richtigen Ansatz bei der Hochverfügbarkeit kann nur individuell vor dem Hintergrund der Situation im Unternehmen beantwortet werden, zumal die IT-Infrastrukturen und Verfügbarkeitsanforderungen sehr unterschiedlich sein können. „Zunächst einmal sind die Anforderungen hinsichtlich ‚Recovery Time Objective’ (RTO) und ‚Recovery Point Objective’ (RPO) zu definieren“, so IBM-Experte Peter Nimz. Damit meint er die Zeit (Tage, Stunden, Minuten) bis zur Wiederherstellung der IT-Systeme (RTO) und den Datenverlust (Tage, Stunden, Minuten oder letzte Transaktion), der dabei noch akzeptabel ist (RPO).

Die Bandbreite der Lösungen variiert. In Betracht kommt die Replikation der Daten und Anwendungen ebenso wie Funktionen im Betriebssystem à la „Live Partition Mobility“, also ein Verschieben der Workloads auf andere Server im laufenden Betrieb.

Daneben bleibt die klassische Datensicherung auf Magnetband; künftig könnte die Datensicherung in der Cloud hinzukommen. Oder sogar die „Standby-Cloud“ zum Abfangen von Lastspitzen oder (geplanten) Ausfällen. Großen Nutzen versprechen laut Ralf Colbus, Speicherexperte bei IBM, auch drei Speicherinnovationen: Automation bei Tiering, Backup und Recovery sowie Systemmanagement.

Ein automatisches Tiering speichert die Daten autonom und transparent auf der richtigen Tierstufe ab – also auf schnellen, aber (noch) kostspieligen Solid State Discs (SSDs), auf Magnetplatten oder auf die beim Onlinezugriff langsamen, aber kostengünstigen Magnetbänder; auf diese Weise erhalten die Unternehmen ohne manuelle Eingriffe stets gute Performance zu vertretbaren Kosten.

Automatisiertes Backup und Recovery heißt: Auf Knopfdruck wird applikationskonsistent gesichert bzw. wiederhergestellt, beispielsweise in Datenbanken und ERP-Systemen. Und ein vereinfachtes, integriertes Systemmanagement verwaltet die Server- und Storage-Infrastruktur effizienter.

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