Ralf Baumann, Country Manager Germany bei Veritas, weist auch auf umweltschädliche Konsequenzen des Speicherns von Daten hin.
In den letzten 20 Jahren ist das weltweite Datenvolumen unaufhaltsam angewachsen. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen, denn Daten gelten als „das neue Gold“. Der Daten-Boom hat Unternehmen auf der ganzen Welt viele Vorteile gebracht. Doch er birgt auch Gefahren: Mit der zunehmenden Vernetzung von Geräten und den wachsenden Datenmengen steigt das Risiko von Cyber-Angriffen und Datenverlusten.
Viele Verbraucher fragen sich, ob sie ihre Daten einem Unternehmen anvertrauen oder nicht: Gemäß der Veritas-Studie machen sich immer mehr Konsumenten Gedanken darüber, wie ihre Daten gespeichert werden. Von den weltweit insgesamt rund 13.000 Befragten ist ein Großteil der Ansicht, dass Unternehmen dafür verantwortlich sind, online gespeicherte Daten zu löschen, sobald sie nicht mehr benötigt werden. Außerdem wollen 40 Prozent künftig diejenigen Unternehmen nicht mehr unterstützen, die solche Daten nicht löschen. Für Firmen in Deutschland könnte das aber auch deshalb zum Problem werden, weil hierzulande die Datenschutzverordnung (DSGVO) genau regelt, welche Daten gespeichert und welche gelöscht werden müssen. Bei Verstößen drohen hohe Bußgelder.
Laut Studie sind 42 Prozent der Befragten zudem besorgt darüber, dass Rechenzentren ein bis zwei Prozent der weltweiten energiebedingten Schadstoffemissionen verursachen. Dementsprechend spricht sich mehr als die Hälfte dafür aus, dass Unternehmen die negativen Umweltauswirkungen der Online-Datenspeicherung stärker kontrollieren. Sie könnten beispielsweise ihre Kunden ermutigen, ungenutzte oder inaktive Konten zu deaktivieren, und Anleitungen zum Löschen veralteter, nicht mehr benötigter Informationen bereitstellen.
„Das Speichern von Daten und daraus resultierende umweltschädliche Konsequenzen müssen in Zukunft einen höheren Stellenwert in Unternehmen einnehmen“, fordert Ralf Baumann, Country Manager Germany bei Veritas. „Was auch oft vergessen wird: Rechenzentren werden meist mit fossilen Brennstoffen betrieben und sind rund um die Uhr in Betrieb. Sie verursachen etwa die gleiche Menge an Schadstoffen wie die gesamte Luftfahrtindustrie. Bis 2030 sollen bis zu acht Prozent des weltweiten Stromverbrauchs auf Rechenzentren entfallen.“
Aus einer weiteren Studie von Veritas geht hervor, dass die Online-Datenspeicherung oft unnötig Energie verschwendet und die Umwelt belastet. Denn bei der Hälfte der gespeicherten Daten handelt es sich um sogenannte ROT-Informationen (Redundant, Obsolet bzw. veraltet und Trivial) – und weitere 35 Prozent sind „Dark Data“ von unbekanntem Wert.
„Unternehmen sollten nicht unterschätzen, wie sich ein schlechtes und veraltetes Datenmanagement auf die Umwelt auswirken kann“, so Baumann. „Sie speichern zum Beispiel Daten, weil sie annehmen, dass sie sie noch brauchen werden. In Wirklichkeit ist ein Großteil davon jedoch nutzlos. Nur etwa 15 Prozent der gespeicherten Daten sind geschäftskritisch und nutzbar. Sowohl die Unternehmen als auch die Umwelt profitieren vom Löschen überflüssiger Daten. Dieser Tatbestand kann nicht länger ignoriert werden.“
Bildquelle: Veritas