CEO Martin Schroeter: „Es geht um mehr als nur darum, die Kunden dort abzuholen, wo sie sich auf ihrer digitalen Reise befinden – es geht auch darum, ihnen zu helfen, diese Reise zu beschleunigen.“
Als erste strategische Partnerschaft nach der Ära IBM gab Kyndryl am 12. November (nach unserem Interview mit Markus Koerner) einen Vertrag mit Microsoft bekannt. Man will langfristig gemeinsam IT-Systeme anbieten, die auf Microsofts Cloud Azure und den Infrastruktur-Services von Kyndryl basieren – insbesondere in den Bereichen Modernisierung und Governance im Bereich Datenhaltung und KI, Security and Resilience sowie bei der Migration von Workloads in die Cloud. Kyndryl wird Beratungs-, Implementierungs- und Managed-Services für komplexe IT-Umgebungen beisteuern.
Ein weiter Schwerpunkt dieser Partnerschaft soll auf der Entwicklung neuer Lösungen für Kunden und Weiterbildungsprogrammen liegen. Es wird ein Co-Innovationslabor eingerichtet, um für die Kunden neue Features, die auf Azure basieren, schnell zu entwickeln und fertigzustellen. Um das technische Know-how zu stärken und zu erweitern, wird Microsoft außerdem die „Kyndryl University for Microsoft“ einrichten.
Im Interview hatte Körner schon über die Zusammenarbeit mit Microsoft in Deutschland gesprochen, aber auch über weitere Partner wie Netapp, Vmware oder Accenture und über neue Kunden wie BMW. Jetzt ist die Partnerschaft mit Vmware auf globaler Basis vertraglich fixiert. Kyndryl will die Virtualisierungssoftware und die Multi-Cloud-Services des neuen Partners (mit vielen großen Cloud-Anbietern) für seine globalen Kunden bereitstellen und ebenfalls ein gemeinsames Innovationslabor eröffnen.
Außerdem wurde eine Zertifizierungsvereinbarung mit SAP angekündigt, um mehr Mitarbeiter auf Hana zu schulen und Kunden bei der Migration zu Public Cloud Hyperscalern zu unterstützen; dabei sollen die IT-Services für Verwaltung und Betrieb von SAP-Software in der Cloud und on-premises erweitert werden. Details zu der neuen Vereinbarung sind noch nicht bekannt.
„Als unabhängiges Unternehmen nehmen wir an einem viel größeren Ökosystem teil, um unseren Kunden einen größeren Mehrwert zu bieten - und dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit Cloud-Hyperscalern und großen Cloud-Software-Unternehmen“, begründet CEO Martin Schroeter die jüngsten Partneraktivitäten. Zu Vmware, einer der größten Rivalen der IBM-Tochter Red Hat, zieht Schroeter, denn das Unternehmen sei wie Kyndryl erst seit kurzem unabhängig (von Dell) und helfe Kunden ebenfalls dabei, ihre bestehenden Anwendungen in die Cloud zu bringen und neue Cloud-native Angebote zu schaffen. Der Zusammenschluss untermauere die Investitionen in Schlüsselbereiche wie Cloud, Network und Edge Computing sowie in Sicherheits- und Ausfallsicherheitsdienste. Schon heute beschäftige Kyndryl „Tausende von Fachleuten mit Vmware-Zertifizierungen“.
„Wir haben auch die SAP-Zertifizierung für die Betriebsfähigkeiten im globalen Cloud- und Infrastrukturbetrieb erlangt“, erklärte Schroeter. Diese Zertifizierungsprogramme sei zwar wichtig. Aber es gehe um mehr als nur darum, „die Kunden dort abzuholen, wo sie sich auf ihrer digitalen Reise befinden – es geht auch darum, ihnen zu helfen, diese Reise zu beschleunigen“.
Bildquelle: Kyndryl