CEO Martin Schroeter zeigt sich weiter optimistisch.
„Wir haben im vierten Quartal ein starkes Finanzergebnis erzielt und unsere Führungsposition im Bereich Infrastrukturdienste im gesamten Geschäftsjahr 2023 gefestigt“, kommentierte Martin Schroeter, Chairman und CEO des US-Anbieters von IT-Infrastrukturservices, diese Zahlen in einer Pressemitteilung. „In diesem Jahr werden wir unsere Transformation beschleunigen, unsere Drei-A-Strategie weiter verfolgen: Kyndryl Consult ausbauen, unseren Kunden einen außergewöhnlichen Service bieten, unsere Margen erhöhen und mehr Wert für unsere Aktionäre schaffen.“ Drei A-Strategie adressiert Allianzen, „Advanced Delivery“ und Accounts.
Für das Geschäftsjahr, das am 31. März endete, meldete Schroeter einen Umsatz von 17,0 Mrd. Dollar, das ist ein Rückgang von 7 Prozent von den 18,3 Mrd. Dollar im vorigen Geschäftsjahr. Der Verlust vor Steuern lag bei 851 Mio. Dollar. Allerdings: Der Nettoverlust schrumpfte von 2,0 Mrd. auf 1,4 Mrd. Dollar.
Finanzchef David Wyshner sprach – angesichts der Zahlen durchaus wagemutig – von „Fortschritten“ die zeigen würden, „dass wir eine starke Strategie umsetzen, um unser Geschäft voranzubringen. Im Geschäftsjahr 2024 treiben wir die Margenexpansion durch unsere drei A-Initiativen voran, während wir unsere Transformation beschleunigen." Im Rahmen der Advanced-Delivery-Initiative habe man mehr als 5.500 Delivery-Experten neu eingesetzt, um weitere Umsatzquellen zu erschließen und die Fluktuation zu kompensieren. Dies werde zu jährlichen Einsparungen von ca. 275 Mio. Dollar führen.
Im Rahmen der Accounts-Initiative hat das im November 2021 gestartete IBM-Spinoff sich auch mit den Geschäftsbereichen befasst, die unterdurchschnittliche Margen aufwiesen; die Gesamtauswirkungen dieser Initiative belaufen sich laut Kyndryl auf ca. 210 Mio. Dollar an annualisierten Vorteilen. In erster Linie aufgrund der Accounts-Initiative seien die prognostizierten Margen im Zusammenhang mit Vertragsabschlüssen im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen, sagte Wyshner. Das belege, dass man den Schwerpunkt auf profitable Geschäfte lege und bereit sei, sich von Geschäften mit niedrigen oder keinen Margen abzuwenden.
Zu den Kosten für die Anpassung des Personalbestands in Höhe von 55 Mio. Dollar in dem am 31. März beendeten Quartal rechnet Wyshner im Geschäftsjahr 2024 mit weiteren Kosten in Höhe von etwa 95 Mio. Dollar im Zusammenhang mit dem „Workforce Rebalancing“. Er erwartet, dass damit im laufenden Geschäftsjahr 2024 Kosteneinsparungen in Höhe von ca. 150 Mio. Dollar und im Geschäftsjahr 2025 zu Kosteneinsparungen in Höhe von 200 Mio. Dollar führen werden, die größtenteils zusätzlich zu den Einsparungen aus den Drei-A-Initiativen anfallen. Es wird zudem erwartet, dass der vollständige oder teilweise Ausstieg aus mehr als 50 Standorten im Geschäftsjahr 2024 zu Kosteneinsparungen in Höhe von etwa 50 Mio. Dollar führen wird.
Schroeter zeigte sich optimistisch, dass das Unternehmen weiterhin auf einem guten Weg ist, 2025 wie geplant ein Umsatzwachstum zu erzielen. Er prognostizierte jedoch für das laufende Geschäftsjahr einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von 6 bis 8 Prozent, wobei der größte Teil des Rückgangs auf weitere Maßnahmen zur Reduzierung margenschwacher Umsatzströme zurückzuführen sei.
Sein Ausblick für das Geschäftsjahr 2024 impliziert demnach einen Umsatz zwischen 16 Mrd. und 16,4 Mrd. Dollar. Schroeter sagte schon 2021 anläßlich der Abspaltung von IBM, dass Kyndryl erst 2025 ein Umsatzwachstum erwartet – und zwar deshalb, weil die Kunden dann weniger wahrscheinlich an IBM-Technologie gebunden sein werden.
Bildquelle: Kyndryl