Berliner Softwarehersteller ergänzt das DMS-Portfolio

Kyocera kauft Optimal Systems

Der japanische Mischkonzern Kyocera baut seinen Geschäftsbereich „Document Solutions“ mit der Übernahme des Berliner Softwarehauses Optimal Systems weiter aus. Diese Übernahme schließt sich nahtlos an eine lange Reihe von Akquisitionen japanischer Druckerhersteller an, die sich allesamt als Full-Service-Anbieter im Bereich Dokumentenmanagement-Systeme (DMS) und Enterprise-Content-Management (ECM) positionieren wollen.

Karsten Renz, Optimal Systems

Gründer und Vorstandschef Karsten Renz hat sein Unternehmen „versilbert“.

Kyocera erweitert mit der Übernahme von Optimal Systems „sein Leistungsspektrum um ein hochwertiges Informationsmanagement“, heißt es in der Pressemitteilung. Das „breite Spektrum“ an Software-Produkten runde das eigene Enterprise-Content-Management-Portfolio „perfekt“ ab. Man erhofft sich, „mit einem breiteren Portfolio“ auch neue Kundengruppen zu erschließen.

Die 1991 in Berlin gegründete Unternehmensgruppe soll unabhängig bleiben und unverändert weitergeführt werden. Als besonders wertvoll erachten die Japaner die technische Integrationskompetenz, die Individualisierbarkeit der Produkte für den „Digital Workplace“ und die persönliche Expertise der Beschäftigten.

Optimal Systems entwickelt und vertreibt Informationsmanagement-Software – sowohl ECM-Produkte als auch eine Content-Services-Plattform für Systemintegratoren. Europaweit nutzen täglich mehrere hunderttausend Anwender in knapp 2.300 Firmen diese Software. Der Jahresumsatz wird mit 59,8 Mio. Euro beziffert. Der Produktname Enaio wird in der Presseinformation nicht erwähnt.

450 Beschäftigte, 16 Standorte

Aktuell arbeiten 450 Beschäftigte an sechzehn Standorten bei Gesellschaften in Deutschland, Österreich, Schweiz und Serbien. Außerdem arbeitet die Unternehmensgruppe weltweit mit über 75 Vertriebs- und Kooperationspartnern zusammen, wie z.B. Itelligence, Netapp, Adesso, IBM, Microsoft und SAP.

„Dank der Zusammenarbeit können wir nun standortunabhängig und zu jedem Zeitpunkt neue, optimal zugeschnittene Angebote aus Beratung, Hardware, Software und Services unterbreiten, mit denen sich die Geschäftsprozesse unserer Kunden noch effizienter gestalten lassen“, sagte Norihiko Ina, Präsident von Kyocera Document Solutions Inc. „Wir sind absolut überzeugt, dass wir im Kyocera-Verbund international schneller wachsen, weil wir unser ECM-Knowhow nun zusätzlich an die Kyocera-Kunden herantragen können, um deren Digitalisierungsprozesse maßgeblich zu unterstützen“, kommentiert Karsten Renz, Gründer und CEO der Optimal Systems GmbH, die Übernahme.

Die Kyocera Document Solutions Deutschland GmbH ist die Landesgesellschaft der japanischen Kyocera Document Solutions Inc. und steuert mit Sitz in Meerbusch alle Vertriebs-, Marketing- und Service-Aktivitäten. Der Konzern ist eine 100-prozentige Tochter der Kyocera Corp., deren Portfolio neben Hardware, Software und Dienstleistungen im Dokumentenmanagement die Bereiche Feinkeramik, Informations- und Solartechnologie umfasst.

Zahlreiche Übernahmen im DMS-Markt

Bereits zuvor war Kyocera durch zahlreiche Übernahmen in Deutschland aufgefallen, die das DMS-Portfolio erweitert haben – darunter die von Aki, Ceyoniq und zuletzt Alos. Andere japanische Druckerkonzerne, die jüngst DMS-Anbieter und IT-Dienstleister in Deutschland gekauft haben, sind Ricoh (Docuware), Konica (z.B. Aurelium oder Raber+Märcker) und Canon (z.B. Iris Group).

Von den Platzhirschen unter den deutschen ECM- und DMS-Herstellern sind bisher Easy, ELO, SER, WMD und D.velop noch nicht bei Drucker- oder ERP-Herstellern untergeschlüpft; teilweise haben sich die Platzhirsche aber Kapital von der Börse oder von Investmentgesellschaften beschafft, denn die Weiterentwicklung der Produkte muss auf Hochtouren laufen, will man konkurrenzfähig bleiben.

Bildquelle: Optimal Systems GmbH

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