ODU sichert die Verfügbarkeit des AKL

Lean-Management für die Intralogistik

Das automatische Kleinteilelager (AKL) ist das Herz der ODU Steckverbindungssysteme GmbH. Doch nach 14 Jahren im Dienst drohte der Infarkt: Stillstandszeiten von bis zu 27 Stunden legten das gesamte Unternehmen lahm. Mit einer Modernisierung sorgte Viastore Systems dafür, dass auf das Lager wieder Verlass ist.

  • Auch die mitfahrenden Schaltschränke der Regalbediengeräte wurden komplett getauscht.

  • Philipp Hossfeld, Leiter Montage & Industrial Engineering bei ODU: „Wir überlegen, auch an unseren Standorten in Rumänien und eventuell in China Viad@t einzuführen.“

„Das darf nie wieder passieren!“ Philipp Hossfeld, Leiter Montage und Industrial Engineering bei ODU, wird diesen Tag nicht so schnell vergessen: Vor einiger Zeit ist die Welle des Querförderers gebrochen, der im AKL die Lagergassen mit den Kommissionierplätzen verbindet. Ein Ersatzteil war nicht auf Lager, und der Support des damaligen Herstellers funktionierte nicht.

Ganze 27 Stunden lang stand das Lager still. „Wir hatten einen Ausfall von mehr als 500.000 Euro, weil wir die Kunden nicht beliefern konnten“, hat Hossfeld ausgerechnet. Denn das AKL ist das Herz der Logistik des Herstellers von Steckverbindern zur Übertragung von Energie und Signalen für viele Einsatzzwecke – von der Küchenmaschine über die Industrieelektronik bis zum U-Boot. Es fungiert als Fertigwarenlager, ist Lager für Komponenten, die als Einzelteile oder Montagesets verkauft werden und dient als Versorgungslager für die nach dem Lean-Management-Prinzip organisierten Vorfertigungs- und Montageprozesse bei ODU. Steht das Lager, steht also nicht nur der Versand, sondern auch die gesamte Fertigung.

Keine Fertigwaren in Reserve

„Das Lager wurde 1999 gebaut und 2003 um zwei Gassen erweitert – jetzt sind es vier“, erläutert Philipp Hossfeld. 14.000 Behälter-Stellplätze bietet das Lager heute, rund 40.000 Artikel werden hier bevorratet. Seitlich vom Lager sind drei Kommissionier-Arbeitsplätze eingerichtet, die über einen Doppelverschiebewagen mit den Regalgassen verbunden sind. „Die Montage bekommt von hier die für die Kundenaufträge erforderlichen Artikel als Set“, erklärt Hossfeld. „Diese Teile werden in eine Box kommissioniert und mit unserem Milkrun – ein Lagerzug mit mehreren Regalebenen – zum entsprechenden Montage-Team gebracht.“

Grundsätzlich wird bei ODU „nichts auf Halde produziert“, wie Hossfeld betont: „Wir haben insgesamt 75.000 Serienprodukte, die können wir nicht alle bevorraten. Daher steht hinter jedem fertigen Produkt, dass im Lager liegt, ein Kundenauftrag.“ Fällt also das Lager aus, gibt es keine Reserve mit fertigen Produkten für neue Bestellungen. Nur die „Supermärkte“, das sind kleine Lagerbereiche in der Fertigung, bieten einen Puffer mit den in der Fertigung benötigten Komponenten – aber nur für maximal eine Schicht.

Software und Mechanik war veraltet

Doch nach rund 14 Jahren stieg das Risiko, dass dieser Puffer nicht mehr reichte: „Die Ausfälle häuften sich, die Verfügbarkeit lag zum Teil unter 80 Prozent“, beschreibt Hossfeld die damalige Situation. Der Verschleiß setzte der Mechanik zu, für einige der verbauten Komponenten gab es kaum noch Ersatzteile am Markt. Die Steuerung, eine Siemens S5, war genauso veraltet wie der Materialflussrechner. Und auch das Lagerverwaltungssystem war nicht mehr up-to-date, berichtet Hossfeld weiter: „Wir sind inzwischen nach Medizinal- und Automotive-Normen zertifiziert – damit haben heute Funktionen wie Chargenrückverfolgbarkeit einen anderen Stellenwert als in den 1990er Jahren. Auch bei Geschwindigkeit, Füllgrad und Artikelvielfalt sind die Anforderungen an die Software über die Jahre gestiegen. Nicht zuletzt gibt es kein Update mehr für das System.“

Manuelles Lager als „Testprojekt“

Es wurde immer deutlicher: Das AKL musste modernisiert werden. Dazu wurde der Ist-Zustand analysiert, wobei ODU auf die Hilfe von Viastore zurückgriff. Der Stuttgarter Spezialist für Intralogistiksysteme und Lagermanagement-Software brachte Erfahrung mit Umbau, Modernisierung und Retrofit bestehender Logistiksysteme mit – auch von anderen Anbietern. Gemeinsam mit ODU haben die Viastore-Experten die Optimierungspunkte festgehalten und in einem Modernisierungs-Fahrplan zusammengefasst. Diese Roadmap bildete dann die Basis des Lastenhefts.

Der erste Schritt der Modernisierung begann allerdings nicht im AKL, sondern im manuell bedienten Palettenlager, das mit seinen 1.700 Plätzen zur Bevorratung von Roh-, Halb- und Fertigmaterial dient. „Wir nutzten die Einführung des Lagerverwaltungssoftware Viad@t zu einer Restrukturierung der gesamten Logistik-Prozesse im Unternehmen“, schildert Hossfeld die Vorgehensweise.

In Viad@t ist zum Management von manuellen Lagern ein Staplerleitsystem integriert, das jetzt auch bei ODU zum Einsatz kommt – bis dato wurde das Palettenlager über Listen geführt. Dadurch konnte auch die Umstellung auf die neue Software entzerrt werden, denn die Kommunikation zwischen der neuen Lagersoftware und dem vorhandenen ERP-System Oxaion ließ sich testen, ohne die Leistung des AKL zu riskieren, das ja die Hauptlast der Intralogistik trägt.

Mit dieser Sicherheit wurde dann die eigentliche Modernisierung des AKL in Angriff genommen, bei der nicht nur die Software, sondern auch viel Hardware – u.a. sämtliche Antriebe der Regalbediengeräte – ersetzt worden ist. „Der Anlauf hat sehr gut geklappt“, ist Hossfeld zufrieden. Denn jetzt ist er sicher, dass das AKL dank moderner Technik und effizientem Support durchgehend hoch verfügbar ist.

www.viastore.de

www.odu.de

www.oxaion.de

Bildquelle: Viastore Systems

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