Behälterverwaltung mit Transportdisposition in SAP

Leihgutkreislauf im Griff

Eine Behälterverwaltung in SAP inklusive Transportdisposition hat die Delta Pronatura Dr. Krauss & Dr. Beckmann KG in Betrieb genommen. „Mit Abfertigung des Transports werden automatisch die Paletten aller Sendungen inklusive benötigter Sicherungspaletten dem jeweiligen Spediteurskonto belastet“, erklärt Logistikleiter Alexander Haeffner den Vorteil der Lösung.

Das neue Hochregallager bringt eine wichtige Erweiterung von Produktion und Logistik am Hauptsitz im hessischen Egelsbach.

Das neue Hochregallager bringt eine wichtige Erweiterung von Produktion und Logistik am Hauptsitz im hessischen Egelsbach.

Heute kann der mittelständische Markenartikel-Hersteller Delta Pronatura, der Marken wie Dr. Beckmann, Bullrich, Blistex oder Bi-Oil über ein weltweites Vertriebsnetz in über 80 Ländern verkauft, den Leihgutkreislauf sowie eine mengenmäßige Bestandsführung ohne viel manuellen Aufwand gestalten.

Monitor für die Transportdisposition

Die neue Lösung wurde inklusive Transportdispositionsmonitor und unter Berücksichtigung von Gefahrgutpunkten vom SAP-Partner Serkem umgesetzt. Im Prozess der Palettenverwaltung wurde im bestehenden SAP-System bisher keine Leihgutkontenverwaltung verwendet. Somit fand auch keine mengenmäßige Bestandsführung, referenziert zu den jeweiligen Partnern (Lieferant, Spediteur), statt. Serkem hat durchaus auch im Umfeld von IBM i viel Kompetenz; erst kürzlich wurde bei Agravis Raiffaisen eine SAP-basierte Lagerverwaltung mit dem dort selbst entwickelten Warenwirtschaftssystem Iris „verheiratet“.

Um die manuellen Tätigkeiten für die Erfassung der Behälterdaten aus den Warenbewegungen möglichst gering zu halten, sollte die Abbildung des Behältermanagements auf Basis der SAP-Standard-Funktionen erfolgen. Eine mengenmäßige Bestandsführung der Behältermaterialien und die Fortschreibung von partner- und materialbezogenen Leihgutkonten sollten künftig in SAP möglich sein.

Da es zudem keine unterstützenden Funktionen bei der Transport- und Warenausgangs-Abwicklung gab, sollte nun ein Monitor zur Transportdisposition, die Warenausgangsprozesse (WA-Prozesse) optimieren. Herausforderung bei der Umsetzung des Behältermanagements war zudem die Integration in den bestehenden WA-Prozess, da die Kommissionierung/Verpackung in einem Subsystem stattfindet.

Leih- und Leergutabwicklung

Dazu wurde das Serkem-Template zur Leih- und Leergutabwicklung implementiert. Bei der Umsetzung wurden nur Standard-Belegstrecken in SAP genutzt, um sicherzustellen, dass keine zusätzlichen Lizenzkosten o. ä. entstehen.

Die Abbildung des Leihgutbestands wird nun im Wareneingang zwischen dem Lieferanten und Delta Pronatura geführt, beim Warenausgang zwischen Delta Pronatura und dem jeweiligen Spediteur. Das heißt, dass zum einen Leihgutkonten für die relevanten Lieferanten als Hauptrelation geführt werden, aber auch Konten für die relevanten Spediteure.

Leihgutkontobuchungen können manuell oder automatisch erfolgen. Manuelle Buchungen werden für spezielle Fälle genutzt, die im Normalfall ohne normale Materialbuchung durchgeführt werden sollen. Die Hauptrelation enthält die Lokation, den Austauschpartner und das Leihgut. Die Lokation stellt den Geschäftspartner bzw. im Normalfall das Werk dar, aus dessen Sicht der Leihgutaustausch betrachtet wird.

Optimierung der Warenausgangsprozesse

Zur Optimierung der WA-Prozesse werden die Transporte für Lieferungen unter Verwendung des Transportdispomonitors angezeigt. Hier wird anhand diverser Kriterien simuliert, welche Lieferungen zusammengehören und wie viele Paletten darin enthalten sind. Dem Monitor ist eine Selektionsmaske vorgelagert, die eine klare Definition der anzuzeigenden Lieferungen/Transporte ermöglicht. Hier können auch verschiedene User-Varianten angelegt werden, um individuelle Ansichten zu gewährleisten. Die Gefahrgutpunkte werden im Monitor zur Lieferung bzw. zu einem gesamten Transport kalkuliert und dargestellt. Dazu werden die Punkte über die Gefahrgutstammdaten berechnet.

Über den Monitor kann für Lieferungen der Transport erstellt und die verschiedenen Status gesetzt werden. Hier sind auch die Gefahrgutpunkte, die Paletten- und Stellplatzanzahl ersichtlich. Die Anbindung der relevanten Spediteure in der Transportdisposition erfolgt über Edifact-Nachrichten.

Bei Delta Pronatura sind heute die Spediteure Dachser und DHL angebunden; Belege für die Transportabwicklung werden direkt aus dem SAP-System heraus gedruckt. Auch die Leihgutkontoauszüge für die Lieferanten und Spediteure können durch ein eingerichtetes Druckprogramm mit individuellem Kopf- und Fußbereich gedruckt und versendet werden.

Integrierte Palettenverwaltung

Durch die in SAP integrierte Palettenverwaltung ist eine erhöhte Prozesssicherheit gewährleistet. Die Leihgüter können einfacher verwaltet werden – und eine einfache Kommunikation mit den Lieferanten sowie Spediteuren ist sichergestellt. Der neue Monitor zur Transportdisposition sorgt mit einer übersichtlichen Darstellung für einen besseren Überblick über alle Transporte.

„Durch die Umsetzung der beiden Projekte sind wir in unserem operativen Geschäft vom manuellen Handling zum Automatismus ein großes Stück näher gekommen“, freut sich Haeffner. „Das Einsparungspotential an Zeit ist enorm und steigert natürlich die Effizienz der Mitarbeiter.“

Bildquelle: Delta Pronatura Dr. Krauss & Dr. Beckmann KG

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