Gerald Goldgruber, strategischer Leiter für Prozessmanagement und SAP bei Frutura.
Von Anfang an betrachtete Frutura dabei nicht nur seine Lieferanten, sondern auch den Hauptkunden, dessen Vorgaben an die Lieferanten weitergegeben werden müssen, denn mehr als 1.600 Spar-Märkte werden täglich mit Obst und Gemüse beliefert. Rund 160.000 Tonnen Obst und Gemüse verlassen die „Frische-Drehscheibe“ in Hartl pro Jahr. Mehr als 1.000 Produzenten aus Österreich und weiteren 40 Ländern der Welt zählen zu den Lieferanten.
Da Frutura bereits ein S/4-Hana-ERP-System von SAP besitzt, fiel die Wahl bei der Digitalisierung des Lieferantenmanagements früh auf die Ariba-Module „Supply Chain Collaboration“ (SCC) und „Supplier Lifecycle and Performance“ (SLP) und den Projektpartner Apsolut. Genutzt werden diese beiden Module in der größtmöglichen Ausprägung, da nicht nur Bestellungen über die neuen Tools abgewickelt werden, sondern sämtliche wichtige Dokumente und Informationen, wie zum Beispiel Lieferscheine inklusive Packvorschriften und Versandlabels, Lieferavise oder Rechnungsstatus.
Ein wichtiges Ziel ist außerdem die vollständige Pflege von Stammdaten und Zertifikaten durch die Lieferanten. Droht ein Zertifikat eines Lieferanten abzulaufen, schickt das System frühzeitig einen entsprechenden Alert. Es liegt dann nicht an Frutura, das aktualisierte Zertifikat anzufordern, sondern am Lieferanten, das betreffende Zertifikat zu erneuern.
Eine große Herausforderung bei diesem Projekt ist die Verpflichtung der Lieferanten, sich auf der neuen Plattform zu registrieren. Zu diesem Zweck stellt Frutura zwar zahlreiche Schulungsvideos und FAQs zur Verfügung, doch es bedarf weiterhin intensiver Kommunikation.
Die neu implementierten Prozesse decken die hohen Anforderungen, die Frutura an seine Lieferanten richtet, komplett ab. Bis Ende des Jahres 2022 sollen schon die 100 wichtigsten Lieferanten im Netzwerk sein. Längerfristig werden immer mehr Effizienzvorteile der Lösung sichtbar werden. Der gesamte Bestellprozess wird beschleunigt. Auch Wareneingang und Qualitätskontrolle sind nun enger verzahnt. Außerdem wird eine hohe Transparenz entlang der Lieferkette geschaffen, wovon schlussendlich auch die Lieferanten profitieren.
Gerald Goldgruber, strategischer Leiter für Prozessmanagement und SAP bei Frutura, ist davon überzeugt, dass die geplanten Effizienzen auch tatsächlich erzielt werden, weil man nun in der Lage ist, die neuen Tools selbständig zu betreiben und die nächsten Schritte selbst zu steuern. Für die Lagerverwaltung und die damit verbundenen Anforderungen an Transparenz und Rückverfolgbarkeit bei der Herkunft und der Erzeugung von Obst und Gemüse kommt ebenfalls S4/ Hana zum Einsatz, und zwar mit eingebettetem SAP EWM.
Bildquelle: Frutura