3 Fragen zu Linux@Power an Suse und Red Hat

Linux für SAP@Power

Es gibt zwei zertifizierte Betriebssysteme für den Betrieb von SAP Hana: Red Hat Enterprise Linux und Suse Linux Enterprise Server – sowohl für die Intel-Welt als auch für die Power-Systeme. Wir haben beide Linux-Hersteller dazu befragt. Weder Peter Körner, Principal Business Development Manager Open Hybrid Cloud SAP Solutions bei der IBM-Tochter Red Hat, noch Tobias Kutning, Senior Product Manager SAP Solutions bei Suse, nannte auf unsere Frage einen Einstiegspreis.

  • Suse-Experte Tobias Kutning weist auf die verschiedenen Tiering-Modelle hin

  • Red-Hat-Experte Peter Körner: „Red Hat Enterprise Linux stellt eine sichere, stabile und skalierbare Umgebung für SAP bereit!“

Herr Körner, Herr Kutning wo sehen Sie die besonderen Stärken von Red Hat Enterprise Linux als Basis für S/4 Hana?

Peter Körner: Wir stellen damit eine sichere, stabile und skalierbare Betriebssystembasis für geschäftskritische SAP-Workloads bereit – sowohl lokal als auch in der Cloud und natürlich in virtualisierten Umgebungen

Als konsistente Plattform kann Red Hat Enterprise Linux zur Standardisierung von SAP-Infrastrukturen beitragen und deren Komplexität reduzieren. Spezielle Systemrollen für SAP erleichtern die Installation, Konfiguration und Verwaltung der Umgebung, insbesondere im Zusammenspiel mit Red Hat Ansible Automation Platform. 

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 9-10/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Da RHEL for SAP Solutions für Hana zertifiziert ist, können sich Unternehmen darauf verlassen, dass beide Lösungen zusammenarbeiten. Zudem bringt das Betriebssystem einige Tools für Performance-Optimierungen und den Aufbau von Hochverfügbarkeitskonfigurationen mit. Damit können Unternehmen ihre Gesamtbetriebskosten reduzieren und kostspielige Ausfallzeiten vermeiden.

Tobias Kutning: Suse und SAP verbindet seit über 25 Jahren eine erfolgreiche Innovationpartnerschaft. SAP betreibt als Kunde eine große Anzahl seiner Systeme auf Suse-Betriebssystemen. Als SAP Endorsed Application und Referenz-Architektur für die Hana-Entwicklung ist SLES for SAP die führende Linux-Plattform für Hana-, Netweaver- und S/4-Hana-Lösungen. Dabei unterstützt SLES alle ppc64le- und x86-64-Prozessor-basierten Server, und läuft im Rechenzentrum, in der Cloud, bei den großen Hyperscalern und lokalen Anbietern. SLES for SAP bietet eine hoch performante und solide Plattform für S/4 Hana auf Power-Systemen mit:

• Starker Sicherheit: Suse strebt stets höchste Zertifizierungs- und Konformitätsniveaus an, wie Common Criteria EAL4+ inklusive zertifizierter Software-Lieferkette, SLSA, DISA/STIG (Systemhärtung) und FIPS (Kryptografie).

• Integrierter Resilienz: Funktionen wie Hochverfügbarkeit und Live-­Patching bieten maximale Verfügbarkeit - entscheidend für geschäftskritische Abläufe unter S/4 Hana.

• Optimierter Leistung: SLES ist optimiert für Hochleistungsdatenbanken wie Hana und bietet Unterstützung für schnelle Transaktionsverarbeitung und die Analyse großer Datenmengen in kurzer Zeit.

• Integration und Innovation: Die Partnerschaft mit SAP garantiert eine optimale Integration unseres Betriebssystems mit der SAP-Software – und somit einfachere Implementierungen und reibungslosen Betrieb. Kunden profitieren von Innovationen wie Hochverfügbarkeit, neuen Hardware-Technologien – wie etwa persistentem Speicher oder neuesten CPU-­Funktionen – sowie von Automatisierung, Überwachung und Konfigurationskonformität.

Nutzen Sie beim Einsatz auf dem Power-System auch spezifische IBM-Technologien? 

Kutning: Ja, der Einsatz von SLES auf Power-Systemen ist genau dafür optimiert und nutzt spezifische IBM-Technologien. So etwa PMEM und PowerVM für Hana, beide von SAP zertifiziert. IBM und Suse haben eng zusammen gearbeitet, um diese Innovationen zuerst auf SLES auf den Markt zu bringen. 

Körner: Es gibt sogar eine Reihe von Funktionalitäten und Technologien der Power-Plattform, die wir direkt unterstützen. Dazu zählen unter anderem „Capacity on Demand“ (COD), „Live Partition Mobility“ (LPM), „Virtual Persistent Memory“ (vPMEM) und „Dynamic LPAR“ (DLPAR). Das neue Pay-per-use-Pricing (PEP 2.0) wird ebenfalls unterstützt. 

Sobald RHEL mit dem IBM-Konfigurator in der Hardware mitkonfiguriert wird, wird auch das Betriebssystem entsprechend vermessen. Darüber hinaus erleichtern wir mit weiteren Lösungen, wie zum Beispiel der Ansible Automation Platform, das Deployment und die Automatisierung von PowerVC-Umgebungen.

Wie sehen Grundsätze der Preisgestaltung auf Power aus – und was kostet eine Einstiegskonfiguration auf Power? 

Körner: Es gibt für SAP die Power-Plattform zwei zertifizierte Ausprägungen: Red Hat Enterprise Linux for SAP Applications und Red Hat Enterprise Linux for SAP Solutions. Damit werden sowohl Hana als auch Netweaver und weitere SAP-Anwendungen unterstützt. 

Red Hat Enterprise Linux for SAP Solutions bringt einige zusätzliche Komponenten mit, wie zum Beispiel ein Add-on für den Aufbau von Hochverfügbarkeits-Clustern. Ein detaillierter Überblick über die jeweils enthaltenen Module und Funktionen findet sich online. 

Beide Subskriptionen sind mit Standard- und Premium-Support verfügbar und beziehen sich wahlweise auf Cores oder logische Partitionen – eine RAM-Beschränkung gibt es nicht. Mit der Unterstützung von PEP 2.0 ergibt sich ein sehr granulares Pricing-Konzept, das einen kostenoptimierten Einsatz innerhalb der eingesetzten SAP-Landschaft ermöglicht.

Kutning: Transparenz und das richtige Preis-Leistungs-Verhältnis sind wichtig. Daher wählen Kunden aus verschiedenen Tiering-Modellen, je nachdem, wie sie ihre SAP-Workloads betreiben.

Das Subskriptions-Modell bietet Updates, Patches sowie Experten-Support – Unternehmen können ihre Kosten so genau planen. Flexible Optionen, nach Umfang der Implementierung sowie weiteren Anforderungen – hier wählen Kunden ein Stufenmodell, entsprechend ihren Bedürfnissen.

Für eine Einstiegskonfiguration von SLES for SAP auf Power wenden sich Kunden am Besten an ihren Suse-Partner vor Ort oder unser Vertriebsteam – für ein genau auf ihre Bedürfnisse ausgelegtes Angebot.

Die Subskription von SLES for SAP umfasst Suse Linux Enterprise Server plus High Availability Extension, längeren Support auch über SAP-Kanäle, SAP-spezifische Tools (wie Hana HA Resource Agent, SAP Monitoring & Automation) sowie HA Configuration Compliance über die neue Trento-­Konsole – mit einer Visualisierung potenzieller Probleme und der Anwendung empfohlener Korrekturen.

Meine Herren, vielen Dank für das Interview! 

Bildquelle: Suse, Red Hat

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