Stoßen an nach der Vertragsunterzeichnung (von links): Andreas Hairer (Mitgesellschafter DM), Jens Hobbie (Mitgesellschafter und Mitglied der Geschäftsleitung bei DM), Manfred Terzer (CEO Kendox), Harald Klingelhöller (Mitgesellschafter und Geschäftsführer DM), Werner Haltner (CTO Kendox) und Philipp Urbach, „Head of DACH“ bei Pride Capital Partners.
Das kombinierte Software-Produktportfolio bietet nun von aktivem Dokumentenmanagement über Software für Workflow, Microsoft 365 Prozessautomatisierung, digitale Signaturen bis hin zur rechtskonformen Archivierung viele Anwendungen für die Digitalisierung. Ergänzend bringt Kendox den Cloud-Service mit ein. Das neu aufgestellte Unternehmen betreut damit nach eigenen Angaben mit 130 Mitarbeitern mehr als 1.500 Kunden in Deutschland, Österreich, Serbien und in der Schweiz. Bisher hatte Kendox mit etwa 80 Mitarbeitern rund 1.000 Kunden betreut, hieß es auf der Website.
Im Rahmen der Transaktion erwirbt die Kendox AG mit Hauptsitz in Oberriet (Schweiz), und Standorten in Deutschland und in Österreich 100 Prozent der Geschäftsanteile an der Puchheimer Software-Schmiede, die auch über eine Niederlassung in Kragujevac (Serbien) verfügt. Finanziert wird der Deal durch den 2021 mit 31 Prozent eingestiegenen Investor Pride Capital Partners. CEO Manfred Terzer, Gernoth Dobianer und weitere Mitglieder des Managements halten 69 Prozent des Unternehmens. Pride Capital Partners fungiert als institutioneller Finanzierungspartner und hat Kendox im Rahmen einer „Hybridfinanzierung“ zusätzlich ein Mezzanindarlehen gewährt. Klar ist auch: Pride Capital Partners strebt keine Mehrheiten an den von ihr finanzierten Unternehmen an.
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Bereits seit 2017 hat Kendox in den Aufbau eines Cloud-basierten Angebotes für das Enterprise Content Management (ECM) investiert und bediente damit im November 2022 rund 100 Kunden, laut Terzer „mit hoher Wachstumsdynamik“. Die eigene ECM-Software „Infoshare“ wurde hierzu umfassend erneuert. Auf Basis von Rechenzentren in Deutschland und in der Schweiz bietet Kendox diese Cloud-Lösungen an, wobei Infoshare ergänzt wird durch eigene Lösungen wie die Enterprise Purchase-to-Pay, integrierte Automatisierung auf Basis der Microsoft 365 Power Platform (Power Automate) oder die Digitalsignatur mit Actasign. Darüber gibt es eine Vielzahl von Integrationen mit ERP-Systemen von SAP, Microsoft, Infor, Comarch, CSS, Datev, Veda und anderen Anbietern an, die auf einem Web-API mit rund 400 Funktionen aufbauen.
Die DM GmbH bietet mit „LoboDMS“ seit über 25 Jahren ein Dokumentenmanagement-System, das die Funktionalität mit großer Speicher- und Archivkapazität von mehr als 30 Terabyte kombiniert und auch Anschluss an das Power System i findet, zum Beispiel beim Bielefelder Fahrrad-Spezialisten Lucky Bike. Das Nachfolgeprodukt „LoboECM“ enthält spezielle Funktionen vor allem für Dienstleister wie Rechtsberater und Wirtschaftsprüfer, aber auch für die öffentliche Verwaltung. Mit zur Produktsuite gehört auch „Lobotalk“ für die Automatisierung von Unternehmensprozessen.
Kendox-CEO Manfred Terzer wird auch Geschäftsführers der DM GmbH und gemeinsam mit Jens Hobbie die neue Geschäftsleitung bilden. Nach einer Übergangszeit wird der bisherige Hauptgesellschafter und Geschäftsführer Harald Klingelhöller ausscheiden und in den Ruhestand treten. Ihm war es „wichtig, das Unternehmen in gute Hände zu geben“. Die Synergien seien schließlich ausschlaggebend für den Verkauf gewesen. „Unsere Kunden können bewährte Lösungen weiter nutzen und wahlweise von den Cloud-Angeboten profitieren“, so Klingelhöller.
Bildquelle: Kendox