Interview mit Jasmino Burkic, CEO der Ecovium Holding GmbH

Logistik nachhaltig und wirtschaftlich gestalten

In Jahr 1999 als Versandsoftware-Experte gegründet, hat sich die MHP Solution Group durch organisches Wachstum und unter der Ägide zweier Investmentgesellschaften – seit 2016 Elvaston und seit 2020 FSN Capital – mit einigen Zusammenschlüssen zu einem Anbieter von Supply-Chain-Management- und Logistiksoftware mit über 5.000 Kunden entwickelt. In den letzten zehn Jahren wurde das Portfolio auf Bereiche wie Zollabwicklung, Lagerverwaltung und Transportmanagement ausgeweitet, durch Zukäufe von Logistiksoftware-Anbietern wie Aisys, AZ, BNS, Logcontrol, Tia Innovations und Transdata. Heute versteht sich die in Ecovium umgetaufte Unternehmensgruppe als Komplettanbieter von Software und Hardware entlang der Lieferkette, abgerundet durch Consulting- und Business-Intelligence-Angebote.

  • Jasmino Burkic, CEO Ecovium

    Jasmino Burkic: „Die Supply Chain wird zur Simple Chain!“

  • Jasmino Burkic, CEO Ecovium

    Jasmino Burkic: „Zwei Themen sind uns besonders wichtig: Wir setzen alles daran, dass unsere Kunden nachhaltiger agieren können. Und wir positionieren uns als End-to-End-Anbieter.“

  • Jasmino Burkic, CEO Ecovium

    Jasmino Burkic: „Wir wollen nicht nur der Software-Lieferant sein, sondern der Helfer im Hintergrund für unsere Kunden.“

In die fünf Divisions Customs, Warehouse, Shipping, Transport sowie Hardware unterteilt, beschäftigt Ecovium derzeit laut CEO Jasmino Burkic rund 300 Mitarbeiter an zwölf Standorten in Europa. Mit integrierten Software- und Hardware-Lösungen für Zoll, Lager, Versand und Transport will er „nachhaltige und wirtschaftliche Lösungen für die gesamte Logistik-Wertschöpfungskette“ liefern.

Von diesem Ziel leitet Burkic den Firmen­na­men ab: Dessen erster Teil „eco“ stehe sowohl für Ökologie als auch für Ökonomie und betone die gleichwertige ­Betrachtung ökonomischer, ökologischer und sozia­ler Aspekte. Der zweite Namensbestandteil „vium“ leite sich vom lateinischen „via“ ab und stehe für den „Weg“, den man verfolge. 

„Wir wollen unseren Kunden eine nachhaltige, faire und wirtschaftliche Arbeitsweise auf allen Prozessebenen ermöglichen und die Weichen für neue Wege in der Logistik stellen“, erklärt Burkic. Mittel zum Zweck: Logistik-Expertise basierend auf langjähriger Entwicklungs-, Beratungs- und ­Projektmanagement-Erfahrung und ein End-to-End-Portfolio, das integrierte Software und Hardware ebenso wie die dazugehörige Infra­struktur umfasst.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11-12/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Die Verschmelzung soll dazu führen, dass die Teams enger zusammenarbeiten als bisher. Durch das interdisziplinäre Zusammenspiel der Divisions will CEO Burkic schneller auf sich verändernde Marktbedingungen reagieren und Lösungen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg anbieten. Wir sprachen deshalb mit ihm darüber, was eine moderne Logistiksoftware ausmacht.

Herr Burkic, die Logistik stellt die Warenwirtschaft aktuell oft vor große Herausforderungen. Wie lassen sich die in den Griff bekommen? Es kann ja wohl nicht sein, dass ein havariertes Schiff im Suezkanal die globalen Supply Chains unterbricht...

Jasmino Burkic: Durch moderne Supply-Chain-Software. Die schafft zum einen Transparenz über den aktuellen Zustand der Lieferkette, hilft aber zum anderen auch dabei, rechtzeitig Alternativen zu finden, falls es einmal haken sollte. Für Transparenz sorgt unsere Software durch Integration der Datenflüsse und intelligentes Tracking. Bei der Suche nach Alternativen wird unser geplantes Logistik-Cockpit helfen, bei dessen Entwicklung wir mit verschiedenen Universitäten zusammenarbeiten, beispielsweise in Bereichen wie Predictive Analytics, Big Data, Internet of Things oder Künstliche Intelligenz.

Unsere Vision sieht so aus: Die transportierte Ware meldet einen Verzug ihrer Lieferung. Im Hintergrund sucht das Logistik-Cockpit dann nach Alternativen, um die Ware doch noch pünktlich ans Ziel zu bringen. 

Noch ist das Zukunftsmusik. Realität ist aber bereits unser Angebot im Multicarrier-Bereich: Sollte ein Carrier Verzug oder Engpässe melden, dann kann man über unsere Software direkt einen anderen geeigneten Carrier buchen, denn wir haben inzwischen mehr als 300 Carrier in unsere Software integriert. Das sind nur zwei Beispiele für eine wirksame Software-Unterstützung bei der Suche nach alternativen Transportmöglichkeiten. Und dabei werden immer die wichtigen Entscheidungskriterien wie Preis, Sicherheit des Transportes oder Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit des Carriers mitgeliefert.

War der Brexit ein gutes Beispiel für die gelungene Suche nach Alternativen?

Burkic: Sicher! Fast alle Kunden haben damals überlegt, wie sie mit den neuen Zöllen umgehen. Wir haben deshalb frühzeitig einen Brexit-Kalkulator entwickelt. Mit dem haben unsere Kunden berechnet, was sie die Verzollung kostet – und wussten, welche Zollpapiere on top gebraucht werden. Diese Papiere erstellt unsere Customs-Software zwar automatisch, doch dazu braucht sie entsprechende Input-Daten, die bereitstehen müssen. 

Der größte Nutzen des Brexit-Kalkulators war aber, dass der Kunde schon im Vorfeld des Brexits die Business-Entscheidung treffen konnte, ob er dieses oder jenes Produkt vom Markt nimmt, weil es aufgrund der hohen Zölle in England nicht mehr rentabel war. Das ist in der Tat auch geschehen.

SCM-Software an sich ist ja nichts Neues. Was genau zeichnet eine moderne Standardsoftware für das Supply-Chain-Management aus?

Burkic: Eine moderne SCM-Software ist die Summe aller Module, die effizient verknüpft sind. Für diese Module haben wir bei Ecovium spezialisierte Divisions. Die erste Division macht nichts anderes als Shipping und Tracking, die zweite ist spezialisiert auf Customs, also Verzollung und Compliance. Eine dritte Division kümmert sich um das Transportmanagement, die vierte um Intralogistik und Lager. Dazu kommt der fünfte Bereich, der die passende Hardware liefert.

All diese Module lassen sich entweder einzeln oder kombiniert anwenden, weil sie sich intelligent über vorbereitete Schnittstellen verknüpfen lassen. Über diesen Verbund legen wir dann das Logistik-Cockpit, das sich alle für das Supply-Chain-Management nötigen Informationen aus allen Modulen beschafft. 

Unser großer Vorteil ist: Wir verfügen in allen Bereichen über ausgewiesene Experten! Wir sind kein Startup, das erst kürzlich gegründet wurde und nur Zukunftsvisionen vorstellt, sondern wir haben über 5.000 Kunden, wir haben bewährte Best Practices und wir entwickeln gemeinsam mit unseren Kunden für unsere Software sowohl innovative Erweiterungen als auch operative Verbesserungen im Detail. 

Ich sage: Diese Kombination aus Wissen, Experten, Best Practices und ganzheitlicher Betrachtung der Logistik mit Hilfe aussagekräftiger KPIs wird zum „Game Changer“. Wer das End-to-End darstellen kann, wird auch derjenige Player am Markt sein, der seinen Kunden die größten Wettbewerbsvorteile verschaffen kann.

Herr Burkic, fühlen Sie sich mit diesem Portfolio gut aufgestellt oder fehlt Ihnen noch etwas? Ich frage, weil Sie ja einen finanzstarken Investor im Rücken haben – und Ecovium ja letztlich durch viele Firmenübernahmen entstanden ist?

Burkic: Wir haben die zukünftigen Marktbedürfnisse im Blick. Deshalb sind wir bereits in diversen Gesprächen. Da geht es zum einen um das große Thema Internationalisierung, zum anderen um hochspezialisiertes Expertenwissen zu bestimmten Detailfragen. Ich glaube, wir alle dürfen sehr gespannt darauf sein, was die Zukunft der Logistik mit sich bringt.

Reichen manchmal auch Partnerschaften?

Burkic: Absolut! Es muss nicht zwingend ein Firmenzusammenschluss sein. Wir starten deshalb gerade eine Partner-Offensive in allen Bereichen, um mit unterschiedlichsten Anbietern Kooperationen zu starten. 

Dahinter steht die Überzeugung, dass ein Unternehmen mit Partnerschaften die Herausforderungen in der Logistik noch besser meistern kann. Ich glaube: Ein eingespieltes Team, dessen Mitglieder von mehreren Partnern gestellt werden, kann für unsere Kunden Mehrwerte schaffen, wobei für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation entsteht.

Sie haben ja das Beispiel Zoll schon genannt: Ein Faktor bei der Optimierung globaler Lieferketten ist ja eine möglichst reibungslose Überwindung der Zollschranken. Worauf kommt es hier bei der Gestaltung der Software an?

Burkic: Dazu muss man wissen: Die internationalen Regelwerke zur Zollabwicklung sind unglaublich komplex und umfangreich. Deshalb brauchen Unternehmen einen Software-Partner, der exakt weiß, was im konkreten Fall gefragt ist, sei es ein Import aus China oder der Export in die USA. All das muss die Software abdecken. Und zwar nicht nur für die großen Wirtschaftsräume, sondern für all die Länder, in denen das Unternehmen Geschäfte macht.

Auch die tagtägliche Abwicklung der Verzollung ist ein Software-Thema. Zu meiner Freude wurde einer unserer Kunden vom Zoll angesprochen, weil dort seine Palettenverzollung unglaublich viel Aufwand erzeugte. Die Anregung an den IT-Leiter war: Sprich doch einmal mit deinem Software-Lieferanten, ob er den Prozess der Palettenverzollung nicht effizienter gestalten kann. Denn das, was von moderner Software generiert wird, ist so schlank, dass du selbst bei der Versandaufbereitung auch viel Zeit sparen kannst.

Die Software muss also für die Anwender nicht nur die gesamte Komplexität der Kommunikation mit den Zollbehörden abfangen, sondern auch den gesamten Prozess „Verzollung“ möglichst einfach und automatisch gestalten. Da geht es z.B. darum, wann und wo im Prozess die Gelangensbestätigung oder Präferenzkalkulation positioniert wird – das Ganze am besten papierlos. 

Eines darf man an dieser Stelle auf keinen Fall vergessen: Die in Deutschland leider immer noch etwas stiefmütterlich behandelte Thematik „Compliance“. Unsere Software checkt schon im Vorfeld von Geschäften die Compliance, also ob involvierte Unternehmen oder Personen z.B. auf Sanktionslisten stehen. So kann der Geschäftsführer vermeiden, dass er schwer in die Bredouille gerät, weil er mit den falschen Leuten Geschäfte macht. Sie sehen: All diese Prozesse optimiert unsere Software und wickelt sie dann automatisch ab.

Die Nutzung der optimalen Transportwege – LKW, Bahn, Flugzeug und Schiff – und die permanente Routenoptimierung spart nicht nur Zeit und Kosten, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit. Was kann Logistiksoftware dazu beitragen?

Burkic: Die intelligente Kombination von Daten, möglichst in Echtzeit. Dazu ein Beispiel aus meinem Leben. Wenn ich auf der Autobahn einen LKW überhole, der 110 Stundenkilometer schnell ist, ist das für mich verlorenes Geld auf Rädern. Denn das bedeutet: Dieser LKW ist nicht beladen und rast – um Zeit zu sparen – zur nächsten Beladungsstation. Leerfahrten können durch moderne Transportplanung weitestgehend vermieden werden. Das ist nicht nur eine Frage der Wirtschaftlichkeit, sondern auch der Nachhaltigkeit – und damit ein schönes Beispiel dafür, wo wir diese beiden Themen anpacken müssen. 

Wir sagen: Es darf nicht sein, dass auf den Autobahnen LKWs unnötig leer fahren, denn das vergrößert den CO2-Abdruck, ohne einen Mehrwert zu schaffen. Gleichzeitig lassen sich Leerfahrten durch beispielsweise ein gut geplantes Beladesystem per Software relativ einfach minimieren. Dazu kommen natürlich die Klassiker: Staus umfahren, hängengebliebene Container abholen oder Routenoptimierung im Vorfeld durch frühzeitige Einplanung zusätzlicher Beladestationen.

Trotz der Leerfahrten gilt die Autobahn als Deutschlands größtes Lager. Wie können Sie diese implizite Lagerkapazität für das Bestands- und Lagermanagement effektiv nutzbar machen?

Burkic: Das gelingt durch die angesprochene durchgehende Verknüpfung der Logistikprozesse und die Verwirklichung des End-to-End-Gedankens mit unserer Software. Dabei nutzen wir auch die Daten, die wir durch die Steuerung des Versandes von jährlich 500 Mio. Paketen mit unserer Software gewinnen. 

Dank Labeling wissen wir sehr genau, wo sich diese Pakete befinden. Darüber hinaus kennen wir das Annahmeverhalten der Empfänger. Das ermöglicht zum Beispiel auch Services wie den Wunschtermin der Zustellung. Letztlich können wir durch eine gut geplante Tourenplanung unter Einbeziehung des Lagers die Lieferkette zumindest CO2-optimal gestalten. 

Schon in der Planungsphase ermittelt unsere Software die besten Alternativen, falls beispielsweise Staus, Defekte oder kurzfristige Kundenwünsche während der Tour Änderungen nötig machen. 

Sie sprachen ja schon die Anbindung des Lagers an: Die Probleme in der Lieferkette führen zu einer Renaissance des Lagers. Worauf kommt es bei den unterstützenden Software-Systemen an, damit Intra- und Extralogistik möglichst gut zusammenspielen?

Burkic: Nur wenn die Ware im Lager vorrätig ist und der LKW auch tatsächlich pünktlich beladen werden kann, macht eine Tourenoptimierung mit versprochenen Zustellzeiten überhaupt Sinn. Zustellzeiten und Lagerbestände miteinander zu verknüpfen – das ist die große Kunst. Eine simple Routenplanung kann jedes Navi.

Just-in-Time hat sich bewährt und wird in vielen Bereichen weiter gut funktionieren. Mit Lieferproblemen wie bei den Chips hätte ich vor einem Jahr niemals gerechnet. Da bin ich bei Ihnen: Für kritische Güter, Vorprodukte und Rohstoffe, wird es künftig größere Reserven auf Lager geben müssen.

Wie muss Tracking implementiert werden, damit es den erwarteten Nutzen bringt?

Burkic: Es geht immer um den gesamten Workflow. Deshalb bauen wir gerade ein neues -System für das durchgängige Tracking – von A wie Auftragsvergabe bis Z wie Zustellung, und zwar sowohl im B2B- als auch im B2C-Bereich. Sie als Endkunde werden dann nicht nur die Möglichkeit haben, die prognostizierte Zustellzeit permanent einzusehen und sich einen besser passenden Termin auszusuchen, sondern sie können zukünftig auch den Carrier nach ihren Vorstellungen auswählen. Je nachdem, ob Sie Wert auf niedrige Kosten, Schnelligkeit, Pünktlichkeit oder Sicherheit legen, wird unsere Software den passenden Carrier vorschlagen. Sie haben dann die Wahl. 

Diese Beispiele machen deutlich: Die Logistik kann und muss durch viele Stellschrauben optimiert werden. Wie muss Logistiksoftware gestaltet sein, damit das koordiniert erfolgt?

Burkic: Dafür ist das nötig, was ich 360º-Logistik nenne – dass alle relevanten Parameter beachtet werden. Dafür entwickeln wir das Logistik-Cockpit. Es stellt diese Parameter übersichtlich dar, kann als Frühwarnsystem dienen und rechtzeitig brauchbare Alternativen vorschlagen. 

Ich glaube auch, dass es künftig eine Logistik aus der Cloud geben wird – nicht ausschließlich, aber neben den bereits bekannten Modellen. Die Cloud wird es erleichtern, bei der 360º-Logistik wirklich alle Daten zu berücksichtigen, also auch Daten von partnerschaftlich verbundenen Unternehmen wie zum Beispiel Lieferanten oder Speditionen. Daraus können wir dann ein Bild der aktuellen Situation generieren, das softwaretechnisch so durchoptimiert ist, dass wir auch Themen wie die im März im Suezkanal auf Grund gelaufene „Ever Given“ oder die aktuelle Shipping-Shortage beherrschbarer machen.

Wir können diese Probleme natürlich nicht beseitigen, aber wir weisen früher auf deren Folgen hin und schlagen dann verschiedene Lösungsalternativen vor. So kann Software entscheidend dazu beitragen, dass die Lieferkette trotz mancher Probleme funktioniert. Unser Kunde profitiert aber nicht nur von der funktionierenden Lieferkette, sondern spart auch Zeit. 

Wieviel Zeit spart die Software durch Automation ein?

Burkic: Das hängt natürlich von der Größe des Kunden und dem Anwendungsfall ab. Ein kleiner Pilot-Kunde, der aktuell das erste Modul unserer E-Commerce-Suite einführt, spart durch den Wegfall manueller Tätigkeiten wöchentlich sieben Stunden Arbeitszeit ein, die er direkt wieder für sein Wachstum einsetzen kann. Bei einem Großkonzern kann diese Einsparung natürlich wesentlich größer sein, aber dann wird auch der Suite-Gedanke zum Tragen kommen.

Was heißt das?

Burkic: Dann kommen mehrere Module zum Einsatz – und dann geht es vor allem um das Change-Management der Prozesse. Denn auch in der Logistik müssen wir uns im Zuge der digitalen Transformation ändern. Das heißt: Seit 30 Jahren bewährte Prozesse kommen auf den Prüfstand und werden wahrscheinlich geändert.

Genau das ist der Anspruch von Ecovium: Wir wollen gemeinsam mit den großen Unternehmen „Best Practices“ entwickeln und diese danach auch kleineren Unternehmen zur Verfügung stellen. 

Wo setzen Sie bei der Weiterentwicklung der Produkte die Schwerpunkte und Akzente?

Burkic: Zwei Themen sind uns besonders wichtig: Wir setzen alles daran, dass unsere Kunden nachhaltiger agieren können. Und wir positionieren uns als End-to-End-Anbieter. Unsere Absicht ist nicht nur einzelne Module zu installieren, sondern unser gesamtes Portfolio und Know-how entlang der Supply Chain einzubringen. Wir wollen nicht nur der Software-Lieferant sein, sondern der Helfer im Hintergrund für unsere Kunden. 

Die Software muss die Komplexität der Logistik auf ein verständliches Maß herunterbrechen und die Gestaltung der Prozesse vereinfachen. Ich spreche gerne von „Simple Chain“. Egal wo ich gerade bin, bekomme ich meine Daten, meine Prozesse und meine Software bereitgestellt, so dass ich orts- und schnittstellenunabhängig arbeiten kann. 

Digitalisierung soll die Logistik so einfach machen, dass die Prozesse beherrschbar sind. Software hilft uns dabei, mit allen relevanten Informationen die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wir sagen bewusst nicht, dass diese Entscheidungen automatisch fallen, sondern dass die Software es für die User einfacher macht, bessere Entscheidungen zu treffen. Die ausgefeilten Algorithmen, die für das Management der hochgradig komplexen Logistikprozesse nötig sind, bleiben im Hintergrund. Denn die gesamte Komplexität wird dann mit einer einfach zu bedienenden Software gemanagt. 

Der Simple-Chain-Gedanke verknüpft also all unsere Produkte beziehungsweise unser Portfolio zu einem End-to-End Supply-Chain-Produkt. Dies ist in der Tiefe der Lösungen eines unserer Alleinstellungsmerkmale im Logistik-Softwaremarkt. 

Herr Burkic, vielen Dank für das Interview!

Bildquelle: Konstantin Volkmar

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