Die SAP-Experten Marcus Boness und Matthias Finsterer:

„Managed-Services schaffen Freiräume für die IT-Abteilung!“

Immer mehr IT-Entscheider übertragen die Betriebsverantwortung für interne IT-Prozesse, in Teil­bereichen oder auch komplett, an externe Dienstleister. Bei dieser Form des Outsourcing spricht man gern von Managed-Services. Warum Managed-Services an Popularität gewinnen und wie auch Anwender der Plattform IBM i davon profitieren können, erklären im Interview zwei ausgewiesene Experten in diesem Bereich: Marcus Boness und Matthias Finsterer.

  • Matthias Finsterer, Blue Stec

    Matthias Finsterer: „Wir erachten die Vorteile der Public-Cloud als sinnvolle Ergänzung, um unsere Managed-Services weiter abzurunden.“

  • Marcus Boness, Blue Stec

    Marcus Boness: „Ein sicherer und hochverfügbarer SAP-Betrieb kann nicht ohne Sicherheitsmanagement auf System- und Anwendungsebene betrachtet werden.“

  • Marcus Boness (links) und Matthias Finsterer

    Experten in Fragen von Managed-Services: Marcus Boness (links) und Matthias Finsterer

Beide sind Geschäftsführende Gesellschafter der Blue Stec GmbH in Lüneburg, die sie im Jahr 2013 gegründet haben. Blue Stec betreut heute als branchenunabhängige technische Unternehmensberatung und als Managed-Service-Provider bereits mehr als 1.200 aktive SAP-Instanzen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 5-6/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Durch konsequente Spezialisierung zählt Blue Stec zu den ausgewiesenen Experten in den Bereichen Technologie, Integration, Sicherheit und Betrieb von SAP-Infrastrukturen – auch auf Basis von IBM i. Das Portfolio deckt den gesamten Lebenszyklus von SAP-Umgebungen ab – von der technischen Implementierung über den System- und Zugriffsschutz bis hin zur Betriebs­sicherstellung On-Premise beim Kunden, in den eigenen Rechenzentren oder in der Public-Cloud.

Herr Finsterer, Managed-Services sind ja schon lange nichts Neues mehr. Welche neuen Aspekte gewinnen durch die Corona-Pandemie an Bedeutung?
Matthias Finsterer
: Grundsätzlich haben Sie recht damit, dass ­Managed-Services schon länger wichtige Stützpfeiler im IT-Management sind. In den letzten Jahren waren es dann auch im Besonderen die wachsende Komplexität der Systemlandschaften, anhaltender Fachkräftemangel und steigender Kostendruck, der diese Art von Dienstleistungen auch für den Mittelstand zunehmend interessanter gemacht hat.

Im Zuge der Corona-Pandemie haben die Unternehmen sehr schnell fest­gestellt, dass sie sich durch flexible und verlässliche Managed-Services die Freiräume für Ihre IT-Abteilung schaffen können. Freiräume, die sie benötigen, um sich voll und ganz auf diese Herausforderung konzentrieren zu ­können. Im gleichen Maße wie es beim Thema Homeoffice und Online-Meetings zu beobachten ist, verändern die durchweg positiven Erfahrungen die Wahrnehmung der Managed-­Services in der Breite – und eine breitere Basis an Unternehmen lernt zunehmend diese Vorteile zu schätzen.

Wie stellen Sie bei Blue Stec sicher, dass Sie Corona zum Trotz ihre Managed-Services mit der gewohnten Zuverlässigkeit und Qualität erbringen können?
Marcus Boness
: Gemanagte Services werden zumeist remote erbracht. Somit sind wir in diesem Bereich eher standortungebunden. Durch diesen Vorteil konnten wir mit Inkrafttreten der Corona-Maßnahmen sofort sämtliche Aktivitäten unterbrechungsfrei in die Homeoffices verlagern und waren vom ersten Tag an in vollem Umfang einsatzbereit. Durch diese schnelle Reaktionsfähigkeit waren auch die möglichen Risiken für unsere ­Kolleginnen und Kollegen minimiert. Die größere Herausforderung lag eher darin, sich an dieses „neue Normal“ zu gewöhnen und die sozialen Kontakte rein virtuell zu gestalten.

Welche Art von Managed-Services kann Blue Stec erbringen – und wo sehen Sie dort ihre besonderen Stärken? Wie regeln Sie die Zusammenarbeit mit der IT-Abteilung und anderen involvierten Service-Providern?
Finsterer
: Blue Stec hat ihren Schwerpunkt im Umfeld der SAP-Lösungen – und hier in den Bereichen Technologie, Sicherheit und Betrieb. Mit unseren Managed-Services decken wir alle Facetten der SAP-Betriebsführung ab. Zusammen mit unseren Hosting- und Cloud-Angeboten stellen wir eine Reihe von modernen Lösungen bis hin zu hybriden Betriebsmodellen bestehend aus On-Premise-, Private-Cloud- und Public-Cloud-Anteilen bereit.

Unsere Serviceprozesse waren von Anfang an entsprechend den Itil-Best-Practices ausgerichtet. Die standardisierten Vorgehensweisen erleichtern natürlich ganz erheblich die Integration aller beteiligten Bereiche. Die zentrale Schnittstelle auf Augenhöhe ist das Servicemanagement. Zusammen mit unserem Service-Desk, sind die Servicemanager die persönlichen Ansprechpartner und Kümmerer für alle Anliegen-So stellen sie die Qualität unserer Services sicher. Darüber hinaus zeichnet uns aus, dass wir sehr viel Wert auf ein faires und persönliches Miteinander legen.

Stichwort „IBM i“: Welche plattformspezifischen Managed-Services können Sie anbieten?
Boness
: „IBM i“ ist für uns seit jeher gleichbedeutend mit „SAP on IBM i“ und stellt eine der Kernkompetenzen dar, mit der wir unsere Unternehmung gestartet haben. Wir sind auch sehr stolz darauf eine Vielzahl von IBM-i-Anwender zu unseren Kunden zählen zu dürfen, die ihre SAP-Lösungen auf dieser Plattform betreiben.

Wir verfügen über ein großes Team an Experten für SAP on IBM i mit langjähriger Erfahrung. Selbstverständlich bieten wir alle plattformspezifischen Services für Wartung und Betrieb von SAP auf IBM i sowohl als Beratungsleistung als auch Managed-Services an. Auch das Hosting auf Basis „IBM i“ haben wir in unserem Portfolio.

Beobachten Sie derzeit eine verstärkte Inanspruchnahme Ihrer Managed-Services – oder ist das Kundenverhalten auch bei Corona eher „business as usual“?
Finstere
r: Definitiv nicht „business as usual“! Die Nachfrage nach gemanagten Services hat schon seit Jahren steigende Tendenz, die sich jedoch mit Ausbruch der Corona-Krise nochmals verstärkt hat. Da unsere Kunden in unterschiedlichster Form von der Krise betroffen sind, hat der Bedarf an Managed-Services auch teilweise sehr unterschiedliche Ursachen.

Meistens liegen die Gründe in der Notwendigkeit Kosten einzusparen bzw. die Auslastung der Mitarbeiter durch Auslagerung von Tätigkeiten zu reduzieren. Es ist, aus unserer Sicht, auch der logischste Schritt für die Unternehmen, sich flexibel aufzustellen, um diese Herausforderungen zu meistern.

Anfangs sind unsere Managed-Services oft nur als temporäre Lösung gedacht. Doch wir stellen zunehmend fest, dass sie wegen der positiven Effekte auf die Betriebssicherstellung und dank der problemlosen Integration in die internen Abläufe zur festen Größe bei unseren Kunden geworden sind, die auch in der Zeit nach Corona bestehen bleiben wird.

Als typische Auslöser für die Inanspruchnahme von Managed-Services gelten Modernisierungs- oder Migrationsprojekte. Wie sind ihre Erfahrungen mit diesen Szenarien?
Finsterer
: Gerade die aktuelle Herausforderung für SAP-Kunden ihre Lösungen auf Hana bzw. S/4 Hana zu migrieren, stellt einen nicht zu unterschätzenden Eingriff in die Betriebsmodelle dar. Viele Betriebsprozesse müssen deshalb, teilweise stark, überarbeitet oder gänzlich neu implementiert werden. Angesichts dieser Ausgangslage stellen die Unternehmen zunehmend den Eigenbetrieb auf den Prüfstand und evaluieren die möglichen Alternativen. In den letzten Jahren hat sich gerade im Bereich Managed-Services derart viel bewegt, dass es kaum noch belastbare Gründe gibt die dagegensprechen.

Wir sind seit jeher auch mit einem breit gefächerten Angebot an Hosting und Cloud-Services am Markt vertreten und verzeichnen in diesem Bereich mit die stärksten Zuwächse, wobei die Treiber dafür ganz eindeutig Neueinführungen von S/4 Hana und Migrationsprojekte sind.

Gerade im Bereich Public-Cloud verstärken immer mehr Anbieter wie Microsoft, Amazon und Google die Präsenz auf dem deutschen Markt. Wie hebt sich Blue Stec von diesen Angeboten ab?
Finsterer
: Wir sehen absolut keinen Sinn darin, uns von den Angeboten der Hyperscaler abheben zu wollen. Vielmehr erachten wir die Vorteile der Public-Cloud als sinnvolle ­Ergänzung, um unsere Managed-Services weiter abzurunden. Als Microsoft-Partner sind wir Cloud-Solution-Provider und bieten über diesen Weg äußerst ­flexible Betriebsmodelle an, bei denen die SAP-Umgebung, je nach Bedarf und Anforderung, teilweise (z.B. nur Entwicklungs- und Testsysteme) oder vollständig in der Azure-Cloud betrieben wird. Das Management der SAP-­Systeme erfolgt hierbei integrativ durch unsere Betriebs­experten. Für unseren Kunden entstehen dadurch Lösungen mit einer optimalen Mischung aus flexibler Skalierung, nutzungsorientierten Betriebskosten und professionellem Management.

Wenn ich richtig verstanden habe, bietet Blue Stec auch Managed-Services im Bereich der SAP-Sicherheit an. Was genau kann man sich darunter vorstellen?
Boness
: Ein sicherer und hochverfügbarer SAP-Betrieb kann nicht ohne Sicherheitsmanagement auf System- und Anwendungsebene betrachtet werden. In Anbetracht des Umfanges an gesetzlichen Vorschriften wie z.B. HGB, GoBD, DSGVO etc. kann sich der Betrieb einer SAP-Umgebung, aus Sicht der Sicherheit, mittlerweile als nicht zu unterschätzende Heraus­forderung darstellen.

In vielen Fällen fehlen auf Kundenseite die notwendigen Kapazitäten oder schlichtweg das Knowhow, um sich konsequent und nachhaltig den Gesetzmäßigkeiten widmen zu können. Blue Stec steht für integrative Services, welche grundsätzlich diese Aspekte mitberücksichtigen. Über die Zeit hinweg ist somit ein umfangreiches Portfolio an tool-gestützten Services für diesen Bereich entstanden. Unsere Experten kümmern sich ganzheitlich um die Analyse und Optimierung der Sicherheit in der gesamten SAP-Landschaft. Auf Wunsch können unsere Managed-Service-Kunden auch das Management der Systemsicherheit sowie das Benutzer- und Berechtigungsmanagement teilweise oder ganz an uns auslagern. Unsere Service­prozesse und Schnittstellen sind dabei so flexibel gestaltet, dass wir uns in der Regel problemlos in vorhandene Prozesse integrieren.

Herzlichen Dank für das Interview!

Bildquelle: Blue Stec

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