Inbetriebnahme des ersten Energiewende-Rechenzentrums in Essen

Master+ für die KSG

RWE Supply & Trading will dafür sorgen, dass auch Rechenzentren nun einen wichtigen Beitrag zur Energiewende liefern können. Dazu wurde gemeinsam mit dem USV-Hersteller Riello Power Systems die Lösung „Master+“ so weiter entwickelt, dass deren USV-Batterie-Systeme helfen, das Netz im Notfall zu stabilisieren.

  • Dr. Burkhard Holl, KSG

    Dr. Burkhard Holl, Bereichsleiter Technik und Betrieb bei der KSG, will durch die Vermarktung des Notstromaggregats vom Energiemarkt profitieren.

Als weltweit erster Kunde setzt die Kraftwerks-Simulator-Gesellschaft mbH (KSG) „Master+“ ein und stellt zudem ihr Notstromaggregat für Netzdienstleistungen zur Verfügung. Dahinter steht die Erkenntnis, dass Batterien für die Energiewende von zentraler Bedeutung sind, weil sie helfen können, die schwankende Einspeisung aus Erneuerbaren Energien abzufedern.

Dafür wird bereits an vielen Lösungen in Anlagenbau und Netztechnik getüftelt. Hilfe kommt nun aus einer unerwarteten Ecke: von den Rechenzentren. Sie speichern und verarbeiten bekanntermaßen riesige Datenmengen, gelten in puncto Strom allerdings bislang nur als große Verbraucher.

Zur Absicherung des Betriebs der wichtigen Anwendungen halten sie jedoch rund um die Uhr Anlagen zur „unterbrechungsfreien Stromversorgung“ (USV) sowie Notstromaggregate bereit. Eingesetzt werden diese Anlagen aber äußerst selten.

Dank der nun von RWE Supply & Trading und Riello Power Systems entwickelten Lösung „Master+“ können Rechenzentren nun mit ihren USV-Batterie-Systeme helfen, das Netz zu stabilisieren. Dazu wurde „Master+“ mit mehr Energie-Speicherkapazität und einem integrierten Batterie-Monitoring-System ausgestattet.

Damit kann die Anlage nun bei Ungleichgewichten im Netz automatisch Strom entweder aus dem Netz entnehmen oder aber ins Netz liefern. Zudem hat RWE einen Service entwickelt, mit dem die Notstromaggregate durch wenige gezielte Einsätze das Stromnetz deutlich entlasten. Sowohl die USV-Batterien als auch das Notstromaggregat werden mit Unterstützung von RWE vermarktet.

Vom Energiemarkt profitieren

Dr. Burkhard Holl, Bereichsleiter Technik und Betrieb, fasst den Nutzen für KSG zusammen: „Mit Master+ und der Vermarktung unseres Notstromaggregats können wir vom Energiemarkt profitieren. Wir verfügen über eine höhere Speicherkapazität – und unser Batteriespeicher wird rund um die Uhr überwacht. Das bedeutet mehr Versorgungssicherheit, während wir gleichzeitig zusätzliche Erlöse erzielen– eine für uns sowohl gewinnbringende als auch ressourcenschonende Lösung.“

Ein weiterer Vorteil: das Notstromaggregat wird auch mit der RWE Fernsteuerung nicht wesentlich häufiger eingesetzt als sonst. „Vereinfacht ausgedrückt takten wir die ohnehin stattfindenden Testläufe der Notstromaggregate genau so, dass die Netze entlastet werden“, erläutert der zuständige Produktmanager Claudius Beermann von RWE. „So ersetzen wir verschleißfördernde Probebetriebe mit geringer Last durch gezielte Einsätze unter hoher Last.“

Schrittweiser Ausbau des KSG-Rechenzentrums

Der weitere Ausbau des KSG-Rechenzentrums erfolgt nun schrittweise: In der bereits umgesetzten ersten Ausbaustufe wurden zwei USV-Batterien mit jeweils 250 kW Leistung des Typs Master+ und ein Notstromaggregat mit 1.100 kW Leistung zur Sicherung der Notstromversorgung eingebaut. In nächsten Schritten soll die USV-Leistung auf zwei Megawatt gesteigert werden und ein zweiter Notstromdiesel hinzukommen.

Die Zertifizierung des KSG-Rechenzentrums auf Basis des TSI-Standards einschließlich der DIN-EN-50600-spezifischen Erweiterungen wird von der Tüv Informationstechnik GmbH vorgenommen. Das Gesamtkonzept des Standortes befindet sich zurzeit in der Konformitätsprüfung zum Level 3. Dieser Level steht für ein hochverfügbares Rechenzentrum. Der Kriterienkatalog definiert auch Anforderungen für die Planung der Gewerke Baukonstruktion, Energieversorgung und Sicherheitssysteme und legt Kriterien für den Betrieb von Rechenzentren fest.

Über die RWE Supply & Trading GmbH

Diese Tochter des Essener Energiekonzerns bildet die Schnittstelle zwischen RWE und den Energiemärkten in aller Welt. Rund 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 40 Nationen handeln mit Strom, Gas, Rohstoffen und CO₂-Emissionszertifikaten; sie schaffen zudem innovative Energieversorgungslösungen sowie Konzepte für das Risikomanagement von Industrieunternehmen. Das Handelshaus sorgt zudem für die kommerzielle Optimierung beim Einsatz der Kraftwerke von RWE, betreibt Speicher für Erdgas und vermarktet den Erneuerbaren Strom der RWE Renewables.

Bildquelle: KSG, RWE Supply & Trading GmbH

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