Ernsting’s optimiert die Lagerlogistik mit Logstar und SAP EWM

Mehr Flexibilität im Lager

Ernsting’s Family strebt eine homogene SAP-Umgebung an, braucht aber gleichzeitig höchste Flexibilität bei Lagerprozessen und Kommissionierung. Deshalb kommen spezialisierte Lagersoftware-Module zum Einsatz, die nebeneinander und eng verzahnt das Supply Chain Management unterstützen.

  • Ernsting's Family zählt mit rund 10.000 Mitarbeitern und mehr als 1.600 Filialen zu den führenden deutschen Textilketten. Sehr erfolgreich wird auch ein Webshop betrieben, dessen rund 800.000 Aufträge pro Jahr in einem separaten Distributionslager bearbeitet werden.

  • Geniale Lösung: Leichter Wechsel von Wagen zu Wagen. Nur etwa 2,5 kg wiegt ein Mobilcomputer mit Batterie, Scanner und Aufsteckmechanik. So kann die kompakte Einheit beim Wechsel des Rollwagens leicht umgesteckt werden.

  • Parallelkommissionierung verhindert Staus in den Gängen: Ab einer bestimmten Anzahl von Mitarbeitern in den Regalgängen behindern sich diese nur selbst. Die parallele Bearbeitung von derzeit bis zu 16 Bestellungen ist wesentlich effizienter und schneller.

  • Flexible Parallelkommissionierung: Bevor der Kommissioniervorgang beginnt, muss der Mitarbeiter die Fächer im Wagen anordnen. Logstar errechnet anhand des Gewichts und der Abmessungen der zu kommissionierenden Ware, wie viele Fächer des Wagens für eine Bestellung benötigt werden.

Um attraktive Mode zu einem kompromisslosen Qualitäts-/Preisverhältnis anbieten zu können, investiert Ernsting’s Family stetig in die Optimierung seiner Planungs-, Beschaffungs- und Logistikprozesse entlang der Supply Chain. In diesem Sinne hat das Coesfelder Unternehmen, mit rund 10.000 Mitarbeitern und mehr als 1.600 Filialen eine der führenden deutschen Textilketten, schon 2010 das veraltete „Merchandise Management System“ (MMS) des amerikanischen Softwarehauses JDA durch das ERP-System SAP Retail abgelöst.

Um nun auch die Lagerlogistik in das unternehmensweite SAP-System zu integrieren, soll die individuell für das JDA-MMS erstellte Lagerverwaltungssoftware für die Filialversorgung an zwei Standorten durch SAP Extended Warehouse Management (EWM) ersetzt werden. 

Im Coesfelder Distributionslager wird zur schnellen Belieferung der Webshop-Kunden jedoch bereits heute und auch in Zukunft mit der Lagerlogistik-Software Logstar von Lunzer + Partner gearbeitet. Holger Henning, Betriebsleiter des Ernsting’s Vertriebs-Centers Coesfeld-Lette: „Die Kunden unseres Webshops erwarten, dass heute bestellte Ware möglichst morgen schon angeliefert wird. Da sich die für den Internet-Versandhandel erforderlichen intralogistischen Prozesse nicht mit unserem alten JDA-System realisieren ließen, haben wir frühzeitig auf eine Lagersoftware gesetzt, die einerseits höchste Flexibilität bei der Webshop-Kommissionierung bietet und andererseits über bewährte Schnittstellen zum SAP-System verfügt.“

Im Internet-Versandhandel weicht die Bestellstruktur erheblich von der des Filialgeschäfts ab. Frank Wieschhörster, als Abteilungsleiter für die Kommissionierung verantwortlich, erklärt die Besonderheiten: „Bei der Bearbeitung der Webshop-Aufträge haben wir es mit einer sehr hohen Anzahl an Bestellungen zu tun, die jedoch meist nur aus einer oder aus wenigen Positionen bzw. Stückzahlen bestehen. Eine manuelle Einzelkommissionierung ist somit kaum praktikabel und ein automatisches Lager kommt u.a. aufgrund der Produktstruktur nicht infrage.“

Die Lösung dieser besonderen Aufgabenstellung realisierte Lunzer + Partner mit dem Logstar-Modul „Beleglose Parallelkommissionierung“, das alle Prozesse des Webshop-Versands bis hin zur Versandbelegerstellung und SAP-Anbindung beherrscht Für die Kommissionierung in den schmalen Regalgängen mit rund 20.000 Kartonplätzen werden leicht verfahrbare Rollwagen eingesetzt, die speziell für die Parallelkommissionierung mit bis zu 16 verschieb- und kombinierbaren Fächern für die einzelnen Aufträge ausgestattet wurden.

Zur mobilen Datenkommunikation zwischen Kommissionierer und Lagersoftware dienen ein redundantes WLAN und rund 80 robuste Tablet-PCs. Die etwa 250 Rollwagen sind mit praktischen Aufnahmevorrichtungen für diese Tablet-PCs versehen, sodass nach paralleler Abarbeitung eines Auftragspaketes für bis zu 16 Kunden der Rollwagen am Versand abgestellt und der Tablet-PC für das nächste Auftragspaket an einen freien Rollwagen angehängt werden kann. 

Eine Parallelkommissionierung beginnt damit, dass der Mitarbeiter die verschiebbaren Fächer des Rollwagens für das aktuelle Auftragspaket speziell anordnet. Logstar errechnet anhand des Gewichts und der Abmessungen der zu kommissionierenden Ware, wie viele Fächer des Wagens für jede einzelne Bestellung des gesamten Auftragspakets benötigt werden. Die optimale Anzahl und Anordnung der Fächer werden dem Kommissionierer auf dem Farbdisplay des Tablet-PCs angezeigt.

Nachdem der Mitarbeiter die Vorgaben von Logstar bestätigt hat, beginnt der eigentliche Kommissioniervorgang. Der Kommissionierer wird zur Ware geführt und nimmt den angezeigten Artikel aus dem Karton im Regal. Durch einen Barcode-Scan wird die Richtigkeit bestätigt und es wird angezeigt, in welches Fach des Kommissionierwagens welche Menge gehört. Nach Bestätigung der Verteilung auf die einzelnen Aufträge wird die Entnahme gebucht und der nächste Entnahmeplatz wird angezeigt.

Sind alle Kommissionieraufträge abgeschlossen, bringt der Mitarbeiter den Kommissionierwagen in die Packzone. Dort werden automatisch – quasi im Vorbeifahren – für die Aufträge auf seinem Rollwagen Belegsätze ausgedruckt, die gleichzeitig Lieferschein, Rechnung, Versandaufkleber und Rücklieferschein beinhalten. An einem Packtisch wird die Ware schließlich zusammen mit den Belegen verpackt und versandfertig gemacht. 

Auch in der Auftragsverteilung zeigt sich die Flexibilität von Logstar. Durch die Einstellung bestimmter Parameter, können beispielsweise Prioritäten für die Kommissionierung beeinflusst werden. Bei der Einlagerung von Waren beispielsweise kann so erreicht werden, dass während dieser Zeit nur Aufträge bearbeitet werden, die keine Artikel aus dem betroffenen Gang oder Regal benötigen. Somit ist gewährleistet, dass die Kommissionierer nicht durch die einlagernden Kollegen unnötig aufgehalten werden und auch der Einlagerungsvorgang nicht gestört wird.

Betriebsleiter Henning ist sehr zufrieden mit der kreativen Lösung: „Die Problematik der Einzelauftragskommissionierung lag darin, dass der erhöhte Aufwand, der mit dem Webshop einhergeht, nur durch den Einsatz von mehr Personal zu bewältigen wäre. Aber ab einer bestimmten Anzahl von Mitarbeitern im Lager behindern sich diese nur selbst. Zudem wären die Wegelaufzeiten extrem hoch. Die parallele Bearbeitung von derzeit bis zu 16 Bestellungen ist wesentlich effizienter und schneller. Durch den Einsatz von Logstar und der parallelen Kommissionierung mehrerer Aufträge können wir sicherstellen, dass auch ein höheres Volumen und Peaks schnell und sicher bewältigt werden.“

www.mylogstar.com

www.sap.de

www.jda.com

Bildquelle: Ernsting’s Family, Pro Orga

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