Montage von gasgeschmierten Kompressorendichtungen am Standort Eurasburg.
Eagle Burgmann, ein Joint Venture der deutschen Freudenberg-Gruppe und des japanischen Konzerns Eagle Industry, ist mit über 6.000 Beschäftigten in mehr als 86 Tochterfirmen und über 250 Service- und Vertriebsstandorten aktiv. Die Produkte sind überall dort im Einsatz, wo es auf Sicherheit und Zuverlässigkeit ankommt: in den Branchen Öl & Gas, Chemie, Pharmazie, Nahrungsmittel, Energie, Wasser, Luft- und Raumfahrt und weiteren.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 3-4/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Der Anlass für die ERP-Umstellung liegt auf der Hand: Neue technische Möglichkeiten verändern auch die Erwartungen der Kunden und Anwender von industriellen Dichtungslösungen. S/4 Hana gilt daher bei Eagle Burgmann als bedeutender Baustein bei der Erweiterung des Service-Angebotes um digitale Lösungen, die Kunden weiteren Mehrwert bieten sollen.
Nach dem frühzeitigen Wechsel auf das neue ERP-System der SAP will Eagle Burgmann schon jetzt moderne Funktionen nutzen, um die Prozesseffizienz zu steigern. Harmonisierte Stammdaten sollen nun die Einführung neuer Applikationen ermöglichen, die auf eine einheitliche Datenbasis zugreifen und so beispielweise die umfassende Darstellung der Service-Historie und eine vorausschauende Wartung der Dichtungen erlauben sollen.
Die Plattform „ECC“ wird erklärtermaßen von SAP nach 2027 nicht mehr durch die Mainstream-Wartung unterstützt (siehe Seite 14). „Der Respekt vor dem Wechsel auf S/4 Hana ist aber gerade im Mittelstand erheblich“, so Tobias Lange, CIO von Eagle Burgmann. „Je größer das bestehende SAP-System, je mehr Nutzer damit arbeiten, umso höher ist das Risiko, dem Kerngeschäft zu schaden.“ Dennoch habe man sich das Ziel gesetzt, schon 2019 die Migration des ERP-Systems einschließlich der Neuordnung zentraler IT-Infrastrukturen zwischen zwei Konzernbilanzen zu bewältigen.
Nach dem Projektstart im Januar 2019 ging das System im folgenden Oktober live. Die sorgfältige Vorbereitung und Umsetzung erfolgten durch ein Kernteam aus IT-Mitarbeitern mit punktueller, begrenzter Unterstützung durch externe Partner. Das Projekt-Team entschied sich für eine pragmatische, hybride Vorgehensweise mit Brownfield-Ansatz. Ziel war die Digitalisierung bestehender Prozesse bei gleichzeitiger Einführung neuer Funktionen, um Prozesse zu optimieren.
Für die Projekt-Mitarbeiter waren es spannende Monate. Das Fachwissen eines jeden Einzelnen war gefragt; für ein erfolgreiches Gelingen des Projektes war außerdem die enge Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen ganz entscheidend.
„Vor allem das Rückführen umfangreicher Nichtstandard-Lösungen in den SAP-Standard funktioniert nur in einem guten Zusammenspiel. Welche Funktionen werden wirklich benötigt? Welche sind ‚nice-to-have‘? Ist der Prozess richtig und zeitgemäß? Wie lassen sich die benötigten Funktionen mit den SAP-Standardmitteln abbilden? Solche Fragen lassen sich nur über einen guten und regelmäßigen Austausch aus verschiedenen Blickwinkeln für alle zufriedenstellend klären“, resümiert Projektmitarbeiterin Uta Schubert.
Die digitale Verknüpfung aller Unternehmensbereiche ohne Systembruch, vom Vertrieb über die Beschaffung bis hin zum fertigen Produkt einschließlich Service-Leistung bleibt auch in den nächsten Jahren eine umfassende Herausforderung. Das Ziel ist, den Kundenerwartungen von morgen so umfassend wie individuell zu begegnen, gleichzeitig die gesamte Prozesskette zu beschleunigen und leistungsfähig zu gestalten.
Bildquelle: Eagle Burgmann