Matthias Intemann (Leiter des Fachbereichs „Zertifizierungsverfahren“ beim BSI, links) überreicht am 6. September 2022 das ISO-27001-Zertifikat an Dr. Alfred Kranstedt, Direktor des ITZBund (rechts).
Die IT-Betriebsplattform Bund hat die Zertifizierung nach ISO 27001 sowie die VS-Freigabe nach der Verschlusssachenanweisung (VSA) erhalten. Das ISO/IEC-27001-Zertifikat auf Basis von IT-Grundschutz wurde am 6. September 2022 in Berlin vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) an das Bundesministerium der Finanzen und das Informationstechnikzentrum des Bundes (ITZBund) überreicht.
Damit, so die Presseinformation, sei die IT-Betriebsplattform die einzige IT-Infrastruktur des Bundes und weltweit erste Cloud-Plattform, die neben der Zertifizierung nach ISO 27001 auf Basis des BSI-Grundschutzes auch die Freigabe für die Verarbeitung von VS-NfD eingestuften Informationen erhalten hat. Dies sei ein Meilenstein für die IT-Betriebskonsolidierung Bund, die im Verantwortungsbereich des Bundesfinanzministeriums liegt.
Ziel der IT-Betriebskonsolidierung Bund ist es, die serverseitigen IT-Lösungen der Behörden der unmittelbaren Bundesverwaltung auf standardisierten Servern des ITZBund im Servicemodell „Infrastructure as a Service“ (IaaS) zusammenzuführen. Die IT-Betriebsplattform Bund ist hier ein zentraler Baustein. Allerdings gehören derzeit auch zu den genutzten Serverplattformen.
IT-Sicherheit und Datenschutz haben für die IT-Betriebskonsolidierung Bund entscheidende Bedeutung, betonte Harald Joos, Leiter der IT-Abteilung im Bundesfinanzministerium und IT-Beauftragter für die Bundesfinanzverwaltung: „Die Zertifizierung durch das BSI ist ein wichtiger Schritt in unserem gemeinsamen Vorhaben, eine sichere, innovative und souveräne IT-Infrastruktur zu entwickeln“.
Dr. Alfred Kranstedt, Direktor des ITZBund, erklärte: „Die IT-Betriebsplattform Bund kombiniert die Anforderungen der Verwaltung an Informationssicherheit, Souveränität, Datenschutz und Geheimschutz mit den Skaleneffekten hinsichtlich Bereitstellung und Flexibilität. Die Zertifizierung zeigt: Gemeinsam mit dem BSI finden all diese Themen Berücksichtigung bei Konzeptionierung und Umsetzung.“
Die IT-Betriebsplattform Bund hat gegenüber alternativen Cloud-Angeboten eine Reihe von Vorzügen: Als herstellerunabhängige „Private Cloud“ verbleiben die Daten in der Hand des Bundes. Gleichzeitig bietet die IT-Betriebsplattform Bund schnelle, hochstandardisierte und flexible Möglichkeiten zur Nutzung von Infrastrukturen.
Jens Gehres, operative Projektleitung des Projekts operative IT-Konsolidierung (ProITK) im ITZBund, erklärte: „Mit der Zertifizierung haben wir einen zentralen Meilenstein in unserem Projektfortschritt erreicht. Wir zeigen damit: Die IT-Betriebsplattform Bund ist als Plattform an sich innovativ, stellt aber auch die Ausgangsbasis für die IT-Innovationskraft der Behörden der unmittelbaren Bundesverwaltung dar, beispielsweise für die Neuentwicklungen von Lösungen direkt auf der Cloud.“
Ziele der Konsolidierung der Informationstechnik des Bundes sind die Informationssicherheit zu gewährleisten, die Hoheit und Kontrollfähigkeit über die eigene IT dauerhaft zu erhalten, auf innovative technologische Trends flexibel reagieren zu können und einen leistungsfähigen, wirtschaftlichen, stabilen und zukunftsfähigen Betrieb sicherzustellen. Dieses als „IT-Konsolidierung Bund“ bezeichnete Megaprojekt umfasst zwei strategische Projekte, in denen das ITZBund als der zentrale IT-Dienstleister tätig ist: IT-Betriebskonsolidierung Bund und Dienstekonsolidierung. Für die IT-Betriebskonsolidierung Bund zeichnet das Bundesministerium der Finanzen (BMF) verantwortlich, für die Dienstekonsolidierung das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI).
Die IT-Betriebskonsolidierung Bund soll die digitale Modernisierung Deutschlands voranbringen, also Verwaltungsverfahren beschleunigen und staatliche Akteure in ihrer Aufgabenwahrnehmung stärken. Das ist eine besonders komplexe Aufgabe, denn die rund 200 Bundesbehörden speichern ihre Daten bislang in mehreren hundert Rechenzentren bzw. Serverräumen. Ziel der BKB ist die Überführung konsolidierungsfähiger IT-Lösungen der Behörden in die Master-Rechenzentren des ITZBund.
Der Aufbau der IT-Betriebsplattform Bund konnte 2021 abgeschlossen werden – inklusive der Verlegung von Netzwerkkabeln in einer Gesamtlänge von 13,2 km und dem Verbau von 108 physischen Serversystemen. Die Vorbereitung und Durchführung der Migration erfolgt in Behördenprojekten, die in vier Wellen gestaffelt von 2021 bis 2028 durchgeführt werden. Nach der Migration ist der Betrieb der virtualisierten Server im Servicemodell „Infrastructure as a Service“ (IaaS) geplant.
Die 13 Behördenprojekte der Welle 1 wurden im 1. Quartal 2021 initialisiert und sind planmäßig zum 1. Juli 2021 in die Vorbereitungsphase übergegangen, die mit einer Dauer von zwölf Monaten angesetzt ist. Am 1. Juli 2022 hat die bis zu zweijährige Durchführungsphase begonnen, in der die konsolidierungsfähigen IT-Lösungen auf die IT-Betriebsplattform Bund migriert werden. Im Herbst 2022 starten dann 17 weitere Bundesbehörden – im Rahmen der Welle 2 – die Initialisierungsphase.
Bildquelle: ITZBund