Mit dem Ziel, die Analyse von Produktionsdaten beispielsweise aus dem Qualitätsmanagement zu optimieren, soll der KI-basierte Chatbot jetzt als universelle, sprachbasierte Schnittstelle für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Produktion dienen, um unter anderem die Fehleridentifikation und -analyse sowie das Qualitätsmanagement und die Prozessoptimierung zu beschleunigen.
ChatGPT ist ein Chatbot, der KI einsetzt, um mit Nutzern über text-basierte Nachrichten zu kommunizieren. Er wird über den Azure OpenAI Service integriert und nutzt dabei die Enterprise-Funktionen von Microsofts Cloud- und KI-Plattform. GPT steht für „Generative Pre-trained Transformer“. Dahinter verbergen sich neuronale Netze, die speziell auf das Erstellen von Texten trainiert wurden – so genannte „Large Language Models“. Das System beantwortet Fragen, erstellt Texte oder fasst sie zusammen, kann übersetzen und sogar Programmcode generieren.
Als automatisiertes Analyse-Tool ermöglicht der Chatbot die Verknüpfung einer Vielzahl von Qualitätsdaten aus Entwicklung, Kundenerfahrungen und Produktion. Dadurch sollen potenzielle Fehlfunktionen schneller als bisher identifiziert und analysiert werden. Darüber hinaus sollen die Qualitätsingenieure durch das Clustern von Daten bei der Fehleridentifikation unterstützt werden.
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Anstelle spezieller Programme, die aufwendig entwickelt und von Kennern der Materie bedient werden müssen, steuert ChatGPT die Abfragen im Dialog, so dass nicht nur den Ingenieuren, sondern auch Mitarbeitern ohne Programmierkenntnisse die notwendigen Daten zur Verfügung stehen. Die Daten verbleiben dabei innerhalb der firmeneigenen Cloud – der MO360 Data Platform.
Fragestellungen werden im digitalen Gespräch mit dem Chatbot immer weiter eingegrenzt, bis eine auswertbare Detailtiefe erreicht ist und das gewünschte Ergebnis vorliegt. Die Übersicht der tagesaktuellen Produktionsplanung kann in Echtzeit überprüft und bei Bedarf flexibel angepasst werden. ChatGPT soll an dieser Stelle dabei unterstützen, strategische Entscheidungen für die gesamte Produktionskette innerhalb kürzester Zeit zu treffen. Dank der Demokratisierung aller relevanten Daten kann jeder Beschäftigte ChatGPT nutzen, um schnelle Auswertungen zu erstellen und im Rahmen seines Arbeitsgebiets die nächsten Schritte abzuleiten.
Ein weiterer Fokus bei der KI-Integration in der Produktion liegt darauf, den Mitarbeitern weltweit einen KI-basierten digitalen Ansprechpartner zur Seite zu stellen. Die Werker kommunizieren im Rahmen von MO360 über ein Self-Service-Portal, das auf jedem Firmengerät verfügbar ist – einschließlich Tablets, Smartphones und Laptops. Der MO360-Support-Bot ist so ausgelegt, dass er Anfragen aufnimmt und manche mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Dialog klären kann.
Grundlage für die Integration von ChatGPT ist eine Kooperation mit Microsoft. Über Azure AI nutzt der Autohersteller die generativen KI-Modelle in Kombination mit den Sicherheits-, Datenschutz- und Zuverlässigkeitsfunktionen der Enterprise-Version von Azure, um die Hoheit über die IT-Prozesse im Hintergrund zu behalten. Die Spracheingaben der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden anonym in der Azure-Cloud verarbeitet. Die Produktionsdaten verbleiben in der MO360 Data Platform.
Um die Chancen der Künstlichen Intelligenz verantwortungsvoll zu nutzen, hat sich der Stuttgarter Konzern Prinzipien für den Umgang mit KI gegeben. „Verantwortungsvoller Einsatz“, „Erklärbarkeit“, „Schutz der Privatsphäre“ sowie „Sicherheit und Zuverlässigkeit“ sind die vier Leitsätze, nach denen das Unternehmen KI entwickelt und einsetzt. Bei der Einbindung von ChatGPT wird ein Ansatz verfolgt, der mit diesen Prinzipien im Einklang stehen soll und potenzielle Risiken im Blick behält.
Bildquelle: Mercedes Benz