Die internationale Messe findet seit 1978 alle zwei Jahre statt – nun also wieder in gewohnter Form, nachdem sie Pandemie-bedingt von 2020 um ein Jahr verschoben wurde und dann 2021 als digitale Fachkonferenz lediglich online besucht werden konnte.
In zehn Hallen B1 bis B6 und A3 bis A6 sowie auf Freigelände und Gleisanlage im Ostgelände zeigen in diesem Mai auf 110.000 m² Fläche mehr als 2.200 nationale und internationale Aussteller während der vier Messetage, was die Transport- und Logistikbranche zu bieten hat. Branchengrößen wie Dachser, DB Schenker, DHL, DP World, DSV, Geodis, Maersk, Kühne + Nagel oder Rhenus haben sich wieder angemeldet. Erstmals dabei sind Unternehmen wie Hellmann Worldwide Logistics, TST aus Worms oder Arkas Lojistik aus der Türkei.
Damit werden beinahe schon wieder die Zahlen der Vor-Corona-Zeit erreicht, als 2019 auf der Messe 2.374 Aussteller aus 63 Ländern rund 64.000 Besucher aus 125 Ländern begrüßen konnten – 125.000 m² Ausstellungsfläche in zehn Hallen gebucht hatten.
Die Messe will spiegeln, wie sich Einstellungen und Geschäftsmodelle verändern. Kein Wunder also, das Nachhaltigkeit eines der großen Messethemen sein wird. Gleichzeitig will der internationale Branchentreff einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck hinterlassen. Erstmals seit 1978 gibt es keinen Messekatalog; um den Papierverbrauch generell zu senken, wird nur noch ein Besucher Guide aufgelegt. In den Hallengängen verzichtet die Messe zudem auf 25.000 m2 Teppichboden.
Das Messeteam achtet außerdem beim Bau aller Foren und Sonderflächen auf den Einsatz nachhaltiger Materialien. Vom Auf- bis zum Abbau soll konsequentes Sammeln und Recyceln aller eingesetzten Wertstoffe die Abfallrate verringern. Aussteller können darüber hinaus über ein GoGreen CO₂-Audit der Messe München ihren ökologischen Fußabdruck ermitteln und kompensieren. Der Messebauer Meplan bietet zusätzlich erstmals einen CO₂-neutralen Systemstand aus nachhaltigen Materialien an.
„Die Logistik muss derzeit viele große Herausforderungen bewältigen“, sagt Prof. Dr. Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher des Bundesverbandes Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL). „Die Ressourcen sind knapper denn je. Dies bedeutet, dass alle Beteiligten in der Supply-Chain gemeinsam nach vertretbaren, praktikablen und planungssicheren Lösungen suchen müssen. Die Transport Logistic bringt dazu alle – vom Verlader bis zum Empfänger und vom Logistikdienstleister bis zum Technologieanbieter – zusammen nach München.“
Auch das Konferenzprogramm kann sich sehen lassen, bietet es doch laut Veranstalter mit 58 Sessions rund 20 Prozent mehr Vorträge und Podiumsdiskussionen auf als 2019. Zum Beispiel will das Deutsche Verkehrsforum (DVF) unter dem Titel „Weltwirtschaft eintakten, Klimaziele erfüllen: Wie liefert die Logistik?“ das Thema Nachhaltigkeit in der Logistik auf den Punkt bringen – und diskutiert mit Politikern und Vertretern der Logistikwirtschaft, wie die Energiewende mit neuen Antrieben, alternativen Kraftstoffen und neuen Produktionsketten gelingen kann.
Ob Infrastruktur, Lieferketten, Digitalisierung oder Fachkräfte – viele Themen des Konferenzprogramms tragen direkt oder indirekt zu einem nachhaltigeren Umgang mit Umwelt und Menschen bei. Die Vorträge reichen von der Metaebene geopolitischer Entwicklungen bis hin zur Praxis im Unternehmensalltag. In den vier in den Hallen platzierten Foren geht es um innovative Technologien und ressourcenschonende Konzepte. Auf dem Programm stehen unter anderem Themen wie die Dekarbonisierung der Verkehrsträger, E-Mobilität in der Logistik, effiziente Lieferketten im kombinierten Verkehr und auf der letzten Meile in Innenstädten oder einheitliche Standards für Immobilien und Daten.
Für die klimafreundliche Anreise unterstützen 110 Ladestationen auf dem Messegelände die Elektromobilität. Zudem hat die Messe München bereits 2020 komplett auf regenerativ erzeugten Strom umgestellt. Durch die vollständige Umstellung werden nun im Normalbetrieb jährlich rund 6.400 Tonnen CO₂ eingespart. Und auch die Besucher können etwas tun: Als Alternative zur normalen Eintrittskarte gleicht das so genannte Go-Green-Ticket den durchschnittlichen ökologischen Fußabdruck mit fünf Euro für Klimaschutzprojekte aus.
Bildquelle: Messe München GmbH