Rittal und Emerson vereinfachen das Rack-Management

Millimetergenau informiert per RFID

Die beiden Hersteller Rittal und Emerson Network Power wollen das Rack-Management im Rechenzentrum vereinfachen. Rittals Dynamic Rack Control (DRC) gibt Administratoren durch präzise RFID-Technik einen akkuraten Überblick über die aktuelle Rack-Belegung, während Emerson eine Reihe neuer Rack-Stromverteilungseinheiten (PDUs) vorstellte, die Verfügbarkeit und Effizienz verbessern sollen.

Eine RFID-Leiste erfasst die im Rack eingebauten Server und Switche. Dazu sind pro Höheneinheit drei Antennenelemente sowie LEDs zur Signalisierung integriert. RFID-Tags an den eingeschobenen Geräten melden berührungslos und in Echtzeit eine Fülle von Daten über eine RFID-Antennenleiste zur Management-Konsole. So werden Planung, Bereitstellung und Fehlersuche im Rechenzentrum erleichtert.

Das DRC läutet laut Hersteller „das Ende von veralteten und unvollständigen Asset-Listen ein“. Über eine präzise RFID-Antenne im Rack und RFID-Tags am Equipment wissen Administratoren jederzeit, welche Komponenten auf welcher Höheneinheit der 19-Zoll-Ebene eingeschoben sind. Die konfigurierbaren Tags können zahlreiche Eckdaten wie Wartungsintervalle, Hardwareausstattung und bereit gestellte Anwendungen oder Dienste zu den Geräten speichern und automatisch an die Management-Software weitergeben. Durch die Tags „folgen“ die Informationen dem Endgerät, auch wenn es an einen anderen Platz im Rack oder in einen anderen Serverschrank im Rechenzentrum versetzt wird.

RFID-Präzisionsantenne liefert die Daten

Den Kern der Lösung bildet die hochpräzise RFID-Antenne für das TS-IT-Rack von Rittal. Sie ist in der Lage, RFID-Tags zuverlässig zu jedem Montageloch einer Höheneinheit (HE) zuzuordnen. Das ist nicht trivial: Jede HE besitzt im Abstand von nur acht Millimetern drei Montagelöcher; bei einem 42 HE hohen Schrank sind es 126. Trotzdem muss die Antenne jeden Tag eindeutig erkennen.

Pro Befestigungsloch kann eine LED in der Antenne anzeigen, ob dort ein Eingreifen erforderlich ist und damit die Fehlersuche vereinfachen. Service-Techniker müssen nicht mehr nach dem richtigen Gerät im Schrank suchen, sondern orientieren sich an den LEDs. Auch die Frage, welcher Netzstecker für das Gerät zuständig ist, wird durch die RFID-Technik – zusammen mit verknüpften „Power Distribution Units“ (PDUs) –  entschärft. Wer bisher Bedenken hatte, das falsche Kabel zu ziehen und einen unbeteiligten Server vom Stromnetz zu trennen, ist jetzt auf der sicheren Seite. Durch die verknüpften Daten der RFID-Tags mit der PDU kann die Management-Software den richtigen Steckplatz der PDU durch eine leuchtende LED kennzeichnen.

Die RFID-Antenne wird mit der Steuereinheit Computer Multi Control III verbunden. Das Überwachungssystem verwaltet die Daten und gibt sie an eine Management-Software weiter, die das SNMP-Protokoll zur Kommunikation mit den Endgeräten beherrscht. Rittal verwendet HF-RFID-Technik mit einer Frequenz von 13,56 MHz, die besonders kompakte Abmessungen des Antennenmoduls erlaubt. Die Daten werden mit dem ISO-Standard 15693 auf den Tag geschrieben. Dadurch lassen sie sich mit handelsüblichen Lesegeräten erfassen und beschreiben, auch eingebaut ins Rack.

Hohe Verfügbarkeit durch bistabile Relais

„Intelligente Rack-Stromverteilungseinheiten werden immer wichtiger für Unternehmen, die von ihren Rechenzentren höhere Geschwindigkeiten, intelligentere Steuerung und mehr Wirtschaftlichkeit fordern“, weiß Emerson-Experte Dr. Peter Koch. Deshalb verspricht er mit der neuen MPH2 Rack-PDU „sehr hohe Temperaturtoleranzen“ und in Kombination mit dem RPC2-Kommunikationsmodul „umfassende Fernverwaltungsfunktionen, Echtzeitüberwachung und optimale Kontrolle der angeschlossenen Verbraucher“. Dies erleichtere Administratoren die Überwachung, Prognose und Verwaltung von Änderungen im Rechenzentrum.

Durch den Einsatz bistabiler Relais ermöglicht die neue Rack-PDU in Kombination mit dem RPC2-Kommunikationsmodul grundlegende Stromversorgung für angeschlossene Verbraucher selbst dann, wenn die Steuerung der Einheiten ausfallen sollte. Sie werden typischerweise an der Rack-Rückseite nahe des Warmgangs verbaut, wodurch sie den höchsten Temperaturen innerhalb des Rechenzentrums ausgesetzt sind – nicht selten bis zu 50 °C. Deshalb ist MPH2 auf Betriebstemperaturen bis zu 60 °C ausgelegt, was die Systemverfügbarkeit erhöht.

Die MPH2 weist zudem einen sehr geringen Energieverbrauch im Vergleich zu herkömmlichen Modellen mit Schaltfunktion auf, was laut Hersteller jährlich bis zu 76 € pro Rack einspart. Weitere Einsparungen sind durch die Konsolidierung von Benutzer-IP-Verbindungen und Geräteüberwachung möglich, da bis zu vier Rack-PDUs zu einem Array zusammengeschlossen werden können. „Alle wichtigen Verwaltungs-, Authentifizierungs- und Verschlüsselungsstandards und -protokolle werden unterstützt“, heißt es in einer Presseinformation. Somit können Stromversorgungs- und Umgebungsinformationen der Rack-PDUs in die Verwaltungssoftware für Rechenzentren von Emerson oder Drittanbietern kombiniert werden. Außerdem seien die Geräte mit KVM-Lösungen, seriellen Konsolen und Infrastrukturverwaltungssystemen von Emerson Network Power kompatibel.

Das RPC2-Kommunikationsmodul kann über Umgebungssensoren wichtige elektrische und umgebungsbezogene Parameter messen, Grenzwerte, Alarme und Benachrichtigungen festlegen sowie individuelle Anschlüsse und/oder Verbraucher- bzw. Gerätegruppen steuern und verwalten – und das bei hoher Messgenauigkeit (+/-1 Prozent).

www.rittal.de

www.EmersonNetworkPower.de

Bildquelle: Rittal

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