Schweizer Midrange Dynamics kauft britisches Softwarehaus

Mit Rest4i auf zu Microservices

Das auf Change-Management für IBM i spezialisierte Schweizer Softwarehaus Midrange Dynamics gab Anfang September die Übernehme der britischen Firma Rest4i bekannt. Finanzielle Details wurden bisher nicht bekannt.

  • LXR bzw. MDRest4i liefert in natives Framework auf IBM i, mit dem RPG-Programme über Rest-APIS als Schnittstelle in die Welt des Internet eingebunden werden können.

  • Gerd Altmann / Pixabay

Das native IBM i-Framework von Rest4i dient zur Rest-basierten Integration von RPG- und SQL-Anwendungen. Midrange Dynamics will es als Player in der sich schnell entwickelnden Welt der Microservices nutzen, um mit dem neuen Produkt MDRest4i auch Ressourcen auf der Plattform IBM i mithilfe von Standard-Rest-APIs und RPG-Kenntnissen schnell und sicher in die weitere IT-Welt zu integrieren.

Auch die Schweizer Midrange-Experten unterstützen schon länger mit ihrem Flaggschiff-Produkt, dem Change-Management-System MDCMS, moderne Webservices. Mit der Version 8.2 wurde dort im April des Jahres zusätzlich eine neue Funktion zur API-Generierung ergänzt, die automatisch aus einem RPG-Programm, das mit MDCMS verwaltet wird, ein Rest-API erstellt. „Representational State Transfer“ (abgekürzt Rest) bezeichnet ein Programmierparadigma für verteilte Systeme, insbesondere für Webservices.

Hier soll jetzt Rest4i anknüpfen. Diese Firma wurde von Stuart Milligan gegründet, der das Datenbankmodernisierungsunternehmen Databorough leitete, bevor er es mit seinem Tool X-Analysis im Jahr 2013 an die kanadische Firma Fresche Solutions verkaufte. Milligan sah damals die kommende Welle von Microservices voraus und entwickelte Software, um „IBM i zu verwandeln“ – und zwar in einen vollständigen Rest-API-Server. Sein wichtigstes Produkt war LXR (ausgesprochen „Lexer“), eine Sammlung von Software, die die Entwicklung von Rest-basierten APIs aus vorhandenen IBM-i-Ressourcen automatisiert und vereinfacht. Die Software schirmt einen Großteil der Komplexität der Erstellung von Rest-Webservices ab.

Bereits im vergangenen Jahr hatte eine Entwicklungspartnerschaft der beiden Firmen begonnen, die im August zur ersten Firmenübernahme in der 21-jährigen Firmengeschichte von Midrange Dynamics führte. LXR heißt jetzt MDRest4i – und Stuart Milligan gehört als „Solutions Architect" zum Führungsteam von Midrange Dynamics.

Mit MDRest4i geht Michael Morgan, CEO von Midrange Dynamics, einen entscheidenden Schritt weiter als mit der API-Generierung. „IBM-i-Programmier müssen Rest gar nicht wirklich verstehen, weil wir uns um das gesamte Framework kümmern – einschließlich der Token-Authentifizierung und des Umgangs mit den Apache-Diensten", heißt es in der Pressemitteilung. „Sie müssen nur verstehen, wie man den RPG-Code schreibt.“ Also Business as usual – und dennoch mit dem Ergebnis moderner Software.

MDRest4i unterstützt den Benutzer aber nicht nur beim Generieren des Codes und der Integration in neue Welten, sondern auch beim Dokumentieren der APIs, beim Erstellen der Entwicklerportale und beim Generieren interaktiver Dokumentation auf den Atlassian Confluence-Seiten. MDRest4i versetzt IBM-i-Entwicklungsteams so in die Lage, mit überschaubarem Aufwand die „Reichweite“ von Anwendungen und Daten innerhalb und außerhalb ihrer eigenen Organisationen deutlich zu erhöhen, eine bessere Usability mit mobilen Apps zu kreieren und die Daten mithilfe von Branchenstandards und -richtlinien zu sichern.

RPG-Entwickler können damit den Daten- und Logikfluss zwischen den unterschiedlichsten IT-Umgebungen reibungslos gestalten – und auf diese Weise IBM i sowohl technisch up to date als auch als zuverlässiges „system of record“ im Zentrum der IT-Welt ihres Unternehmen halten.

Bildquelle: Rest4i, Gerd Altmann / Pixabay

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