Siemens: Homeoffice für 140.000 Beschäftigte möglich machen

Mobiles Arbeiten – die „neue Normalität“?

Siemens will das mobile Arbeiten in Zeiten der Pandemie und darüber hinaus als Kernelement der neuen Normalität dauerhaft als Standard etablieren. Ein entsprechendes Konzept wurde vom Vorstand jetzt verabschiedet.

  • Siemens-CIO Hanna Hennig

    Siemens-CIO Hanna Hennig konnte dank Cloud-basierter IT-Infrastruktur „300.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Lage versetzen, von zuhause aus zu arbeiten.“

  • Roland Busch, Arbeitsdirektor der Siemens AG

    Roland Busch, Arbeitsdirektor und designierter Vorstandsvorsitzender von Siemens: „Die Corona-Krise hat einen Digitalisierungsschub ausgelöst."

Ziel ist, dass alle Beschäftigten weltweit im Schnitt stets zwei bis drei Tage pro Woche mobil arbeiten können – und zwar immer dann, wenn es sinnvoll und machbar ist. Die Corona-Krise und das „Social distancing“ hätten gezeigt, „dass ortsunabhängiges Arbeiten viele Vorteile bietet und in weitaus größerem Rahmen möglich ist als ursprünglich angenommen“, heißt es in einer Presseinformation. Weltweite Umfragen in der Siemens-Belegschaft hätten den Wunsch nach mehr Flexibilität und individuellen Lösungen beim Arbeitsort bestätigt.

Mehr als nur Homeoffice

Mobiles Arbeiten bezieht sich dabei ausdrücklich nicht nur auf das Homeoffice. Vielmehr soll der Mitarbeiter – in Absprache mit der Führungskraft – denjenigen Arbeitsort wählen, an dem er am produktivsten ist. Das hybride Arbeitsmodell schließt daher explizit Arbeitsumgebungen, wie z.B. Co-Working-Büros mit ein. Präsenz-Zeiten im Büro sollen das mobile Arbeiten sinnvoll ergänzen.

Einen Anspruch auf Homeoffice gibt es allerdings nicht; sowohl der Mitarbeiter als auch sein Vorgesetzter müssen zustimmen. Das Management soll aber diesen Kulturwandel aktiv unterstützen.

„Die Corona-Krise hat einen Digitalisierungsschub ausgelöst. Mobiles Arbeiten bei Siemens gab es schon immer, aber jetzt gehen wir einen Schritt weiter. Basis für dieses zukunftsweisende Arbeitsmodell ist eine Weiterentwicklung unserer Unternehmenskultur. Damit verbunden ist auch ein anderer Führungsstil, der sich an Ergebnissen orientiert, nicht an der Präsenz im Büro“, erläuterte Roland Busch, Arbeitsdirektor der Siemens AG und designierter Vorstandsvorsitzender. Man vertraue den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

New Normal Working Model“

Ein Projektteam bestehend aus Mitarbeitern der Bereiche Strategie, Personalwesen, IT, Immobilienverwaltung und der Fachbereiche hatte das „New Normal Working Model“ während der Corona-Pandemie erarbeitet. Das neue Arbeitskonzept betrifft mehr als 140.000 Mitarbeiter des Konzerns an über 125 Standorten in 43 Ländern und geht ab sofort in die Umsetzung. Dabei sollen auch die Rechte von Arbeitnehmervertretern der verschiedenen Länder beachtet werden.

„Das ‚New Normal Working Model‘ fügt sich nahtlos in unser Konzept zur Zukunft der Arbeit ein, mit dem wir das Ziel verfolgen, neue Wege der mobilen und digitalen Zusammenarbeit zu entwickeln. Die ‚neue Normalität‘ verstärkt außerdem unsere Möglichkeiten, für Siemens die besten Talente zu gewinnen und zu halten sowie die Vielfalt in unseren Teams zu steigern“, sagte Jochen Wallisch, ein HR-Manager der Siemens AG, der im Projekt leitend involviert war.

Cloud-basierte IT-Infrastruktur

Der Ansatz wird jeweils zugeschnitten auf lokale gesetzliche Anforderungen, die Vorgaben verschiedener Job-Profile sowie die individuellen Präferenzen. Er beruht auf der gegenseitigen Absprache zwischen den Beschäftigten und den Führungskräften. Eine zentrale IT-Plattform gibt Führungskräften und Mitarbeitern alle relevanten Informationen zum neuen Arbeitsmodell an die Hand; spezifische Trainings für Führungskräfte unterstützen die Einführung der neuen Arbeitsweise.

„Dank unserer innovativen Cloud-basierten IT-Infrastruktur konnten wir unsere Dienste schnell und reibungslos skalieren und 300.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Lage versetzen, von zuhause aus zu arbeiten. Mit über 800.000 Online Besprechungen pro Tag ermöglichen wir schon heute eine effektive Zusammenarbeit trotz räumlicher Distanz“, ergänzte Hanna Hennig, seit Jahresbeginn als CIO verantwortlich für die globale IT des Münchener Konzerns. Man habe zudem eine App entwickelt, „die unsere Beschäftigten weltweit bei der sicheren Rückkehr an ihren Arbeitsplatz und später bei der effektiven Umsetzung der neuen Arbeitsformen unterstützt. Diese ist auf Basis eines Produkts entstanden, das unsere Operating Company Smart Infrastructure bereits anbietet.“

Bildquelle: Siemens AG

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