Ingo Gerber, Senior System Engineer bei Janoschka Deutschland.
Ein Blick in die Produktion bei Janoschka
Der Janoschka-Stammsitz in Kippenheim, gelegen an den Vorbergen des Schwarzwaldes.
Der Full-Service-Provider mit Hauptsitz in Kippenheim, gelegen an den Vorbergen des Schwarzwaldes in der Oberrheinischen Tiefebene, bietet seinen auch internationalen Kunden Prepress-Lösungen für den Verpackungsmarkt in den Bereichen Food und Non-Food (FMCG). Namhafte Druckereien und internationale Markenartikler werden über den gesamten Prozess der Verpackungsentwicklung – Stichwort Design-to-Print – begleitet.
Mit der Expansion von Janoschka wuchs auch die Komplexität und Heterogenität der IT-Landschaft für die heute 27 produzierenden Niederlassungen in 15 Ländern. Zugekaufte Unternehmen brachten eigene IT-Infrastrukturen, ERP-Systeme und individuelle Applikationen mit ein. Verschiedene Datenstandards, lokale Systeme und Prozessabläufe führten mit der Zeit zu erheblichem Mehraufwand bei den Mitarbeitern, Abstimmungsdefiziten und einem abteilungsübergreifenden Effizienzverlust.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 9-10/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Mit dem Umstieg auf IFS als neues ERP-System und der notwendigen Stammdaten-Anbindung aus allen Niederlassungen begann das Team, die IT-Struktur ganzheitlich auf ein höheres Level zu heben. Janoschka entschied sich strategisch für eine IT-Plattform mit dem Ziel, alle Geschäftsprozesse und Datenflüsse unternehmensweit zu vereinfachen. Mit der Low-Code-Integrationsplattform Magic xpi zentralisierte das Unternehmen alle Anwendungen und stellte einen standortübergreifenden Datenfluss sicher.
Die Software arbeitet datenbank- und plattformunabhängig. Mit dem codefreien und wartungsarmen Ansatz lassen sich die unterschiedlichsten Applikationen, Datenbanken und Systeme in der Cloud, On-Premises oder Hybrid miteinander verbinden, darunter auch IBM-i-Systemlandschaften und SAP ECC oder S/4 Hana.
„Magic xpi überzeugte uns durch einen großen Funktionsumfang und ein attraktives Lizenzmodell“, erklärt Ingo Gerber, verantwortlicher Projektleiter bei Janoschka Deutschland. „Mit dem Low-Code-Ansatz von Magic und den bereitgestellten Werkzeugen können wir jetzt so schnell wie nie zuvor unterschiedliche IT-Systeme anbinden und Prozesse beschleunigen.“
Im Projektverlauf erfolgte die Integration der neuen, individuellen MES-Software für die Produktion, die Anbindung des Auftragsmanagements an das ERP-System als Backbone sowie die zentrale Anbindung von Oracle- und Microsoft-SQL-Datenbanken. Für die branchenspezifischen Anforderungen entwickelte das interne IT-Team individuelle Softwarelösungen einschließlich einer Auftragsmanagement-Applikation im Backoffice und eines Manufacturing-Execution-System (MES) zur Produktionssteuerung.
Ergänzend sind Standard-Anwendungen wie die Druckvorstufen-Workflow-Automatisierung Esko Automation Engine im Einsatz. Im Zuge der weiteren Modernisierung wurden auch erste Kundenanwendungen verknüpft, so dass jetzt auf beiden Seiten ein zuverlässiger Datenaustausch, automatisierte Auftragsprozesse, Statusabfragen und Datenaktualisierungen stattfinden können.
Mit dem Low-Code-Ansatz lassen sich Entwürfe für neue Prozesse und Apps innerhalb weniger Stunden erstellen. Das IT-Team setzt zunehmend auf neue Technologien wie Web-Services, die mit der Magic-Oberfläche deutlich schneller erzeugt und zusammengeklickt werden können als früher. Für Aufgaben wie diese sind nicht immer erfahrene Softwareentwickler nötig; auch „Citizen Developer“ mit geringeren Entwicklungskenntnissen können sie oft gut meistern.
Die IT-Mitarbeiter nutzen jetzt das neue Tool-Set, um Prozesse zu optimieren und neu aufzusetzen, ohne auf die Ergebnisse der klassischen Software-Entwicklung warten zu müssen. Wiederverwendbare Komponenten, eine zentrale Geschäftslogik und bereitgestellte Konfigurationen beschleunigen das Entwickeln und Implementieren neuer Apps und weiterer Anbindungen.
Das aufwändige Entwickeln immer neuer Codes und einzelner Schnittstellen gehört der Vergangenheit an, sagt Gerber. Das Low-Code-System sei „einfach und intuitiv anwendbar, das mühsame Einarbeiten in immer neue Codes entfällt völlig.“ Im Hintergrund laufen stetig kleinere Verbesserungen, die vielerorts die Fehlerketten reduzieren und Abteilungen sowie den Stammdaten-Manager entlasten: Maßgeschneiderte Eingabemasken für die Darstellung der Messwerte erleichtern die Arbeit in der Produktion.
Mit Hilfe von Magic wurde zum Beispiel auch der Re-Autorisierungsprozess im ERP-System nach einer User-Sperrung automatisiert. Die Aktualisierung der Kontaktdaten in den verschiedenen Systemen erfolgt jetzt automatisiert und zentral in der IT. Manuelle Aktualisierungen von Telefonlisten und Stammdaten entfallen.
Weitere Modernisierungs- und Digitalisierungsprojekte stehen an, darunter ein Workflow-System für die grafischen Prozesse und die Anbindung des gesamten Maschinenparks an Magic. Eine neue Plattform mit direkter Kundenanbindung ist ein weiterer Meilenstein. Kunden können künftig ihre Aufträge direkt im System erfassen, und alle Daten werden über Magix xpi automatisch in die verschiedenen Systeme geladen. So wird eine lückenlose Informationskette für alle Projektbeteiligten – Kunde, Vertrieb, Stakeholder, … – sichergestellt.
Mit mehr als 1.700 Mitarbeitern und mehr als 90 Mio. Euro Jahresumsatz einer der führenden Anbieter der internationalen Prepress-Branche, begleitet Janoschka namhafte Druckereien und internationale Markenartikler aus der Konsumgüter- und Tabakindustrie über den gesamten Prozess der Verpackungsentwicklung. Das 1976 gegründete und nach wie vor familiengeführte Unternehmen mit Hauptsitz in Süddeutschland betreibt heute ein globales Netzwerk mit aktuell 27 Produktionsstätten in fünfzehn Ländern Europas, Asiens und Süd- und Zentralamerikas.
Bildquelle: Janoschka