Ergebnisse einer Umfrage „IBM i Personal- und Ausbildungsbedarf“

Nachwuchsförderung für IBM i

Die Ergebnisse der im vergangenen Jahr gestarteten Umfrage „IBM i Personal- und Ausbildungsbedarf“ liegen vor. Damit möchte IBM und der Anwenderverein Common Deutschland das Aus- und Weiterbildungsangebot verbessern und an die Bedürfnisse der AS/400-Anwender angleichen.

  • Heidi Schmidt, die Vorstandsvorsitzende des Anwendervereins Common Deutschland

  • IBM-Mitarbeiter Tobias Braun startete die Umfrage „IBM i Personal- und Ausbildungsbedarf“

„Nachwuchsförderung und Ausbildung zählen zu den strategischen Zielen bei Common Deutschland“, erklärte Heidi Schmidt, die Vorstandsvorsitzende des Anwendervereins. Daher unterstütze man auch den IBM-Mitarbeiter Tobias Braun, der im Rahmen seiner Masterarbeit die Umfrage „IBM i Personal- und Ausbildungsbedarf“ durchgeführt hat. DV-Dialog befragte beide zu den wichtigsten Erkenntnissen der Aktion.

Herr Braun, bitte fassen Sie doch für unsere Leser die wichtigsten Ergebnisse der Studie kurz zusammen!

Tobias Braun: Die Mehrzahl der Umfrageteilnehmer ist von einem Ausbildungs- und Nachwuchsbedarf in der IT überzeugt. Es wird deutlich, dass sich mehr als jedes zweite Unternehmen mit dem Thema Nachwuchskräfte im IBM-i-Bereich auseinandersetzt.

Auf die Frage, wie eventueller Personalmangel frühzeitig abgewendet werden kann, wurden vor allem Gründe wie „Das Thema IBM i sollte noch stärker an Ausbildungsstätten verbreitet werden“ oder „zu wenig junge Bewerber kennen die Karrierechancen im Umfeld betriebswirtschaftlicher IT“ genannt.

Die Initiativen von IBM und anderen, junge Menschen für die IBM-i-Plattform zu begeistern, kennen noch nicht alle Kunden. Dies lässt Raum für weitere Aktivitäten zur Steigerung des Bekanntheitsgrades. So gaben erst 22 Prozent der Probanden an, die Zusammenarbeit von IBM mit Hochschulen und Berufskollegs im Rahmen der Power Systems Academic Initiative gut oder sehr gut zu kennen.

Die Befragten sehen vor allem die Anwender-Unternehmen selbst mit in der Verantwortung, die Aus- und Weiterbildung von i-Spezialisten voranzutreiben. Eine Favorisierung von internen oder externen Weiterbildungsmaßnahmen spielte anhand der Umfrageergebnisse keine Rolle. 68 Prozent der Befragten nutzen interne Möglichkeiten der Weiterbildung, 73 Prozent greifen auf externe Maßnahmen zurück. Die Frage, wie das fachspezifische Wissen erlernt wird, wurde im Rahmen der freien Antwortmöglichkeiten häufig mit Training-on-the-job beantwortetet, was für ein hohes Maß an Eigeninitiative in diesem Gebiet spricht.

Wie sind Sie mit der Beteiligung an der Umfrage zufrieden? Sind die Ergebnisse repräsentativ?

Braun: Die Beteiligung an der Umfrage ist durchweg als positiv anzusehen. Innerhalb von zwei Monaten nahmen über 100 Kunden an der Umfrage teil. Trotz der hohen Quote ist die Frage nach der Repräsentativität der Umfrage statistisch noch nicht ausreichend, um wirklich repräsentative Schlußfolgerungen zu ziehen. Hinweise und Indikatoren sind selbstverständlich gegeben.

Frau Schmidt, was sind aus Sicht einer Kennerin der Szene die überraschendsten Ergebnisse der Umfrage?

Heidi Schmidt: Ich war sehr überrascht darüber, dass so wenige die Academic-Initiative der IBM kennen. Überrascht um so mehr, da ja genau dies häufig von den Kunden eingefordert wird. Fakt ist, dass IBM Möglichkeiten bietet – diese müsse aber dann natürlich auch von den Kunden in Anspruch genommen werden.

Dazu steht die Tatsache im Widerspruch, dass die Mehrheit konstatiert, lieber intern und mit Trainine-on-the-Job auszubilden. Das ist natürlich auch gut – doch wenn externe Angebote nicht aktiv genutzt werden, wird es diese nicht auf Dauer geben. Ich denke, es geht hier noch massiv darum, in den Köpfen der Entscheider die Wichtigkeit der Aus- und Weiterbildung von IT-Fachkräften gerade für die spezifischen Bedürfnisse des Mittelstands herauszuarbeiten.

Es zeigt sich, dass wir seitens Common Deutschland uns genau jetzt verstärkt dafür einsetzen müssen, dass die Sichtbarkeit der Angebote am Markt, im Verband und von IBM gesehen, genutzt und mit aktivem, konstruktivem Feedback weiter voran entwickelt und aktiv gelebt wird.

Herr Braun, in welchen Bereichen gibt es den dringendsten Handlungsbedarf?

Braun: Bei den Anwender-Unternehmen und bei externen Schulungs- und Serviceanbietern. Laut Umfrage investieren trotz des Bewusstseins über das aktuelle Fachkräfteangebot viele Probanden bisher noch nicht umfassend in die Aus- und Weiterbildung junger Nachwuchskräfte.

Auf den Umfrageergebnissen aufbauende Handlungsempfehlungen sehen auch eine Erhöhung des Bekanntheitsgrades der getätigten Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen vor. Die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen IBM, Common, Schulungsanbietern und Universitäten kann beim Image förderlich wirken und helfen, junge Leute für das Midrange-System zu begeistern. Dass das Konzept bereits an mehreren Universitäten auf positives Feedback bei Studenten gestoßen ist, kann als Motivation für die Umsetzung der Handlungsempfehlungen gesehen werden.

Herr Braun, wie reagieren die Unternehmen auf den Nachwuchsmangel?

Braun: Ohne IBM i sehen 41 Prozent den Erfolg des Unternehmens in Gefahr. Dies zeigt umso deutlicher die Wichtigkeit der Nachwuchsförderung für künftige Unternehmenserfolge.

Frau Schmidt, wie bewerten Sie die eingeleiteten Gegenmaßnahmen – auch mit Blick auf Angebote wie etwa von Common, der IBM oder mancher Schulungsanbieter?

Schmidt: Wir sind auf dem richtigen Weg, wenn IBM und Common hier in Deutschland gemeinsam die relevanten Kompetenzpartner verbinden und für eine lebendige Community sorgen. Aber auch die Firmen sind gefordert, sich aktiv einzubringen, die Angebote rege zu nutzen und ihren Teil zum Gelingen beizutragen. Alle müssen raus aus der Konsumhaltung. Die Themen Generationswechsel und Nachwuchsregelungen sowie Know-how-Aufbau müssen aktiv angegangen werden – passives Abwarten führt definitiv nicht zum Erfolg.

Vielen Dank für das Interview!

www.common-d.de

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