Red Prairie kauft JDA für 1,9 Mrd. Dollar

Nächste Hochzeit der ERP-Branche

Die Übernahme des zuletzt stagnierenden Anbieters von ERP- und Logistiksoftware JDA Software will der in Privatbesitz befindliche Softwarekonzern Red Prairie noch in diesem Jahr abschließen. Mit dem Zukauf für 1,9 Mrd. Dollar wird Red Prairie jetzt auch in der AS/400-Welt aktiv.

Beide US-Unternehmen sind in der Vergangenheit durch Akquisitionen aufgefallen, JDA zum Beispiel durch die Übernahmen von i2 (2010), Manugistics (2006) und E3 (2001). Beide legen beide ihren Fokus auf Vertriebs- und Logistiksoftware und werden 2012 gemeinsam voraussichtlich mehr als 1 Mrd. Dollar Jahresumsatz erzielen. Sobald die Fusion abgeschlossen ist, soll das Unternehmen von JDA-CEO Hamish Brewer geführt werden. Michael Mayoras, CEO von Red Prairie, nimmt dann einen Platz im Aufsichtsrat ein.

Red Prairie zahlt pro JDA-Aktie 45 Dollar in bar, insgesamt rund 1,9 Mrd. Dollar. Das Angebot liegt 33 Prozent über dem Schlusskurs der JDA-Aktie am 26. Oktober, als Gerüchte aufkamen, dass JDA die Bank JPMorgan Chase & Co mit Verkaufsverhandlungen beauftragt habe. Bezahlt wird der Deal durch ein Darlehen der Bank Credit Suisse sowie eine Finanzspritze der Investmentgesellschaft New Mountain Capital, seit März 2010 Eigentümerin von Red Prairie.

Red Prairie wurde 1975 unter dem Namen McHugh Freeman & Associates gegründet und betreut heute mit rund 1.600 Mitarbeitern von 25 Geschäftsstellen aus den Einsatz seiner Lagerwirtschafts- und Distributionslösungen an über 60.000 Kundenstandorten in mehr als 50 Ländern. JDA erzielte 2011 einen Umsatz von knapp 672 Mio. Dollar, zählt weltweit 3.100 Mitarbeiter und über Kunden mit Wartungsvertrag in 83 Ländern, vor allem aus Industrie und Handel, aber auch aus Logistik und Transport. Beide Unternehmen haben auch deutsche Unternehmen als Kunden gewonnen – Red Prairie z.B. DHL, JDA die Handelsgruppe Dohle oder die Metro.

Damit setzt sich die Konsolidierung im Markt für ERP-Software weiter fort, für die insbesondere auch die Marktführer SAP, Oracle und Infor verantwortlich zeichnen. So hat SAP kürzlich Success Factors und Ariba übernommen, Oracle Firmen wie Taleo oder Rightnow und Opens external link in new windowInfor im Jahr 2011 Lawson. Aber auch kleinere Anbieter ließen zuletzt aufhorchen, Opens external link in new windowwie zum Beispiel Epicor mit der Übernahme des AS/400-Hauses Solarsoft.

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