Claudia Plattner soll auf Arne Schönbohm folgen

Neue Chefin für das BSI

Bundesinnenministerin Nancy Faeser will Claudia Plattner am 1. Juli zur Präsidentin des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik berufen. Sie folgt auf Arne Schönbohm, der im Oktober wegen umstrittener Kontakte des Amtes enthoben wurde.

Die designierte BSI-Präsidentin Claudia Plattner

Die designierte BSI-Präsidentin Claudia Plattner: „Cybersicherheit ist eine bedeutende Herausforderung für Regierungen.“

Mit der Mathematikerin Plattner wechselt die Generaldirektorin für Informationssysteme der Europäischen Zentralbank (EZB) an die Spitze des BSI – und zwar aufgrund ihrer „IT-Sicherheitsexpertise und ihrer Managementerfahrung in der EZB“, wie es in der Presseinformation heißt. Sie wird die erste Frau als Präsidentin einer Sicherheitsbehörde im Bereich des Bundesinnenministeriums sein.

Seit Juli 2021 ist Plattner als Generaldirektorin für Informationssysteme bei der EZB in Frankfurt für die Cybersicherheit und die Steuerung aller Digitalisierungsprozesse sowie weitere wesentliche strategische Fragen der Bank verantwortlich. Zuvor wahr seit 2017 als Chief Information Officer bei der Bahn-Tochter DB Systel die Modernisierung der IT bei der Deutschen Bahn ihre Hauptaufgabe.

Nach ihrem Mathematik-Studium war Plattner zunächst Software-Entwicklerin in der freien Wirtschaft, bis sie zur Bahn wechselte und dort mehrere Positionen inne hatte. Insgesamt ist die an der Technischen Universität Darmstadt und an der Tulane University in den USA ausgebildete Mathematikerin bereits seit etwa 20 Jahren im IT-Bereich tätig.

Faeser freut sich, dass sie mit „Claudia Plattner eine herausragende, international vernetzte IT-Sicherheitsexpertin mit großer Managementerfahrung als künftige BSI-Präsidentin gewinnen konnte. Mit ihrem Wechsel zum BSI wird erstmals eine Frau an der Spitze einer Sicherheitsbehörde im Bereich des Bundesinnenministeriums stehen. Das ist ein starkes Zeichen und ein großer Gewinn. Mit Claudia Plattner an der Spitze möchte ich das BSI wesentlich stärken. […] Die IT-Sicherheit zu gewährleisten, ist eine staatliche Pflicht. […]Frau Plattner bringt die Erfahrung und Expertise mit, die wir in diesen besonders herausfordernden Zeiten für die Cybersicherheit brauchen.“

„Durch ihre aktuelle Tätigkeit in der EZB an der Schnittstelle zwischen einer staatlichen Aufsichtsbehörde und dem privaten Bankensektor ist sie bestens qualifiziert für die neue Aufgabe, an die sie nahtlos bei ihren künftigen Aufgaben im BSI anknüpfen kann“, heißt es aus Berlin. Und weiter: „Damit sie ihre Aufgaben in der EZB noch weiter wahrnehmen und übergeben kann, wird Claudia Plattner zum 1. Juli 2023 die Leitung des BSI übertragen. Bis dahin leitet Vizepräsident Dr. Gerhard Schabhüser weiter das BSI.“

Bitkom-Präsident Achim Berg nannte es „eine gute Nachricht, dass die wichtige Position an der Spitze des BSI jetzt besetzt wird“, und bot direkt die Unterstützung des Verbandes an, etwa im Rahmen der Allianz für Cybersicherheit. „Unsere Unterstützung hat die neue BSI-Chefin zudem bei der großen Herausforderung, das BSI - wie im Koalitionsvertrag vorgesehen - zu einer zentralen Institution für IT-Sicherheit auszubauen, die mit den weltweit führenden Sicherheitsbehörden auf Augenhöhe agiert und in Europa Maßstäbe setzt“, so Berg weiter. „Wir können uns die Kleinstaaterei im Kampf gegen international koordinierte und ausgeführte Cyberattacken nicht länger leisten und brauchen auch deshalb ein starkes und personell wie finanziell gut ausgestattetes BSI.“

Bildquelle: EZB

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