Prof. Koehler wird Nachfolgerin von DFKI-CEO Prof. Wahlster

Neue Chefin für das DFKI

Im Zuge der Feierlichkeiten zur Gründung des DFKI vor 30 Jahren stellten Aufsichtsratsvorsitzender Prof. Hans-Albert Aukes und CEO Prof. Wolfgang Wahlster gestern in Berlin Prof. Jana Koehler der Öffentlichkeit vor. Sie soll den Vorsitz der Geschäftsführung des DFKI zum 1. Februar 2019 übernehmen und den Gründungsdirektor und „Spiritus Rector“ Wahlster (65) ablösen, der seinen Lebensmittelpunkt aus dem Saarland nach Berlin verlagern will.

Die Professoren Hans-Albert Aukes, Jana Köhler und Wolfgang Wahlster

Professoren unter sich (von links): Hans-Albert Aukes, Jana Köhler und Wolfgang Wahlster nach der Pressekonferenz.

Das „Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz“ verbindet seit 30 Jahren wissenschaftliche Spitzenleistung und wirtschaftsnahe Entwicklung mit gesellschaftlicher Wertschöpfung. Mittlerweile über 900 Mitarbeiter forschen in einer Public-Private-Partnership an KI. Nach über 20 intensiven Jahren will Prof. Wahlster zum 1. Februar 2019 den Vorsitz der DFKI-Geschäftsführung übergeben.

Designierte Nachfolgerin

Die Berufung von Prof. Koehler zu seiner designierten Nachfolgerin ist das Ergebnis einer internationalen Ausschreibung und eines zwei Jahre langen Verfahrens, erklärte Prof. Aukes: „30 Jahre bemessen in etwa eine Generation. Und so steht nun zwangsläufig in der Führung des DFKI ein Generationenwechsel bevor. Keine ganz einfache Aufgabe, gerade bei einem Forschungsunternehmen wie dem DFKI, mit seinen vielfältigen Verknüpfungen zu Universitäten und Forschungsinstituten national wie international, zu den öffentlichen und industriellen Auftraggebern, zu Meinungsbildnern und globalen Forschungsgremien in der KI und zu den Gesellschaftern, um nur einige Beispiele zu nennen.“

Prof. Koehler ist Spezialistin für KI und Kognitive Robotik, für Software-Architektur und Optimierung von Geschäftsprozessen. Sie hat Erfahrung in Forschung und Industrie, bei der Entwicklung von Produkten, bei der Beratung von Unternehmen, in der Lehre, bei der Führung von Teams und bei der Beantragung von Projekten. Prof. Wahlster ist „glücklich, dass nun ein Generationswechsel vollzogen werden kann und dazu erstmals eine Frau das weltweit größte KI-Forschungszentrum führen wird. Frau Koehler kennt das DFKI gut, denn sie war vom Januar 1990 bis Dezember 1993 wissenschaftliche DFKI-Mitarbeiterin in meinem Projekt PHI (Planbasierte Hilfesysteme) und hat bei mir promoviert. Das Thema ihrer Doktorarbeit im Jahr 1994 war ‚Wiederverwendung von Plänen in deduktiven Planungssystemen‘. Als Doktorvater bin ich stolz, dass ich nun den Staffelstab an eine ehemalige Doktorandin übergeben kann, die zudem noch bei Prof. Nebel in Freiburg habilitierte, dessen Doktorvater ich ebenfalls war.“

Prof. Wahlster wird am Jahresende an der Universität des Saarlandes in den Ruhestand treten und am 1.2.2019 die Position des CEO, also des technisch-wissenschaftlichen Geschäftsführers und Vorsitzenden der Geschäftsführung, nach 20 Jahren abgeben. Er bleibt dem DFKI als Chefberater verbunden.

Chancen und Aussichten der KI

Zu den Chancen und Aussichten der KI in den nächsten Jahren sagte Prof. Koehler gestern auf der Pressekonferenz im DFKI-Projektbüro Berlin: „Solver und Learner – die beiden großen Erfolge der symbolischen und subsymbolischen KI-Forschung – ermöglichen es, dass intelligente Systeme Muster erkennen, Entscheidungen zielgerichtet treffen und Prozesse optimieren. So können Ressourcen besser genutzt und technische Lösungen flexibler und effizienter arbeiten.“

„Zukünftige Herausforderungen liegen in der Integration unterschiedlichster Formalismen, Modelle und Algorithmen, um die großen ungelösten Probleme der KI wie das Frameproblem, die Frage, ob Intelligenz eine physische Verkörperung zwingend erfordert, oder auch die 4 großen A: Alltagswissen, Abstraktion, Analogie, Argumentation angehen zu können. Da liegen noch viele spannende und komplexe Forschungsaufgaben vor uns,“ so Koehler weiter.

Prof. Dr. Jana Koehler ist Professorin für Informatik an der Hochschule Luzern/Schweiz. Methoden der KI und das Thema Geschäftsprozessmanagement sind dort ihr Schwerpunkt in Lehre und Forschung. Von 1990 bis Dezember 1993 war sie bereits am DFKI in Saarbrücken. Weitere berufliche Stationen waren die Universitäten Linköping (Schweden), Maryland und Berkeley (USA), Freiburg, die Firma Schindler und das IBM Forschungslabor in Rüschlikon/Schweiz. Sie ist Ko-Autorin des Standards BPMN 2.0 für das „Business Process Management“, der 2011 von der OMG verabschiedet wurde. Ihre aktuelle Forschung fokussiert auf dynamische Prozesse und Case Management sowie die Verbindung von Prozessen, Geschäftsregeln und Geschäftsobjekten.

Open House mit Präsentation von KI-Prototypen

Beim anläßlich des Jubiläums „30 Jahre DFKI“ veranstalteten Open-House-Event im Projektbüro Berlin wurden 16 KI-Prototypen aus elf Forschungsbereichen gezeigt – zu Themen wie: Intelligente Assistenz- und Wissensdienste in der medizinischen Notaufnahme, On-the-fly Optimierung und Planung von Produktionssystemen in Echtzeit, Roboter für die autonome Erkundung planetarer Krater und Höhlen, „Smart Textiles“, Eye-Tracking oder Augmented-Reality für „Immersive Quantified Learning“. Weitere Details finden sich hier.

Bildquelle: DFKI

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