Aus IBM Collaboration Solutions wurde HCL Digital Solutions

Neue Heimat für IBM Notes

Nachdem der indische IT-Konzern HCL International Ende Juni diverse Software-Produkte rund um Lotus Notes von IBM erworben hat, sind durch einem Betriebsübergang auch viele deutsche IBM-Mitarbeiter aus diesem Bereich zu HCL gewechselt. Allen voran ging ihr Chef Dr. Thomas Zeizel, der seit dem 1. September als „Head of HCL Software DACH“ diesen Geschäftsbereich in Deutschland, Österreich und der Schweiz leitet.

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Nicht nur die Mitarbeiter und Produkte sind zu HCL gewechselt, erklärte Zeizel zu Amtsantritt in einem Video. Mehr als 1.100 Partner hätten sich bereits bei HCL angemeldet, auch ein großer Teil der Partner im deutschsprachigen Raum. Das bewährte Partner-Connect-Team um Claudia Pölkemann, Wolfgang Johann und Andreas Schulte hat bereits ein erstes Partnertreffen auf die Beine gestellt: am 25.9. in Frankfurt.

„Es ist mehr als ein Schritt, es ist mehr als ein (Betriebs-) Übergang – Wir sind HCL, seit heute. Nicht mehr IBM Collaboration Solutions, sondern ganz einfach HCL Digital Solutions“, bloggte Zeizel auf den aktuellen Seiten des Anwendervereins DNUG. Die Collaboration-Lösungen der IBM rund um Notes, Domino, Sametime, Connections, Digital Experience / Portal haben damit nach langem Hin und Her endlich eine neue Heimat gefunden. Bereits im Oktober 2017 hatte IBM die Produktentwicklung in diesem Bereich an HCL outgesourct.

Auf Wachstum bedacht

Seit dem 1. September gibt es auch hierzulande die HCL Software Group, so dass Kunden und Partner wieder aussagefähige Ansprechpartner haben – laut Zeizel in der Regel sogar „die Personen, die sie auch bisher betreut haben, denn fast alle haben den Betriebsübergang akzeptiert“. Da HCL aber ambitioniert sei und wachsen wolle, müsse auch das Team wachsen; folglich gebe es ab sofort eine Reihe offener Stellen. Und er verspricht: Kunden sollen zufrieden sein! Daher gebe es keine nervigen Software-Audits mehr, aber ein neues Lizenzmodell, das auf wirkliche Nutzung abhebe, einen stark vereinfachten Produktkatalog und besseren Support, u.a auch über persönliche „Lab Advocats“.

Aber was ist das alles ohne tolle Produkte mit überzeugender Roadmap, die mehr ist als nur Powerpoint. „Es muss geliefert werden“, betont Zeizel. „Wir bei HCL haben das verstanden. Wir haben nicht 1,8 Mrd. $ ausgegeben, um das Portfolio abzuwickeln. Wir wollen wachsen!“ Das habe HCL schon im Rahmen der Entwicklungspartnerschaft mit IBM bei Notes Domino V10 gezeigt. Jetzt komme im 4. Quartal die ganze Produktpalette rund um Domino V11 mit neuen Releases – wie von nun an immer einmal im Jahr, mit Feature-Packs zwischendrin, typischerweise einmal im Quartal. Außerdem unterstützt HCL weiterhin Domino auf IBM i.

Details zu den kommenden Releases

Auch die Details zu den Releases von Connection 6.5 und 7.0, Verse 1.0.8 und zur Bigfix Roadmap werden veröffentlicht; ein Webcast am 12. September beschreibt die Anwendungsentwicklung mit Domino – und zwar sowohl die Modi low Code als auch pro Code. Für die Pro-Coder werde das Appdev-Pack, das die Javascript-Welt (node.js., react, usw) mit Domino verbindet, weiter ausgebaut. Und die klassischen Domino-Entwickler erhalten Erweiterungen der Lotus Formelsprache und mehr Unterstützung für (mobile) Geräte mit diversen Formfaktoren; auch die xPages werden moderat weiter ausgebaut, wobei es mit dem Appdev-Pack und Javascript ja eine neue Alternative gibt.

Es geht laut Zeizel aber vor allem darum, drei Gruppen von Anwendungsentwicklern effektiv zu unterstützen: die Profis aus den Fachabteilungen, die einfachen Nutzer, die wenig von Programmierung wissen und den gestanden Notes Entwickler, der seine Anwendungen modern halten möchte. „Alle drei sind jetzt bei HCL wieder in Fokus“, verspricht Zeizel. Domino V11 werde mit einem neuen, Browser-basierten „Low Code“-Builder namens Leap sozusagen nach unten erweitern – dorthin, wo Notes mal begonnen hatte, allerdings im Browser. Leap baue auf den auf den ehemaligen „Forms Experience“-Builder auf, sei jetzt aber auf Domino portiert und ermögliche so eine Anwendungsentwicklung Marke „Quick & Dirty“ auch für Otto Normalverbraucher. Wobei man sogar mit simplen Excel-Dateien starten und diese importieren könne.

Bildquelle: Ross Findon / Unsplash, Gerd Altmann / Pixabay

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