Lobster-Gründer und -Miteigentümer Dr. Martin Fischer holt einen Investor an Bord.
Die Verhandlungen sind so weit fortgeschritten, dass am 23. Dezember unter dem Aktenzeichen B7-111/22 bereits ein Fusionskontrollverfahren beim Bundeskartellamt eingeleitet wurde.
Hierzulande ist FSN Capital noch relativ unbekannt, aber bereits an etlichen Unternehmen beteiligt. Die erste Übernahme in Deutschland war 2018 der Erwerb des Autozubehörhändlers Rameder für 115 Mio. Euro. Ein Jahr später kauften die Norweger die Impreg Group, einen Spezialisten für grabenlose Rohr- und Kanalsanierung mit Sitz im baden-württembergischen Ammerbuch. Ende 2020 wurden mit den beiden Softwarehäusern MHP Solution Group (heute Ecovium) und Tasking zwei weitere Technologie-Investments eingefädelt. Für Schlagzeilen sorgte zuletzt im September die Übernahme der Ludwigshafener Bäckereikette Görtz.
Der deutsche M&A-Markt spielt für FSN Capital aufgrund seiner Größe und seiner Aktivität eine große Rolle, wobei man bevorzugt Unternehmen mit einem Wert zwischen 50 und 500 Mio. Euro erwerben will. Fündig geworden ist man nun offenbar am Starnberger See. Dort wurde im Jahr 2002 das Softwarehaus Lobster gegründet, das sich inzwischen zu einer Gruppe von drei Firmen rund um seine Produkte für Datenintegration (Lobster Data), für Prozessautomatisierung (Lobster Pro) und für Produktinformations-Management (Lobster PIM) entwickelt hat.
Seit 2018 ergänzt zudem das Start-up Lobster Logistics Cloud mit einem Cloud-basierten Logistik-Portal das Portfolio. Firmensitz des bisher inhabergeführten Unternehmens ist nach dem Umzug von Pöcking nunmehr Tutzing am Starnberger See. Beschäftigt werden mehr als 200 Mitarbeiter im In- und Ausland; weitere Standorte gibt es in Bielefeld, UK, Frankreich, Skandinavien, Benelux und den USA. Geschäftsführer sind neben dem Gründer und Miteigentümer Dr. Martin Fischer auch Steffen Brehme und Christian Tabernig.
Bildquelle: Martin Jepp