Amerikanischer ERP- und MES-Anbieter Aptean kauft Modula

Neuer Eigentümer für Oxaion & Co.

Das US-Softwarehaus Aptean setzt seinen durch zahlreiche Firmenübernahmen charakterisierten Expansionskurs fort und erwirbt den deutschen Softwarehersteller Modula von Alpina Partners und Privatinvestoren. Modula entstand erst 2019 durch die Fusion der Softwarehäuser Cimdata (Westheim), Logis (Andernach), Oxaion (Ettlingen) und Syncos (Schwelm). Der Abschluss der Deals wird zum Ende des ersten Quartals 2021 erwartet.

Modula-CEO Volker Schinkel

Modula-CEO Volker Schinkel will mit dem neuen Investor das Wachstum wieder beschleunigen und die Produkte verbessern.

Aptean, gegründet im August 2012 durch die Fusion der CDC Software Corporation mit der Consona Corporation, war in Deutschland noch weitgehend unbekannt. Der weltweit aktive US-Anbieter von ERP-, CRM- und SCM-Software wendet sich speziell an Hersteller und Händler in über 20 Branchen; ein Schwerpunkt liegt auf Systemen für die Bereiche Fertigungsindustrie, (Groß)Handel und „Nahrungsmittel & Getränke“.

Dazu kommen Compliance-Lösungen für spezifische Märkte wie Finanzen und Biowissenschaften. Insgesamt werden die Produkte laut Hersteller von über 6.000 Kunden auf der ganzen Welt eingesetzt. Aptean hat seinen Hauptsitz in Alpharetta (Georgia/USA) und verfügt über Niederlassungen in Nordamerika, Europa und im asiatisch-pazifischen Raum. Seit Februar 2019 gehört das Unternehmen den Investmentgesellschaften Vista Equity Partners and TA Associates; im Juni 2020 kam mit Charlesbank Capital Partners ein dritter Investor hinzu.

Aptean seit 2015 in Deutschland aktiv

Mit der Akquise von Optiware im Jahr 2015 hat Aptean die Aktivitäten in Deutschland verstärkt, auch wenn CDC Software von Unterföhring aus schon länger in Deutschland aktiv war. Mit der Übernahme der Hamburger Agiles GmbH, dem Hersteller einer Branchensoftware für den Lebensmittelhandel auf Basis von Microsoft Dynamics, wurde im Oktober 2020 die geografische Expansion in Deutschland, Österreich und der Schweiz fortgeführt, die mit dem Kauf von Modula vorangetrieben wird.

Nach eigenen Angaben erreichte Modula mit knapp 300 Mitarbeitern an zwölf Standorten in Deutschland und Österreich 2019 einen Umsatz von 30 Mio. Euro. Die Zahl der Kunden wird mit über 500 beziffert, bei denen mehr als 45.000 Anwender in 35 Ländern mit Modula-Produkten arbeiten. Firmensitz ist die Oxaion-Zentrale an der Pforzheimer Straße 128 in Ettlingen. Management-Team und Mitarbeiter werden ebenfalls übernommen.

Ähnliche Kunden, ähnliche Methoden

,,Unsere Firmen haben ähnliche Kunden in unterschiedlichen Teilen der Welt“, sagte TVN Reddy, CEO von Aptean. „Mit Kunden in der diskreten Fertigung passt Modula ausgezeichnet zur strategischen Ausrichtung von Aptean“, sagt Modulas Marketing-Chef Nicolas Köster; man verfolge zudem einen sehr ähnlichen Ansatz bei der Produktentwicklung.. Modulas Kunden würden außerdem von Apteans globaler Präsenz und raschen Innovationszyklen genauso profitieren wie vom Zugang zu den Ressourcen des neuen Eigentümers und seinen ergänzendem Produktangebot. „Diese Mitteilung ist Beweis für die harte Arbeit des gesamten Modula Teams und die Stärke unseres weitgefächerten Produktportfolios“, sagte Volker Schinkel, CEO von Modula. Er will nun das zuletzt stagnierende Wachstum wieder beschleunigen und die Produkte verbessern.

Als Alpina im Jahr 2015 in damals 11 Mio. Euro Jahresumsatz starke Oxaion AG investiert hat, war Florian Strehle, Partner bei Alpina, beeindruckt „von der Innovationskraft und dem Wachstumspotenzial des Unternehmens. Volker und sein Team haben einen fantastischen Job gemacht, das Geschäftsmodell zu skalieren und deutlich stärker als der Markt zu wachsen. Mit modernen ERP- und MES-Softwarelösungen haben sie den Umsatz der Gruppe innerhalb von fünf Jahren verdreifacht. Aptean ist ein idealer Partner für die nächste Wachstumsphase der Modula.“ Die eingangs erwähnten Privatinvestoren sind übrigens nicht die Firmengründer der Modula-Gesellschaften, die schon länger ausgestiegen sind, sondern vielmehr die beteiligten Mitarbeiter des Softwarehauses.

Neue Firmenschwester von Modula ist die Hamburger Agiles GmbH, ein 1989 gegründeter ERP-Anbieter für den Lebensmittel- und NonFood-Handel in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zu den mehr als 350 Kunden in ganz Europa zählen vor allem Großhändler, Importeure, Erzeuger, Gastro-Dienstleister und Bio-Lebensmittel-Händler. Agiles bedient zusätzlich den deutschen Markt der NonFood-Händler mit der Branchenlösung Agiles Trade, die von der Beschaffung bis zum Versand jeden Prozessschritt verfolgt und dabei hilft, die Kosten entlang der Lieferkette des Kunden zu kontrollieren.

Bildquelle: Modula

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