Private-Equity-Gesellschaft Accel-KKR ist eingestiegen

Neuer Eigentümer für SugarCRM

SugarCRM, ein im Jahr 2004 gegründetes Softwarehaus, hat mit der technologieorientierten Private-Equity-Gesellschaft Accel-KKR einen Investor gewonnen, der die bisherigen Venture-Capital-Gesellschaften als Eigentümer abgelöst hat. Über den Kaufpreis wurde bisher nichts bekannt, doch die bisherigen Investoren Goldman Sachs, Draper Fisher Jurvetson, NEA und Walden International sind offenbar ausbezahlt worden.

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SugarCRM ist ein mittelgroßer Player im wachstumsträchtigen Markt für Customer-Relationship-Management-Software, der mit über 400 Mitarbeitern und zahlreichen Partnern weltweit aktiv ist und nach eigenen Angaben mehr als 2 Millionen Endanwender in 120 Ländern betreut. Zu Umsatz und Gewinn macht das Unternehmen keine Angaben. Der Hauptsitz befindet sich in Cupertino (Kalifornien, USA) im Silicon Valley, der europäische Hauptsitz in München.

Fokus auf das Individuum

Herkömmliche CRM-Systeme konzentrieren sich vor allem auf Management- und Reporting-Funktionen. Sugar hingegen fokussiert sich auf das Individuum und hilft, die Aktionen der Mitarbeiter mit Kundenkontakt zu koordinieren sowie die richtigen Informationen zur richtigen Zeit für diese bereitzustellen. SugarCRM arbeitet übrigens schon lange seht eng mit IBM zusammen; daher ist die CRM-Suite Sugar u.a. auch auf der Plattform IBM i einsetzbar. Im Jahr 2012 wurde IBM selbst zum Sugar-Anwender und löste Oracles Siebel ab. Seit 2011 gibt es zudem eine Solution Edition SugarCRM für IBM i.

Allerdings ist anzunehmen, dass die Geschwindigkeit sowohl beim Firmenwachstum als auch bei der Ausweitung des Produktportfolios zulegen muss. Denn im hochdynamischen CRM-Markt, laut Gartner Group im Jahr 2017 mehr als 39 Mrd. Dollar Gesamtumsatz stark, dominiert der rasant wachsende Hersteller Salesforce klar mir mehr als 10 Mrd. Dollar Umsatz im vergangenen Jahr ( wobei der Umsatz allerdings nicht nur mit CRM erwirtschaftet wird).

Umkämpfter Wachstumsmarkt CRM

Aber auch die ERP-Hersteller SAP (hat gerade mit C/4 Hana eine neue Produkt-Suite lanciert), Oracle, Sage, Infor und Microsoft zählen im CRM-Markt zu den Platzhirschen, mit denen SugarCRM ebenso konkurriert wie mit den CRM-Spezialisten à la Zoho, Hubspot, Act, Pipedrive, Apptivo, Salesboom oder Base. Dazu kommen dann hierzulande noch viele deutsche CRM-Häuser, etwa Adito, CAS, Dochouse, Gedys Intraware, Pisa oder SmartCRM. Allein der CRM-Marktspiegel von Schwetz Consulting listet in der Auflage von 2017 die Profile von 180 CRM-Systemen und 120 CRM-Systemintegratoren in der deutschsprachigen Region auf.

Der Bereich CRM ist mittlerweile das größte Segment im Software – Tendenz weiter steigend. Daher sieht Larry Augustin, CEO von SugarCRM, in dem Engagement des neuen Eigentümers einen Meilenstein in der Firmengeschichte, weil mit diesem Investor sowohl das Wachstum als auch die Erweiterung des Portfolios beschleunigt werden könne. Accel-KKR habe eine bedeutende Investitionen getätigt, um das Produkt- und Dienstleistungsportfolio zu erweitern, Funktionalitäten hinzuzufügen sowie etwaige strategische Zukäufe zu tätigen.

Investition in das Produkt- und Dienstleistungsportfolio

„Die letzten Jahre waren von signifikantem Wachstum, Bekanntheitssteigerung im Markt und hoher Kundenzufriedenheit gekennzeichnet. Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt für uns, mit einem Investor zusammenzuarbeiten, der vom Markt für CRM-Software und unserem Ansatz genauso begeistert ist wie wir“, wird Augustin in der Pressemitteilung zitiert. „Diese bedeutende Investition wird substanzielles Wachstum ermöglichen, sowohl auf organischem als auch anorganischem Weg.“ Mit dem auf Softwarehersteller und IT-basierte Dienstleister spezialisierten Investor „nutzen wir die Dynamik, die wir in den letzten Jahren in unserem Geschäft aufgebaut haben, und beschleunigen unsere Wachstumsvision.“ Die Investition werde es ermöglichen, die Produktentwicklung fortzusetzen, die Palette an CRM-Funktionen zu erweitern und die Fähigkeiten zu verbessern, die Kunden auf höchstem Niveau zu unterstützen.

Das Netzwerk von Accel-KKR als Wachstumsturbo

Jason Klein, Managing Director bei Accel-KKR, ergänzt: „Mit unserem umfangreichen globalen Netzwerk können wir SugarCRM potenziellen Kunden und Partnern auf der ganzen Welt vorstellen. Unser ganzheitlicher Ansatz für Wachstum schließt sowohl direkten als auch indirekten Vertrieb, strategische Beratung und operative Expertise mit ein. Das bedeutet, dass wir von Beginn an einen signifikanten Mehrwert für die Unternehmen einbringen, mit denen wir arbeiten.“

Der Wechsel der Wachstumsfinanzierung von Risikokapital zu privatem Beteiligungskapital deutet an, dass SugarCRM die Startup-Phase abgeschlossen hat, die naturgemäß ein hohes Risiko darstellt, aber auch enorme Wachstumschancen verspricht. Private Beteiligungsgesellschaften wie Accel-KKR suchen in der Regel gezielt solche Unternehmen aus, deren Rendite/Risiko-Verhältnis günstig ist.

Accel-KKR ist als Investmentfirma mit einer Kapitalbindung in Höhe von 4,3 Mrd. Dollar auf Softwarehersteller und IT-basierte Dienstleister spezialisiert, die für Gewinn- und Umsatzwachstum gut positioniert sind. Im Mittelpunkt der Anlagestrategie von Accel-KKR steht die Verpflichtung zur Entwicklung starker Partnerschaften mit den Managementteams seiner Portfoliounternehmen und der Konzentration auf den Aufbau von Wert durch Ressourcen, die über das firmeneigene Netzwerk verfügbar sind. Accel-KKR konzentriert sich auf mittelständische Unternehmen und bietet eine breite Palette von Kapitallösungen, einschließlich Buyout-Kapital, Minderheitsbeteiligungen und Kreditalternativen.

Die Haltedauer der Beteiligung bei Private-Equity-Gesellschaften liegt in der Regel bei drei bis fünf Jahren, wobei Accel-KKR die Langfristigkeit seiner Engagements betont. Allerdings verkauft auch Accel-KKR immer wieder Beteiligungen, so etwa Ende 2014 das CRM-Haus Kana an Verint oder wie im Herbst 2015 Zinc Ahead an Veeva.

Summer 18-Release gibt die Richtung vor

Jetzt soll also mit dem neuen Investor das Entwicklungstempo verschärft werden. Rich Green, Chief Technology Officer von SugarCRM, erläutert die Idee hinter den Neuerungen im gerade vorgestellten Summer 18-Release: „Soziale Einflüsse spielen eine immer größere Rolle bei der Art und Weise, wie Unternehmenstechnologie entwickelt und bereitgestellt wird. Wenn die Technologie am Arbeitsplatz so aussieht, sich so anfühlt und intuitiv verständlich ist wie diejenige, die wir privat nutzen, kann der größte Mehrwert generiert werden.“

Zu Hause wollen die Menschen immer öfter teilhaben, teilen und interagieren. „Man muss nur ein paar Augenblicke online sein, um diese Trends in Aktion zu sehen“, sagt Green. „Das sollte am Arbeitsplatz nicht anders sein, und wenn wir wollen, dass Menschen das Beste aus der B2B-Technologie herausholen, müssen unsere Lösungen diese Trends widerspiegeln. Insbesondere die Schlüsselthemen Collaboration, User-Experience und Datenschutz waren die Treiber hinter unseren jüngsten Innovationen und werden auch in Zukunft Priorität haben.“

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