Managed-Service-Provider verdoppelt die Kapazitäten

Oediv betreibt SAP in der Private-Cloud

Anläßlich der Wiedereröffnung ihres Innovationszentrums für SAP-Lösungen in Walldorf gab IBM heute bekannt, dass Oediv die Private-Cloud-Kapazität verdoppelt. Die IT-Tochter des Oetker-Konzerns konsolidierte dabei elf x86-Workloads auf einem Power9-Server E980 der IBM und beschleunigte die Bereitstellung neuer IT-Funktionen und -Anwendungen durch Mikroservices für SAP-Systeme in der Private-Cloud. Die Mikroservices sollen auch helfen, das Onboarding neuer Kunden aus verschiedenen Branchen zu unterstützen.

  • Martin Stratmann, CEO von Oediv

    Martin Stratmann, CEO von Oediv, konnte die Performance des Technologie-Stacks um 40 Prozent verbessern.

  • Wiedereröffnung des IBM Innovation Center for SAP Solutions durch Tanja Scheller (IBM-Direktorin des Innovationszentrums) und Christian Noll (General-Manager „Global Business Services DACH bei IBM).

  • In Showcases und Demos wird gezeigt, wie KI und maschinelles Lernen bessere Bestandsentscheidungen im SAP-System unterstützen können.

  • Ob angesichts der Feierlichkeiten mit Sekt oder Champagner angestoßen wurde, ist nicht bekannt.

Oetker war bereits in den 1970er-Jahren einer der allerersten Kunden der 1972 gestarteten SAP. Seit ihrer Gründung am 1. September 1995 als „Oetker Daten- und Informationsverarbeitung KG“ setzt die Oediv daher auch SAP-Anwendungen und die dazugehörige IT-Infrastruktur ein, um das umfangreiche Portfolio der Oetker-Gruppe an Lebensmitteln, Bier und alkoholfreien Getränken sowie Sekt zu produzieren, zu vertreiben und zu verwalten. Zudem ermöglicht diese Infrastruktur es Oediv, den spezifische Branchenanforderungen ihrer Outsourcing-Kunden im Einzelhandel, im Bankwesen, in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie usw. gerecht zu werden.

Ausfallzeiten um 95 Prozent reduziert

Allerdings wäre die bisherige IT-Infrastruktur nicht in der Lage gewesen, das dynamische Wachstum der Oediv zu unterstützen. Daher entschloss man sich, elf x86-Workloads auf einen einzigen Power-Server zu konsolidieren. So konnte Martin Stratmann, CEO von Oediv, wartungsbedingte Ausfallzeiten um 95 Prozent reduzieren und so 24/7-Produktionsprozesse besser unterstützen. Sein Ziel war es, mit IBM und Suse „eine zuverlässige, skalierbare und einfach zu verwaltende Lösung zu implementieren, die es uns ermöglicht, neue Kunden zu bedienen und unser Private-Cloud-Geschäft auszubauen“.

Zur Oetker-Gruppe gehören rund 400 Unternehmen aus verschiedenen Branchen, die sich in rasantem Tempo transformieren und digitalisieren. Das Team von Oediv ist daher darauf fokussiert, höchste Verfügbarkeit und erstklassige Hosting-Services anzubieten, die genau auf deren jeweilige Anforderungen zugeschnitten sind. Darüber hinaus ist es notwendig sicherzustellen, dass die stetig wachsenden Datenmengen effizient verwaltet, neue Services rasch entwickelt und dann schnell und zuverlässig bereitgestellt werden.

Pizza-Kits virtuell entwickelt und getestet

So wurden beispielsweise die Pizza-Kits von Dr. Oetker virtuell entwickelt und getestet, indem mehr als 1.000 Kombinationen erprobt wurden – ein Prozess, der eigentlich Monate gedauert hätte. Die Bereitstellungszeit der hierfür notwendigen Hana-Datenbanken konnte auf 30 Minuten reduziert werden, auch weil die von Oediv und IBM implementierte, standardisierte und automatisierte Private-Cloud nun auf Power9-Prozessoren basiert. „Um diese Private-Cloud zu skalieren, haben wir uns in mehreren Workshops zusammengesetzt“, beschreibt Tanja Scheller, Direktorin des IBM Innovation Centers for SAP Solutions in Walldorf, die Vorgehensweise. „Die neue Lösung zahlt sich bereits aus: sie bietet eine 40 Prozent bessere Performance!“ Deshalb könne man „auch die größten und anspruchsvollsten Hana-Datenbanken kosteneffizient und sehr ausfallsicher betreiben“.

Heute stellt die Oediv das ERP-System S/4 Hana und die In-Memory-Plattform Hana auf Power-Systems mit dem Suse Linux Enterprise Server for SAP Applications und All-Flash-Speicher-Arrays bereit. Diese Arrays sind mit der Speichervirtualisierungssoftware Spectrum ausgestattet, um die schnelle Datenmigration über hybride Clouds hinweg sicherzustellen. Martin Stratmann fährt fort: „Durch den Aufbau einer integrierten Lösung […] konnten wir die Performance des Technologie-Stacks um 40 Prozent verbessern. Eingebaute Zuverlässigkeitsfunktionen ermöglichen eine Wartung ohne Auswirkungen auf den Kunden. Wir haben in 24 Monaten keine ungeplanten Ausfallzeiten erlebt.“

Nun ist geplant, in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 die Server- und Speicherkapazität um 50 Prozent zu erweitern. Stratmann hat „eine Skalierbarkeit erreicht, die einfach funktioniert – und das bei außergewöhnlich niedrigen Betriebskosten. Wir müssen uns nicht um die zugrunde liegende Infrastruktur kümmern, was uns mehr Zeit gibt, die digitale Transformation unserer Kunden zu beschleunigen.“

Ob anlässlich des Projekterfolges mit Henkell oder Freixenet aus dem Hauses Oetker angestoßen wurde, ist nicht überliefert. Klar ist nur: Gefeiert haben IBM und SAP heute auch einen weiteren Meilenstein – die Wiedereröffnung der als IBM Innovation Center for SAP Solutions bekannten Anlaufstelle für digitale Inspiration und Transformation in Walldorf. Kunden und Partner können diese 1993 als „IBM SAP International Competence Center“ (ISICC) eingerichtete und aktuell vollständig renovierte Einrichtung wieder nutzen, sowohl als physischen Einstiegspunkt in ihre „digitale Innovationsreise“ vor Ort in Walldorf wie auch im Rahmen virtueller Workshops. Es dreht sich dann mit Hilfe von Enterprise Design Thinking auf Basis von Hybrid-Cloud- und KI-Technologien für SAP-Anwendungen auch um Zukunftsthemen und Innovationen wie dem „Cognitive Replenishment Advisor“ mit IBM Watson.

In Showcases und Demos wird gezeigt, wie KI und maschinelles Lernen bessere Bestandsentscheidungen im SAP-System unterstützen können, um sicherzustellen, dass Produkte zur richtigen Zeit am richtigen Ort eintreffen – und somit die allgemeine Produktverfügbarkeit und Kundenzufriedenheit verbessert wird.

Bildquelle: Oediv, Henkell Freixenet, IBM

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