Wie Pabst Transport Fahrer und Disponenten entlastet

Ohne Klick auf einen Blick

Bei der Spedition Pabst werden die Fahrer bei der Bedienung ihrer Bordrechner oder Smartphone entlastet, denn jeder neue Status wird zumeist ohne manuelle Eingaben gemeldet, damit die Disponenten den perfekten Überblick über die laufenden Touren haben.

  • Der fränkische Logistikdienstleister Pabst nimmt die Belange seiner über 300 Fahrer sehr ernst und reagiert mit Verständnis auf die eher ablehnende Haltung gegenüber den zusätzlichen manuellen Eingaben.

  • Andreas Wagner verantwortet bei Pabst den Bereich IT und Organisation.

    Andreas Wagner verantwortet bei Pabst den Bereich IT und Organisation.

Ankunft Kunde, Laden fertig: So oder ähnlich klingen typische Statusmeldungen, die von Telematiksystemen vorgegeben und vom Fahrer am jeweiligen Bordrechner oder Smartphone „nur noch“ angeklickt werden sollen. Wird jeder neue Status aktiv gemeldet, dann haben Disponenten den perfekten Überblick über die laufenden Touren.

Soweit die Theorie. In der Praxis tun sich Trucker jedoch schwer, jede Zustandsveränderung gewissenhaft per Touchscreen oder Mini-Tastatur zu dokumentieren.

Fahrerbelange ernst genommen

Diese Erfahrung machte man auch bei der Pabst Transport GmbH aus Gochsheim, die seit 2012 schon mehrere Telematiklösungen getestet hat. „Unsere Fahrer wollen sich auf das Fahren und weniger auf unsere internen Datensysteme konzentrieren“, berichtet Andreas Wagner, der bei Pabst den Bereich IT und Organisation verantwortet. Im Interesse eines guten Betriebsklimas nimmt der fränkische Logistikdienstleister die Belange seiner über 300 Fahrer sehr ernst und reagiert mit Verständnis auf die eher ablehnende Haltung gegenüber den zusätzlichen manuellen Eingaben.

Aktuelle Statusmeldungen ohne manuelle Eingaben

Dennoch wollte man bei Pabst nicht auf aktuelle Statusmeldungen verzichten und wandte sich an den langjährigen Softwarelieferanten Dr. Malek. So entstand die Idee einer vollautomatischen Lösung für das Übermitteln von Statusänderungen, die ohne Fahrereingriff funktioniert. Das neue System sollte sich nahtlos in die vorhandene Softwarelandschaft einfügen. Seit 2009 nutzt Pabst das Transportmanagementsystem M3 von Dr. Malek Software, das vor vier Jahren um eine Telematik-App für Android-Tablets oder -Smartphones ergänzt wurde – für die mobile Auftragsabwicklung.

„Wir wollten die App mit Automatik-Modus“, so Wagner. Die App verfügte zwar mit integrierter Navigation, Spurverfolgung und Geofencing schon von Haus aus über gute Voraussetzungen für die gewünschte Weiterentwicklung. Als Telematiklösung stellt sie dann auf Basis individueller Prozesse den Austausch aller relevanten Daten zwischen Auftraggeber, Disponent und Fahrer sicher. Im Sammelgut- und Kurierdienstbereich bietet sie eine packstückgenaue Vorholung und Zu­stellung, die wahlweise mit oder ohne Barcode-Scan funktioniert. Verwaltet werden die Apps zentral über die M3-Plattform.

Der neu entwickelte Automatik-­Modus für die App nutzt das im Tablet integrierte GPS-Modul, das kontinuierlich die Fahrzeugpositionen liefert und somit eine durchgängige Spurverfolgung ermöglicht. Die Positionsdaten werden mit den Tourdaten verknüpft, die aus dem Transportmanagementsystem M3 an die Fahrer-Tablets übertragen werden.

Status nach Farben

Nur das Eintreffen der Tourdaten auf dem Tablet muss jetzt noch manuell vom Fahrer bestätigt werden. Von da an funktioniert der Ablauf auto­matisch: Der Fahrer sieht am Display eine Liste aller Stationen mit der geplanten Reihenfolge und startet mit dem ersten Auftrag. „Auf die Navigationsfunktion der App haben wir verzichtet, weil unsere Fahrer ihre eigenen Systeme bevorzugen“, erklärt Wagner. Deshalb muss die Automatikfunktion der App auch völlig unabhängig von der Navigationslösung funktionieren.

Sobald der Lkw die erste Be- oder Entladestelle erreicht, wird dies durch die Geofencing-Funktion erkannt. Der Sendungsstatus wechselt dann automatisch auf „Ankunft“, was nicht nur dem Fahrer, sondern auch dem Disponenten unmittelbar angezeigt wird. Dieser verfügt über einen hochkant installierten 24-Zoll-Kontrollbildschirm, an dem er bis zu 60 Touren überblicken kann. Der grafische Fahrzeugeinsatzplan vom Transportmanagementsystem differenziert die verschiedenen Sendungsstati mit unterschiedlichen Farben.

Bewusst ausgeblendet

Parallel dazu berechnet und überwacht M3 die voraussichtliche Ankunftszeit (Estimated Arrival Time, ETA), indem die aktuelle Position mit den Tourdaten abgeglichen wird; zusätzlich wird die ETA dem Disponenten angezeigt.

Gerät der Plan durch ein Überschreiten der Fahr- oder Wartezeiten in Gefahr, generiert M3 automatisch einen Alarm. „Gemeldet werden ausschließlich die drohenden Verspätungen bei der unmittelbar folgenden Be- oder Entladestelle, damit sich die Disponenten auf die relevanten Vorkommnisse konzentrieren und frühzeitig reagieren können“, betont Wagner. Die weiteren möglichen Auswirkungen auf den späteren Tourverlauf werden bewusst ausgeblendet. Es komme schließlich immer wieder vor, dass Verspätungen im Laufe des Tages wieder aufgeholt werden können.

Sobald der Fahrer die aktuelle Be- oder Entladestelle verlässt, wird die je­weilige Tourposition zuverlässig und automatisch als „erledigt“ gekenn­zeichnet. Der Status wechselt dann ohne manuel­len Eingriff auf „Abfahrt“, so dass die gesamte Verweildauer bei der Be- oder Entladestelle erfasst und archiviert wird.

Somit dienen die Daten nicht nur der Disposition, sondern auch für spätere statistische Auswertungen. Und dank der zuverlässigen Arbeitsweise der Technik kann laut Wagner „auf viele telefonische Nachfragen verzichtet werden“. Dadurch hätten die Disponenten wieder mehr Zeit für die persönliche Kontaktpflege mit den Fahrern, was sich positiv auf das Betriebs­klima auswirke. Auf zusätzliche Statusmeldungen für Beginn und Ende der Be- oder Entladung verzichtet Pabst.

Über Pabst Transport

Das im Jahr 1953 gegründete Familien­unternehmen ist ein Logistik­dienstleister, der über rund 25.000 qm überdachte Lagerfläche und einen eigenen Fuhrpark mit aktuell rund 300 Lkw verfügt. Die Leistungen decken alle Teilbereiche der Logistik­kette ab, von der Beschaffungs­logistik über die Distribution bis hin zur Lagerung. Das Unternehmen mit Sitz im unterfränkischen Gochsheim beschäftigt 500 Menschen, die einen jährlichen Umsatz von rund 60 Mio. Euro erwirtschaften.

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