Die großen Cloud-Provider bauen ihren Vorsprung aus

Oracle hinkt in der Cloud weiter hinterher

Der Datenbank-Pionier Oracle meldete für das im Mai beendete Geschäftsjahr 2021 einen Umsatzanstieg um 4 Prozent auf 40,5 Mrd. Dollar. Der Gewinn des mittlerweile breit aufgestellten IT-Konzerns, der auch Cloud-Service, ERP-Systeme (z.B. JD Edwards) und seit der Übernahme von Sun Microsystems im Jahr 2010 auch Speicher- und Server-Systeme anbietet, wurde um 36 Prozent auf 13,7 Mrd. Dollar gesteigert.

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Der Umsatz mit Cloud-Services und Software stieg dabei um 5 Prozent auf 28,7 Mrd. Dollar; damit verliert Oracle gegenüber den Top 3 der Cloud-Provider weiter an Boden, denn Amazon AWS, Microsoft Azure und Google GCP können allesamt zweistellige Wachstumsraten vorweisen – und das bei einer deutlich größeren Ausgangsbasis. Marktführer ist AWS – mit 31 Prozent Marktanteil in etwa groß wie die drei nächsten Verfolger Azure, GCP und Alibaba zusammen.

Das ermittelten jedenfalls die Marktforscher von Canalys für das Jahr 2020; sie gehen von einem satten Wachstum des Cloud-Marktes um 33 Prozent auf 142 Mrd. Dollar aus. Allerdings wuchs Azure demnach um 50 Prozent und damit fast doppelt so schnell wie AWS (+28 Prozent), so dass Microsoft deutlich aufholt und mit 20 Prozent Marktanteil die Verfolger GCP (7 Prozent) und Alibaba (6 Prozent) hinter sich lassen konnte. Oracle, aber auch IBM und die chinesischen Provider Tencent und Huawei bleiben unter 6 Prozent und teilen mit allen anderen Anbietern die restlichen 35 Prozent des Marktes unter sich auf.

Ein Hoffnungsschimmer bleibt Oracle allerdings: Mit rund 135.000 Mitarbeitern bedient der IT-Konzern nach eigenen Angaben mehr als 430.000 Kunden in 175 Ländern. Die große Kundenbasis ist ein Hoffnungsträger für das Cloud-Geschäft, falls es gelingen sollte, technisch und finanziell attraktive „Lift & Shift“-Angebote für eine Cloud-Migration auf die Beine zu stellen. Oracle-CEO Safra Katz versprach jedenfalls, die Cloud-Investitionen im Geschäftsjahr 2022 von 1,85 Mrd. auf fast 4 Mrd. Dollar mehr als zu verdoppeln. Sie zeigte sich zuversichtlich, „dass die erhöhte Rendite im Cloud-Geschäft diese erhöhten Investitionen mehr als rechtfertigt“, denn die Cloud sei ein grundsätzlich profitableres Geschäft als die On-Premises-Installation von Software.

Das hört sich zwar gut an, doch die 4 Mrd. Dollar sind Peanuts im Vergleich zu den Cloud-Investitionen der drei führenden Hyperscaler. Im Jahr 2020 legte Amazons AWS beim Capex um 69 Prozent auf knapp 54 Mrd. Dollar zu, Google investierte 22,3 Mrd. Dollar in die Cloud und Microsoft 20,6 Mrd. Dollar. Da wird das Aufholen nicht einfach werden.

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